It‘s this time of year: News-Rückblick und Lieblingsgeschenke
Black Friday, Cyber Monday - die USA stehen kurz vor dem Shopping-GAU. Und auch wir haben die Zielgerade fest im Blick, die uns durch zig Online Stores direkt zum Gabentisch führt. Keine Chance also für mich, die Themen Weihnachten und Geschenke zu umgehen. Vor allem, weil die Kollegen von ShopStyle mit ihren Gift Guides so schön vorgelegt haben. Daraus habe ich ein paar meiner persönlichen Favoriten „geklaut”, einige Fashion-Themen des letzten Monats hinzugefügt und alles kräftig durchgeschüttelt. Und hier ist sie nun, die neue Folge von This Month in Style für den November.
Schaufenster-Fashion-Zauber in Paris:
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Kind vor den prächtig geschmückten Fenstern großer Kaufhäuser stand und den Feen, mechanischen Teddybären und Weihnachtsmännern zusah, die sich in fantasievollen Tableaus bewegten. Heute beschränken sich die meisten Läden darauf, ihren Plastik-Mannequins eine Zipfelmütze aufzusetzen und Lametta über die Schulter zu hängen. Fertig ist die Christmas-Deko. Einer der Luxustempel, die an alten Traditionen festhalten, ist Le Printemps in Paris, wo kürzlich Marion Cotillard elf von Dior ausgestattete Fenster enthüllte. Durch die verschneite Hauptstadt Frankreichs tänzeln darin in Couture gewandete Püppchen, jedesmal steht eine andere bekannte Location von Paris im Mittelpunkt. Einfach wûndervoll!
Bei Balenciaga ist ein Job frei
In den letzten zwei Jahren werden die Planstellen der Pariser Modehäuser mächtig durcheinander gewirbelt: Galliano, Slimane - und jetzt Nicolas Ghesquière. Der gefeierte Designer verlässt nach 15 Jahren, in denen er die zuvor dahindümpelnde Marke zum It-Bag-Garanten formte, seinen Arbeitgeber. Mit unbestimmtem Ziel. Die Kündigungsgründe sind unklar. Man munkelt, Ghesquière sei unter Druck gesetzt worden, kommerzieller zu werden. Und ebenso möglich ist, dass er endlich mehr Anerkennung und Freiheiten für sich einforderte. Ebenso nebulös: Wer folgt ihm bei Balenciaga nach. Denn Gerüchte-Kandidat Christopher Kane hat öffentlich dementiert, in den Startlöchern für die Position zu stehen. Hm.

Im Dienste des Carré: CdG + Hermès
Nach ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit mit H&M hat Designerin Rei Kawakubo, Gründerin von Comme des Garçons, offenbar ihre Lust an spannenden Kooperationen entdeckt. Ab Februar 2013 sind in CdG-Boutiquen sowie im Dover Street Market in London Seidentücher erhältlich, die Kawakubo gemeinsam mit Hermès entworfen hat. „Comme des Carrés” heißt die kleine Kollektion, die mit abstrakten Mustern bedruckt ist.
Smells Like Green Spirit
Und gleich nochmal Comme des Garçons. Diesmal allerdings nicht zum Tragen, sondern zum Aufsprühen. Die extravaganten Nerd-Düfte der Marke sind seit vielen Jahren kultisch verehrte Parfüm-Kunstwerke - und nicht alle safe for work oder den Adventskaffee bei der Schwiegermutter. Dafür faszinieren die Konzepte hinter dem Flakon. So auch bei „Amazingreen”, einem Unisex-Duft,der die grünen Noten des Urwalds mit Schießpulver (oder ist grüner Tee gemeint?) vereint. Ebenfalls mit in der Mischung von Profi-„Nase” Jean-Christophe Herault: Grüner Pfeffer, Efeu, Koriander und weißer Moschus.

Matroschkas a la Margiela
Gerade erst versetzte die expertimentelle Maison, deren Gründer sich nahezu unerkannt zurückgezogen hat, Fashionistas und Fashionistos mit einer H&M-Kollektion in Verzücken. Häufigstes Zitat am Starttag: „Keine Ahnung, wie man das genau trägt, aber ich nehm‘s mal mit.” Jetzt hat die Maison Martin Margiela gleich noch ein wenig Holzarbeit nachgelegt. Für L‘Atelier d‘exercices entstanden diese Matroschka-Puppen - natürlich unbedruckt, denn Weiß ist die Lieblingsfarbe des Modelabels. Kinder werden an den Objekten wohl erst Spaß haben, wenn sie die rundlichen Holzmütterchen bemalen dürfen.

Die dünnen Kinder von Landau
Apropos kiddies. Nachdem nicht nur in den USA sondern auch bei uns die lieben Kleinen fast mehr Speckröllchen als Videospiele haben, trifft dieses Geschenk von Howa genau den Nerv der Zeit: ein Kaufladenset bestehend aus Süßigkeiten, an denen sich der naschsüchtige Nachwuchs die Zähne ausbeißen wird. Denn Lollys, Kekse, Torten und Eis sind aus Holz. Hah!
Beste Duftkerze ever!
Die französische Kerzenmanufaktur Cire Trudo sorgte über viele Jahrzehnte vor allem für güldenen Flammen-Schein in Kirchen und Klöstern. Gott sei Dank braucht man heute kein Talarträger mehr sein, um in den Genuss der luxuriösen (Duft-)Kerzen zu kommen. Mein all time favorite ist „Abdel El Kader” mit Noten von frischer Minze, Ingwer, Limone und Apfel. Man glaubt auch, ein wenig Basilikum herauszuriechen. Ein dezenter, frischer Duft, der selbst Duftkerzenmuffeln nicht auf die Riechschleimhäute gehen sollte.
Blingbling zum Eincremen
Keine Weihnacht ohne Präsente, die irgendwie ratlos machen. Während an der amerikanischen Beauty-Marke Kiehl‘s mit ihrem Apotheken-Charme überhaupt nichts falsch ist, kann ich bei dieser 1-Liter-Körpercreme im Swarovski-Style gar nicht so oft „aua” rufen wie mir ihr Anblick weh tut. Dass die glitzernde Buddel auch noch über 2000 Euro auf die Preiswaage bringt, ist nur der finale Affront. No-go!
Mach mir den Andy (Warhol)
Ich bin ein großer Fan von Selfmade-Woman Laurice Rahmé und ihrem Parfüm-Projekt Bond No. 9, dass allen Vierteln New Yorks eigene Duftkompositionen widmet. Mittlerweile sind aber auch zusätzliche Linien entstanden, etwa die Warhol-Kollektion, von der es mit „Andy Warhol” nun ein neues Produkt gibt. Diesmal ist Androgynität der rote olfaktorische Faden - und ein Mix aus Unruhe und Erotik. In Zutaten übersetzt heißt das u.a.: Bergamotte, Pfirsichsaft, honigsüße Rosen, Pflaume in Alkohol, Vanille und Sandelholz. Ein echter Statement-Duft, doch wer will schon immer die Zitrusfrische von der Stange?!

Der Männer-Shopper vom markanten Mark
Lange habe ich mich gegen den Dauertrend zu großen Taschen für den Herrn gewehrt. Wollen wir Kerls etwa auch drei Stunden nach dem Haustürschlüssel suchen wie die girls? Doch diese tote bag aus cognacfarbenem Leder von Marc by Marc Jacobs hat mich dann doch für sich gewonnen. Man(n) muss sie ja nicht ganz voll packen ...
Dear „Mo Bros”, der Bart muss ab!
Zum Abschluss noch eine Info an alle Männer, die im „Movember” ihren Schnurrbart wachsen ließen und damit ein Zeichen gegen den Prostata-Krebs setzten. So klasse ich eure haarige weltweite Charity-Aktion auch finde (!), es ist langsam an der Zeit, den Nudelsuppen-Filter über eurer Unterlippe zu stutzen oder abzurasieren. Bärte machen nämlich vor allem eins: älter. Da kann mich auch keine Plakatwerbun noch so angesagter fashion labels täuschen, der Pornobalken „schenkt” euch locker zehn Jahre. Wollt ihr das wirklich? Freut euch - mehr oder minder glattrasiert - lieber auf den Movember 2013. Danke.
Fotos: Fotos: Bond No. 9, Net-a-Porter, Kiehl's, Cire Trudon, Dior, Le Printemps, Commes des Garçons (2), Maison Martin Margiela/L'Atelier d'exercices, Howa/nunon.de
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

