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This Month in Style: Waiting for the (R)Evolution

This Month in Style April 22, 2013

Keine Ahnung, wie oft ich in den letzten Wochen in meiner Inbox vom Frühling gelesen habe. Lesen musste. Der sei ja bald da, hieß es. Es blieb jedoch bei maximal acht Grad. Dann, zögerlicher: Er käme sicher bald. Es würde nicht mehr lange dauern ... Ein Wunder, dass keine E-Mail nach dem Öffnen „Veronika, der Lenz ist da” trällerte.

Dabei wartete ich auf Wichtigeres als Krokusse, Vogelgezwitscher und den ersten Espresso im Freien: neue Schnitte, Farben, kreative Köpfe, innovative Label - kurz: eine „Spring Fashion Revolution”. Nicht zu viel verlangt, oder?! Doch wie bei den Gänseblümchen im Vorgarten musste man dafür gaaaaanz genau hingucken. Habe ich gemacht und präsentiere euch meinen persönlichen April-Rückblick.

Let‘s get started zu den beats von DJ Love aus Dallas: „Waiting for a Revolution”

Like China in My Hand
Nein, gemeint ist nicht der boomende Luxusmarkt in Fernost, sondern Gucci-Mutter PPR. Der Konzern möchte sich nämlich ein Porzellanhaus zulegen. Und zwar nicht irgendeines: Von den Schüsseln, Tellern und Tassen der Manufaktur Richard Ginoris - 1753 in Florenz gegründet - speisten die High Society - und der Papst. Klappt alles, dann soll es bald auch feinstes Gucci- Geschirr geben. Und wo wir gerade beim Firmen-Shopping sind: Der Juwelier Pomellato (inkl. der Kids-Linie Dodo) soll auch bald zu PPR gehören. Noch keine News dazu, ob uns Schauspielerin Tilda Swinton als Pomellato-Werbegesicht erhalten bleibt. Ich hoffe doch!

Flashback
Als der juristische Teil des Dramas um Ex-Dior-Diva John Galliano weitgehend abgeschlossen war, tauchte der Designer ab. Und dann wieder auf. Als Schneider des Hochzeitskleides von Kate Moss. Kürzlich machte er in Manhattan auf sich aufmerksam - als Hospitant bei Oscar de la Renta. Vermittelt hatte das „Praktikum deluxe” Anna Wintour. Nun geht Galliano unter die Lehrer: An der Parsons The New School of Design in New York unterrichtet er bald eine Master Class unter dem Titel „Show Me Emotion”. Dass er das gut kann, wissen wir ja.

Ja, ich will
Eine erste Entdeckung des Frühlings war für mich die kanadische Accessoire-Marke Want Les Essentiels de la Vie. Langer Name, tolle Taschen! Bereits 2006 starteten die Zwillinge Byron und Dexter Peart (s.u.) mit ihren so praktischen wie eleganten bags für Laptops und iPads, mit Weekendern, Visitenkartenetuis und Handschuhen.


Kein Wunder, dass die Designs „sitzen”: Die Brüder halfen mit ihrer Kreativagentur bereits Acne, Nudie Jeans und Filippa K, in den USA Erfolge zu feiern. Jetzt schalten sie selbst einen Gang rauf: Der erste Pop-up-Store öffnet im Mai im The Standard Hotel Hollywood seine Tür, im Herbst folgt ein Online-Shop.

Auf dem Olymp
... seines Schaffens ist Designer Riccardo Tisci angelangt. Vielleicht auch nur auf einem Zwischenplateau, denn ausgepowert wirkt er keineswegs. Sein Herbst und Winter 2013 für Givenchy (Foto) riss Laufstegpublikum zu Beifallsstürmen hin, schon seit Jahren gilt Tiscis Stilwelt mit ihren (kleidsamen!) Attacken gegen den Status Quo als genial. Passend, das Riccardo Tisci Gastgeber des hochkarätigen Balls ist, mit dem das Metropolitan Museum of Art die Ausstellung „Punk: Chaos to Couture” eröffnet. Tisci über die Punk-Bewegung: „Ich weiß, dass ich schöne Mode für eine Show entwerfen kann. Aber warum nicht die Leute gleichzeitig etwas zum Nachdenken anregen? Das ist für mich Punk. Eine Lebenseinstellung - frei sein, ehrlich sein.”

Zerbrechlich stark
So langsam spürte ich sie nun, die vibes von Aufbruch und Neuerfindung. Ein fantastisches Beispiel dafür ist die Schmuckkunst von Nadja Marcela König. Ihr Label Namami verbindet Romantik mit Futurismus. Etwa in der Kollektion „Anthems to the Fading”, eine Ode an das Vergängliche. Zarte Papiergebilde hat die Designerin (Escada Sport) mit einem Spezialkunststoff überzogen, der die filigrane Gestalt erhält und das Mini-Origami haltbar macht. Modern und märchenhaft!

Vroooooom!
Der italienische Malenotti-Clan bleibt der biker fashion treu. Nach Belstaff, im letzten Jahr verkauft an den Konzern hinter Calvin Klein, wollen die umtriebigen Brüder Manuele und Michele jetzt mit der britischen Motorradmarke Matchless modisch Gas geben. Neben kernigen Lederjacken für Ladys und Gentlemen soll es sogar ein neues rasantes Zweirad geben, denn motor bikes stellt die einst legendäre PS-Schmiede schon seit 1969 nicht mehr her. Erstmal durfte jetzt Fotograf Terry Richardson ran, für den sich Kate Moss auf einem Oldtimer räkelte, den einst Marlon Brando fuhr. Ab Juni ist diese Kampagne weltweit zu sehen.

P.S. Soll sich Heidi (Klum) doch mit den Topmodels abplagen, dachte sich Claudia Schiffer vermutlich, ich übernehme den Designnachwuchs. Ab nächster Woche dreht das 42- jährige Supermodel für ProSieben das Reality-Format „Fashion Hero”, bei dem Nachwuchs-Modeschöpfer um ihre große Chance kämpfen. Ich bin gespannt, ob Schiffer uns ihren ersten Moderationsausflug vor 18 Jahren vergessen macht. Die Talkshow „Close up” überlebte damals nicht einmal die erste Folge ...

Wir lesen uns in vier Wochen.

Stay stylish!

Fotos: Givenchy, Dior, Araks, Namami, Matchless, DJ Love, Richard Ginori, Want Les Essentiels de la Vie

By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

This Month in Style: March Madness - Accessory Edition

This Month in Style March 27, 2013

In den USA kämpfen derzeit College-Basketballer um Ruhm, Ehre und Twitter-Follower. Und während das männliche Amerika kein Spiel der „March Madness” verpasst, können die Girls und Ladys endlich ungestört online shoppen.
Beispielsweise bei Victoria Beckham, deren neue Web-Boutique gerade ihre virtuellen Türen öffnete. Noch begrüßen die Kundin auf victoriabeckham.com allerdings unscharfe bildschirmfüllende Videos, aufgenommen mit einem Blackberry von 1995. Dabei sagte Victoria doch ELLE.de jüngst dies: „Ich habe schon sehr lange an dieser Website gearbeitet.” Zeit also für eine weitere Nachtschicht, würde ich sagen. Und für alle, die noch nie im im WWW bestellt haben, erklärt La Beckham kurz noch, wie‘s geht: „Ich kann jederzeit von überall online shoppen und die Bestellung wird überall hingeliefert.” Ja, schon toll dieses Internet. 

In other news: Statt mit Mode machen die meisten Luxuslabel nach wie vor das meiste Geld mit Handtaschen und Parfüms. Auch dank Victoria Beckham, die 100 Birkin Bags von Hermès besitzt, zu Kaufpreisen zwischen 5000 und 100.000 Euro. Shocking, die Zeit der omnipräsenten LV-Logos und Schachbrett-Muster bei Louis Vuitton könnte bald vorbei sein. Der Nobelkonzern denkt angestrengt nach, etwas subtiler mit seinen Insignien umzugehen. Davon zeugte bereits die letzte Show von Vuitton-Designer Marc Jacobs, bei der man die Erkennungsmerkmale vergeblich suchte. Selbst im rasant wachsenden chinesischen Markt nämlich würden Fashionistas plakative Marken allmählich ausmustern. Wie durch einen magischen Zuffall sind mir auf meinem Ritt durch die taufrischen Accessoires des nächsten Herbstes keine Label-Embleme in die Hände gefallen. Und wenn, dann very understated. Als Service für Stylenotes-Leser habe ich mich nächtelang durch die wichtigsten Neuheiten geklickt und meine „Beute” nach den wichtigsten Themen sortiert. Let‘s get accessorized!

MIX & MATCH: Bei Prada wird das Muster italienischer Bistro-Tischdecken zur It-Bag, Ralph Lauren widmet sich mit spanisch-mexikanischer Ornamentik ebenfalls dem flirrenden Süden und Dries Van Noten haben es zart skizzierte Vögel und Schmetterlinge angetan. Moderner wirken der florale Print bei Tabitha Simmons und die „lauten” Streifen der Pythonkurzstiefel von Givenchy. Wir merken uns: In der richtigen Dosis bleiben Muster hot. Und bewundern insgeheim die Designer dafür, dass sie immer neue Dessins aufspüren.
UNDERSTATEMENT: Schwarz, Grau und Weiß bilden die Palette für alle, die es modisch diskreter mögen. Langeweile muss dabei keineswegs aufkommen, wie die zarten Leder„federn” am Vuitton-Heel, die strenge Grafik der Tod‘s-Tasche und die winzigen Pailletten an der Armani-Sonnenbrille beweisen. Ebenfalls top: Alexander Wangs Version einer unwiderstehlich schlichten Business Bag. Wir merken uns: Mauerblümchen-Farben haben Rampenlicht-Potenzial!
FUTURISTIC FUN: Die Zukunft ist jetzt, zumindest bei diesem Accessoire-Quartett! Die Raute als Ringschmuck (Khai Khai Jewelry), kühl-sportive Eleganz bei den sunglasses von Céline und wie Computerchips schillernder Besatz auf einem Keilabsatz-Modell von Tory Burch (mit neuem deutschen! Online-Shop). Nice: die Ohrringe von Dannijo, die wohl Aliens gebastelt haben. Wir merken uns: Schluss mit der Retro-Zukunft à la Paco Rabanne, her mit den Fashion-Visionen anno 2050.

GOLDEN AGE: Früher war alles vielleicht nicht besser aber definitiv glamouröser. Denkt der Betrachter beim Anblick dieses kunstvoll gefertigten Trios von drei Marken, die in Details ebenso verliebt sind, wie William in Seine Kate. Und Prinz Harry in das sündige Las Vegas. Wie aus Gold geschnitzte Absätze machen die Pumps von Designerin Charlotte Olympia zum Hit, Oscar de la Renta huldigt mit einer Brosche dem Art Déco und das Label Thale Blanc gehört nicht nur wegen dieser aufwändig verzierten Abendtasche auf eure watch list. Wir merken uns: Der Glam von einst hat nichts von seinem Glanz verloren.
CHAMELEON CHIC: Nie zuvor in der Modegeschichte war es möglich, so viele unterschiedliche Materialien auf einem Accessoire zusammenzubringen. Kuhfell, verschiedene Nieten und weitere Lederakzente bei Christian Louboutin - und Pelz, der in Mini-Paillettenfransen übergeht, im Falle der Fendi-Clutch. Wenn (technisch) alles geht, muss der Designer allerdings hochkonzentriert bleiben, sonst wird aus everything goes schnell mal ein No-Go. Wir merken uns: Gewagte Kombinationen aus Stoff + Leder + X machen Accessoires zum Hingucker - wenn der Rest des outfits schlicht bleibt.
CARS AND THE CITY: Frauen entscheiden über rund 80 Prozent aller Autokäufe - direkt oder indirekt, also durch gekonntes Beeinflussen ihrer Beaus. Und ob für Selbstfahrerinnen (mit Retro-Handschuhen von Tommy Hilfiger) oder „Taxi!”-Süchtige (Yellow Cab Peeptoes von Kate Spade) - die Modewelt hat natürlich das passende Stil-Zubehör parat. Wir merken uns: Abgefahrenes zum Abfahren ist ein Trend mit Wachstumspotenzial!
PROMI-PROJEKTE: Das hartnäckige Vorurteil, wonach Stars und Sternchen sich gern als Modeschöpfer beschäftigen, wenn die Karriere schwächelt oder das Geld lockt, trifft auf diese jungen Damen einmal nicht zu. So ist Süßwaren-Unternehmerin Dylan Lauren (Ralph ist ihr Daddy) dick im Geschäft und möchte mit ihrer Bonbon-Tasche für LeSportSac einfach bunte Farben ins Straßenbild bringen. Und die Bekanntheit ihres Ladens steigern. Und dass sich Schauspielerin, Sängerin und Model Zoë Kravitz langweilt, kann man kaum behaupten. Also entwarf die 23-Jährige kurz mal für (und mit) Swarovski Crystallized eine Capsule Collection, die von ihren Reisen nach Indien und Marokko inspiriert ist. Wichtigster Schmuckstein der Linie: der Türkis. So, wer unter diesen Vorschlägen nichts gefunden hat, dem kann ich (in dieser Kolumne) auch nicht helfen. Allen anderen wünsche ich frohes Shoppen und freue mich auf ein Wiederlesen in rund vier Wochen. Bis dahin: Stay stylish!
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!
Fotos: Guy Aroch/Swarovski Crystallized, LeSportSac, Kate Spade, Tommy Hilfiger, Givenchy, Prada, Ralph Lauren, Christian Louboutin, Fendi, Thale Blanc, Charlotte Olympia, Oscar de la Renta, Cßeline, Khai Khai Jewelry, Dannijo, Tory Burch, Giorgio Armani, Tod‘s, Alexander Wang, Louis Vuitton, Dries Van Noten, Tabitha Simmons, Voctoria Beckham, NCAA.com

Männer-Mode-Madness: Wilde Herren-Kollektionen jenseits des Mainstream

This Month in Style February 27, 2013
 

Trotz vieler Laufstegshows for men dominierten die Damen den Mode-Monat Februar: Ob Gucci oder Pucci, Prada und Max Mara, Berlinale-Glamour oder Oscar-Roben - überall neue Kleider, it bags und betörende Blickfänger. Wie gesagt, für Frauen.

Ja, auch Männermode gab‘s reichlich zu sehen in New York, Paris, London und Mailand. Doch wie in den Läden, wo Garderobe pour homme meist in den Keller, pardon: das Untergeschoss verbannt wird, war auch in der Presse nach Calvin Klein, Giorgio Armani, Jean Paul Gaultier und Louis Vuitton Schluss. Der Rest versendete sich.

Deshalb widme ich diese Folge von This Month in Style auf Shopstyle by Popsugar einigen Designern, die radikal ihren eigenen (Stil-)Weg gehen und mit ihren Entwürfen klassische Rollenmodelle aufzubrechen versuchen. Mal subtil, mal plakativ oder gaaaanz düster. Also Scheuklappen ablegen, Neugier auf die höchste Stufe schalten und den Blick rechts und links von der Mitte schweifen lassen. Wir starten!

Früher war alles anders. Vielleicht nicht besser aber wenigstens säuberlich sortiert. Da waren zum einen die Herrenschneider, deren Innovation in neuen feinen Stoffen und raffinierten Schnitten lag. Dann die Designerlabel, die mutiger definierten, wie Männer zukünftig aussehen und sein sollten, jedoch ebenfalls vor allem Anzüge zeigten. Und schließlich die Avantgardisten, die Kleidungsstücke demontierten und à la Frankenstein neu zusammenfügten. Schließlich noch die Street- und Sportswear, besessen von Hightech-Fasern, textiler coolness und bunten Farben.

Solch starre Grenzen gibt es längst nicht mehr. Zweireiher dürfen auch aus Neopren und neonorange sein, während moderne Denimmarken mit der Seriosität des feinen Zwirns und seiner Silhouetten liebäugeln. Sneaker zum Smoking, Daunenjacken aus Tweed, ökologisch korrekte(re) Mode ganz ohne Vollkorn-Flair ... You name it, they‘ve got it.

Einige der in meinen Augen auffälligsten Label für den Trend weg vom Trend seht ihr jetzt:

NEW YORK

Alexandre Plokhov

Der gebürtige Russe war vor dem Start seiner eigenen Linie lange Jahre bei Versace und davor eine Hälfte des Design-Duos Cloak. Die Vorliebe für italienische Handwerksqualität hat Plokhov, der in Manhattan lebt, sich bewahrt. Doch erst als sein eigener Boss kann er sein Faible für die schaurige Schwarz/Grau-Palette richtig ausleben. Plokhov zeigte runde Schultern, voluminöse Hosen, Mäntel mit Fledermausärmeln und Materialien wie gekochte Wolle und mehrfach gefärbte Oberteile.

Für Fans von Gruselautor H.P. Lovecraft und subversivem Gothic-Pop. 


Siki 

Scharf wie ein Rasiermesser waren nicht nur die Frisuren des Labels Siki, sondern auch die Schnitte und Farbkombinationen. Der Designer Siki Im, vor zwölf Jahren von Köln nach New York emigriert, spielte mit den Proportionen, setzte Capes und „Schürzen” ebenso ein wie hohe Krägen, Parkas und Leder.

Für Fans von Technobeats und Johnny Depp.

Hood by Air 

Das Kind im Mann stand im Mittelpunkt der Kollektion von Shayne Oliver, in der er sich mit edel interpretierten Ghetto-Insignien, Tribal-Details und Hiphop-Sweatern austobte.

Für Fans von "Der Prinz von Bel Air"

Band of Outsiders 

Man muss die herrlich nerdige Mode von Scott Sternberg, mastermind hinter Band of Outsiders, einfach mögen. Passenderweise inszenierte er seine Show in NYC als Schnitzeljagd, auf der die Models in passend schrägen Locations wie der Momofuku Milk Bar oder dem Lego Store „einfielen”. Der Look dazu: Cordsakkos mit leuchtenden Hemden darunter - und Krawatten, bedruckt mit einer U-Bahn-Karte.

Für Fans von Filmen wie "Superbad", "Moonrise Kingdom" oder "Napoleon Dynamite"

Jeremy Scott 

Von diesem enfant terrible, das sich ja auch schon im Dienste von Adidas um modische Schockeffekte kümmert, erwarten wir nichts anderes als Outfits, die endlos retweetet werden. Auch diesmal enttäuschte Scott sein Publikum nicht: Leo-Hosen, wilde Webpelz-Applikationen und immer wieder grimmig illustrierte Gesichter auf Pullovern und Jacken.

Für Fans von Spongebob und LSD

LONDON

Katie Eary 

Wäre Gianni Versace als Frau wiedergeboren worden, er hieße jetzt Katie Eary. Statt Medusa-Köpfen und güldenen Ornamenten setzte Eary allerdiengs auf laute Rosen-Prints auf Neopren-Motorradjacken und Sweatshirts - sowie T-Shirts mit gedruckten Haien.

Für Fans von Nicki Minaj und Dsquared2

 

MAN 

Ich hatte euch „schräg” versprochen, hier kommt super-schräg! Die Design-Kollektive MAN, angetrieben von Agi & Sam ließ diesmal stilistisch den britischen Adel gegen britische Bauern antreten. Aus beiden Gesellschaftsschichten bediente sich die Mode der zwei, die kreativ von Kollegen wie Craig Green (s. den Look „Holz vorm Kopf”) und Astrid Andersen (s. Look „Sporty Methusalem”) unterstützt wurden.

Für Fans vonInstallationskunst und Baumärkten

PARIS

  

Juun.J 

Der junge Koreaner ließ farbenfrohe Manga-Monster über Bomberjacken kriechen (Zeichnungen: Greg Simkins) und verausgabte sich fast bei den elfenbeinweißen Mänteln mit etlichen dicken Stoffschichten.

Für Fans von japanischen Comics und extrem warmer Garderobe

Tillmann Lauterbach 

Vor eigenen Bildern zeigte der Deutsche seine konzentrierte Männermode in zartem Grau, Beigebraun und Terrakotta. Die Sakkos liehen sich Kimono-Attitüde, die Reißverschlüsse darf man bei Lauterbach deutlich sehen und die Filzmäntel wurden in Österreich gefertigt. Intellektuell, keine Frage, aber zugleich warm und zugänglich. P.S. Ja, Heiner ist sein schauspielernder Halbbruder.

Für Fans von Martin Marghiela, Jil Sander - und COS

Giuliano Fujiwara: Aus Schwarz auf Schwarz so viele spannende Experimente herauszukitzeln, dafür gebe ich Creative Director Sergio Daricello gern mal einen Espresso Macchiatto aus. Blazer mit „eingebauter” Lederweste sorgten ebenso für Überraschungen wie das edel-subversive Styling der Models.

Für Fans von "Matrix" und "Men in Black"

In einem Monat geht aus dann mindesten unisex wenn nicht gar mit einem Frauen-Special weiter.

Fotos: Getty, Juun.J, Band of Outsiders, MAN, Craig Green, Astrid Andersen

 By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

This Month in Style - 2013: Ready, Set, Fashion

This Month in Style January 29, 2013

Fashion Week in Berlin, Männerschauen in Mailand, Haute Couture in Paris und eine neue (alte) First Fashion Lady in den USA - das frische Jahr 2013 läuft modisch gesehen bereits auf Hochtouren. Also fasten your seatbelts, wir starten in einen rasanten Januar-Rückblick auf This Month in Style.

Schöner Sneaker Shoppen

Puh, Fashion Stores müssen sich so langsam wirklich ranhalten, um uns Kunden nicht komplett ans world wide web zu verlieren. Das hat auch Turnschuh-Gigant Adidas begriffen und testete jüngst in London Touchscreens, auf denen man sofort sehen kann wie ein bestimmtes Modell funktioniert, welcher Top-Athlet dafür wirbt, welche Farben und Größen auf Lager sind und vieles mehr. Ergebnis: Der Test-Laden verkaufte in zwei Wochen mehr Sneaker als drei Filialen ohne Touchscreen in sechs Wochen. Macht euch also bereit für eine wahre Bildschirmlawine in euren liebsten Boutiquen.

Fendi-Fontäne

Nachdem sich Tod‘s-Boss Diego della Valle finanziell großzügig an der Renovierung des Kolosseums in Rom beteiligt, zieht eine weitere italienische Marke nach. Ganze vier Jahre lang will Fendi viele der zerbröselnden antiken Springbrunnen in Rom zu restaurieren helfen. Den Anfang macht der berühmte Trevi-Brunnen. Fendi-Designer Karl Lagerfeld wird zudem mit der Kamera die Schönheit der bekannten und versteckten Fontänen für einen Bildband einfangen. Höhepunkt ist schließlich 2015 eine Modenschau vor dem Trevi-Brunnen, pünktlich zum 90. Fendi-Jubiläum. Bravo!

Helden in Strumpfhosen

Macht euch bereit für ein neues Trendwort, liebe Männer: „mantyhose”. Angelehnt an das englische Wort für Damenstrumpfhosen - „pantyhose” - sind die hautengen fashion pieces ein echter Wachstumsmarkt: Hersteller Emilio Cavallini (oben) beispielsweise steigerte den Umsatz mit den unisex tights von 2011 auf 2012 um satte 30 Prozent. Und auch die deutsche Firma Medi freut sich über die wachsende Beliebtheit ihrer teils formenden, teils komprimierenden Fashion-Linie ITEM m6 (unten). Vor allem bei um ihre Venengesundheit besorgten Business-Reisenden. Dank Hightech-Fasern und attraktiven Mustern sind die einstigen Stützstrümpfe also im Mode-Mainstream angelangt.

Kirkwood for Men

„Nicht ohne Nicholas”, betonen Sarah Jessica Parker, Sienna Miller und Michelle Williams, wenn ihr Stylist sich um die Highheels für ein Event kümmert. Und wie die drei sind viele Stars und Sternchen in Hollywood und Europa den originellen Schuhdesigns des Briten Nicholas Kirkwood hoffnungslos verfallen. Nachdem er die Damenwelt um den Finger gewickelt hat, sind nun die Männer dran. Doch keine Angst, nach den Strumpfhosen von eben folgen nun keine Pumps for him, sondern sechs klassische Herrenschuhformen - vom Budapester über den Smoking-Slipper bis zum businesstauglichen Sneaker. Der Style: „Mein perfekter Kunde ist Jamie Hince, der Guitarist von The Kills”, sagt Kirkwood. Das erklärt dann auch den Spät-Punk-Look seiner Modelle, die sich Farben und Dessins aus den späten 1970ern und frühen Eighties leihen. Der Preis für die in Italien gefertigten Edeltreter: ab 520 US-Dollar.

Quo Vadis, Couture?

In jeder Saison die gleiche Diskussion: Ist Haute Couture nun ein wichtiges Kulturgut, das es unter allen Umständen zu erhalten gilt, oder ein staubiges Relikt längst vergangener Glanzzeiten der Mode? Und wie immer fällt die Antwort vage aus: Jein. Also lassen wir das und schauen rasch auf die Pariser Haute-Couture-Kreationen für den Sommer 2013. Der Schneematsch setzte den aufwändig austaffierten Branchenstars in der front row mächtig zu, Taxis waren auch so gut wie nie zu bekommen. Dafür entschädigten die Laufstegschauen in der französischen Hauptstadt. Die teilen sich übrigens stets in zwei Gruppen: die großen Modehäuser in der einen und die renommierten Einzelkämpfer sowie kleinere player in der anderen.

Die wichtigsten Kollektionen im Schnelldurchlauf: Bei Chanel gelang es Karl Lagerfeld abermals, das Heute mit Cocos Erbe zu verbinden. Einige seiner Abendkleider, stark beeinflusst von den 30er und 50er Jahren, entstanden in über 2000 Stunden (!) Handarbeit.

 

Das Können von Jean Paul Gaultier (60) wurde in seiner langen Karriere oft unterschätzt. Vielleicht, weil dem Designer oft die spektakuläre Show und extravagante Schnitte (Männerrock!) wichtiger zu sein scheinen, als das Zelebrieren des Modehandwerks. Doch seine von exotischen Ländern wie Indien inspirierte Couture ließ keinen Zweifel daran, dass Gaultier zu den ganz Großen seiner Zunft gehört!

 

Für Dior bewies der Belgier Raf Simons, dass er ein Gespür für die Trends der Straße hat und dieses Wissen in eine frische, klare, modernisierte Couture-Mode umsetzen kann. Kritiker warnten allerdings, der Unterschied zur Prêt-à-Porter von Dior sollte deutlicher betont werden.

Noch gar nicht so lange ist Giorgio Armani mit seiner Haute-Couture-Linie Armani Privé in Paris dabei - und doch reißen sich Filmschönheiten in aller Welt darum, eine seiner Schöpfungen über den roten Teppich zu tragen. Und für glamourösen Nachschub sorgte Maestro Armani: ob Hosenanzüge, deren Westen rückenlos ausgeführt waren, oder die intensiven Farben und Muster. Glänzend, opulent, einfach Armani at his best.

P.S. Der heißeste Gossip am Laufsteg in Paris: Der von Dior geschasste Designer John Galliano wird mit US-Robenkönig Oscar de la Renta zusammenarbeiten. Ob als Creative Director oder bloß Hospitant ist noch unklar.

Handbag-Überholspur

Golden Lane heißt das neue Accessoire-Label von Chris Liu und Tibor Matyas - und ich empfehle euch dringend, ihre von bekannten Londoner Stadtteilen inspirierten Taschen-Kreationen auf eure wishlist zu setzen. Praktisch: Alle Modelle von Golden Lane verfügen über zwei separate Fächer und machen das Organisieren eures stuff so kinderleicht. Und auch für Männer haben die zwei Designer eine eigene Linie parat: Chris & Tibor tauften sie ihre markante Kollektion für Kerle. Extrem nice! Momentan gibt‘s die Handtaschen von Golden Lane bei Barneys New York, Luisaviaroma und Shopbop.

Vive La Vanity France

Das Magazin „Vanity Fair” bekommt im Juli eine französische Schwester. Und die wird ganz schön teuer: Immerhin 15 Millionen Euro lässt sich der US-Verlag Condé Nast („Vogue”, „GQ”) die Geburt kosten. Ich hoffe, dass es dem Pariser Ableger besser ergeht als dem deutschen „Vanity”-Versuch ...

Bloß nicht 0815

Nachdem United Colors of Benetton 2011 Staatsmännern Knutschflecken verpasste und im letzten Jahr den „Arbeitslosen des Jahres” wählte, geht es in der neuen Kampagne fast brav zu. Aber auch nur fast. Benetton ist schließlich Benetton. Diesmal sind es mehr oder weniger bekannte Models, die ihr Gesicht von Fotograf Giulio Rustichelli ablichten ließen. Darunter Alek Wek, die sich für Flüchtlinge einsetzt. Das Transsexuelle Model Lea T aus Brasilien. Die Tunesierin Hanaa Ben Abdesslem, eines der seltenen muslimischen Models in der Industrie. Aus Deutschland ist Mario Galla mit dabei, der trotz Beinprothese Catwalk-Erfolge feiert. So lief Galla beispielsweise 2012 für Designer Michael Michalsky - in Shorts. Außerdem sind auf Plakaten zu sehen: Elettra Wiedemann, Tochter von Isabella-Rosselini, und Kiera Chaplin. I like!

Tell Us Teller

Das Schlusswort meiner Kolumne überlasse ich diesmal nur zu gern Star-Fotograf Juergen Teller. Der antwortete kürzlich auf die Frage des Magazins „AnOther” worauf er in seiner Arbeit stolz sei: „Wenn ich eine Idee habe, sie umsetze und das Ergebnis mag.” Wie bei diesem Foto mit dem Namen „Mother with Crocodile, Bubenreuth, Germany 2002” ...

In diesem Sinne wünsche ich euch funtastische vier Wochen bis zur nächsten Folge von This Month in Style. Stay stylish!

P.S. Wenn ihr mehr über die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin erfahren möchtet, dann empfehle ich euch meine Reports für die offizielle App der Modewoche. Klickt euch einfach durch Tag 1, Tag 2, Tag 3 und Tag 4.

Fotos: Adidas, Benoit Peverelli/Chanel, Chanel, Dior, Emilio Cavallini, Fendi, Golden Lane, ITEM m6, Juergen Teller, United Colors of Benetton

By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 4 - Siems Luckwaldt: Irgendwo ist immer Sommer

JUGEND-STYLE

Sie arbeiten emsig weiter an ihrer Handschrift, die Designerinnen Cimen Bachri und Derya Issever von Issever Bahri. Und ihre türkischen Wurzeln bleiben ein wichtiger Quell ihrer Mode. Wie die vergessene Epoche des Jugendstils in der Metropole Istanbul, der das Duo diesmal sowohl gerade Elemente wie auch fließende Formen entlehnten. Ob ganzes Kleid (mit oder ohne Unterkleid) oder dezente Kragenpaspel - hochwertigste Häkelarbeit ist es, die Issever Bahri ein Alleinstellungsmerkmal sichert. Die Garne variieren und erzeugen eine ganz eigene Spannung und Vielfalt, mal Alpaca, dann Samt oder auch Leder. Am Saum oder mitten im weit geschnittenen Pullover. Die Farben schwelgen in Dunkelgrün, Lavendel und finden in Schwarz ihren Ruhepol. Gut, komplett gehäkelte Hosen muss man sicher mögen, oft sehen tut man sie jedoch nicht. Schade eigentlich!

IN LOVE WITH INGMAR 

Die Rumänin Irina Schrotter ist einer meiner persönlichen Lieblinge. Seit der letzten Saison entwirft sie gemeinsam mit dem Avantgardisten Lucian Broscatean und auch diesmal stand ein intellektueller Ansatz hinter der Kollektion, der Film „Persona” von Ingmar Bergman. Wie die zwei Protagonistinnen in dem Psychodrama standen alle Outfits unter Hochspannung. Selbst die Haare der Models waren statisch aufgeladen! Reduziert auf Schwarz, Weiß und Grau schienen Teile eines Kleides oder Pullovers ausbrechen zu wollen, verließen die übliche Form, etwa als seitliche Ausstülpung. Bodenhaftung verlieh der grobe Schmuck aus Silber und Holz in geometrischer Form und Schaffell-Gamaschen auf Highheels. Die Musik: gespenstisch!

IS‘ WAS DOC?

Bekannt wurde die Ärztin Andrada Ona durch Mützen mit Pelzbommeln, die nach Chirurgenart vernäht werden. Jetzt wagte sie sich mit ihrem Label Zoe Ona, benannt nach ihrer Tochter, auf den Laufsteg - mit einer ganzen Kollektion Damenmode. Vor prominentem Publikum wie Lily und Boris Becker zeigte Ona vor allem überzeugende Strickmode und Ausflüge ins „ernste Fach”, also day- und eveningwear. Erfrischend: Bei allgegenwärtigem Schwarz auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin war ihre Farbpalette angenehm abwechslungsreich. Ebenso die Musik: Live von den Meystersingern und vom Band von Adele über Hildegard Knef bis Tony Christie.

HOLIDAY DELIRIUM

Designerin Miranda Konstantinidou zeigte neben ihrer riesigen (Mode-)Schmuckkollektion auch ihre Resort- und Wintermode. Die Themen: „Space Nights” und „Always Summer Somewhere”. Wie eine psychedelisch ausufernde Poolparty auf Ibiza könnte man den Farben-, Muster- und Formenrausch beschreiben, der dann in zwei Showblöcken auf uns einprasselte. Strassverzierte Metallhandschuhe, Gitterbrillen, Bienenkorbfrisuren, Tops aus Plastikschuppen, immer wieder Drucke zwischen Versace-ähnlichem und LSD und Loungewear-Mäntel aus dünnem Samt. Ganz geflasht von der Show in der front row: Minu Barati-Fischer, Franziska Knuppe, Tita von Hardenberg, Patrice, Sarah Kuttner, Boris Becker und Barbara Herzsprung.

REDUCED TO THE MAX

Eigentlich ist unwichtig, dass die junge (und gerade schwer bejubelte) Designerin Anne Gorke aus Weimar stammt, der Bauhaus-Stadt. Irgendwie aber auch nicht, denn die form follows function Philosophie der berühmten Designschmiede von Walter Gropius ist durchaus in Gorkes Fashion-Week-Premiere spürbar. Ein goldenes Beige, ein warmes Dunkelblau und- natürlich - Schwarz genügten der Newcomerin für ihre No-Nonsense-Outfits. Vom Faltenrock aus schwerem Leinen, Hotpants bis zu schlanken Kurzkleidern, die wie unsichtbar aus bis zu drei Farben und Materialien zusammengefügt waren. Sehr gut verarbeitet war das! Dazu schwere Dr. Martens, obgleich diese Kollektion keine zusätzliche Erdung brauchte. David Lynch, dessen Stimme vom Band sang, hatte recht: „Good Day Today” für Anne Gorke. 

LA VIE BOHÈME

Der gebürtige Bulgare Vladimir Karaleev hatte zwar auch schon zuvor vereinzelt Männerteile gezeigt, doch diesmal bedachte seine Kollektion beide Geschlechter fast gleichmäßig mit starken Farben und dekonstruierten, rohen Details. Highlights: ein Kleid mit einem angehängten halben Jacket, die kraftvollen Blautöne der Menswear (u.a. gemodelt von Alexander David Kern), der mutige Materialmix und die offensichtliche Evolution in Karaleevs Geschick, das Konzeptionelle seiner Mode noch raffinierter zu „verstecken”. Ärmellos, ungesäumt und dreilagig - so könnte man die New Urban Bohème à la Karaleev zusammenfassen.

DÜSTERE ROMANZE

Zwischen Himmel und Hölle schien Dawid Tomaszewski seine Models platziert zu haben - darauf deutete nicht nur das ausgefeilte Licht-Schatten-Design seiner Show hin. Auch seine Entwürfe, die zum unheilvollen Sound von „Canto Ostinato” (Kees Wiering & Polo de Haas) präsentiert wurden, verströmten jene fesselnde Melancholie, für die der Designer mittlerweile berühmt ist. Wuchs hier eine schwarze Seidenblume aus einem Kleidoberteil, war zuvor durchsichtiger Kunststoff als Bustier eingesetzt und das untere Drittel eines Rockes mit Gummi beschichtet, das wie Teer aussah. Lange - natürlich schwarze - Handschuhe aus Leder mit Lasercuts, Kleider wie Priesterroben aus dem Mittelalter und aufwendiger 3D-Strick - die im Pressetext angegebene Inspirationsquelle Portugal war für Dawid Tomaszewski offensichtlich extrem ergiebig.

VERSPRECHEN GEHALTEN

Das Markenuniversum von Michael Michalsky wächst und wächst. Das Schöne: Er vernachlässigt die Mode nicht. Vor allem die Männershow im Rahmen seiner berühmten Michalsky StyleNite hat mich schwer begeistert. Knackig sitzende Ein- oder Dreiknopf-Sakkos zu Hosen mit tiefem Schritteinsatz zu kombinieren, ohne dass es nach, pardon, Ghetto aussieht - das macht dem „King of Casual Businesswear” einfach keiner nach. Nur Michalsky kommt weg mit Hut, Mantel, Sakko, Krawatte und Hochwasserhose.

Zwar fehlte mir bei den Damen die sonst übliche Hingucker-Robe, doch auch so fiel die Kollektion for women grundsolide und mit leichter Hand entworfen aus. Gelungen: der omnipräsente Plastikreifgürtel, die breiten schwarzen Pinselstriche auf Mini und Hosenanzug, die Seidensatinhose mit Gummibund in Elfenbeinweiß und der nostalgisch anmutende, dezente Print mit  Zirkusakrobaten und Tänzern.

Insgesamt 54 Models hatte Michalsky verpflichtet, darunter Laufsteg-Debütant Jimi Blue Ochsenknecht, Esther Heesch, Antonia Wesseloh und Melina Martin. Meine zwei Promi-Highlights: Moderatorin Palina Rojinski in einem Ensemble aus Froschoberteil und langem Rock im Look einer bunten Computer-Tastatur - und Herbert Grönemeyer.

Was für eine Nacht: Zwei Fashion Shows, drei spezielle Prinzessinnenkleider inspiriert vom Disney-Film „Die fantastische Welt von Oz”, mitreißende Live-Auftritte von Sängerin Schmidt (Anspieltipp für euch: „Defenceless”!) und dem wilden schwedischen Duo Icona Pop ... Das alles wie am Schnürchen im Tempodrom zu inszenieren und anschließend noch eine rauschende Party zu geben, an die ich mich leider nur noch in Bruchstücken erinnern kann - dafür ist definitiv ein BRAVO fällig.

Fotos: Getty 
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 3 - Siems Luckwaldt: Mode für Bond-Girls, Braveheart & Schwanensee

Düster-romantischer Glamour bei Augustin Teboul, feinster moderner (!) Strick von 1913Berlin by Yujia und der lässig feminine Winter bei C‘est tout - auch der frühe Abend von Tag 2 der Mercedes-Benz Fashion Week hinterließ etliche Bilder auf der Blogger-Netzhaut.

A FAMILY AFFAIR

Doch eine Szene brannte sich dort gegen 20.30 Uhr unvergesslich ein: die zauberhafte kleine Tochter von Designerin Leyla Piedayesh (Lala Berlin), wie sie zum Finale der Show ihrer Mutter die Ehrenrunde auf dem Laufsteg drehte. Ganz allein, in Gold gewandet und enorm mutig, finde ich, vor all den Menschen und Kameras.

Zuvor hatte Piedayesh eindrucksvoll bewiesen, warum sie die Königin der Muster bleibt! Zum exotischen Klag von „Tabe Eshgh” von Hayedeh laufen die Models so schnell wie um ihr Leben. Und Look für Look entfaltet sich das Kaleidoskop aus Puderrosa, Orange, Rot und Schwarz auf Seide, Kaschmir und Angora. Toll: das Strickkleid mit Ledereinsätzen und die Hosen mit tiefem Schritt. Die Musik hat da längst  zu schrägen Clubbeats gewechselt, für das Berlin in Lala Berlin. Im Publikum erspäht: Heike Makatsch, Nora von Waldstätten, Michi Beck, Natalia Avelon, Fritzi Haberlandt, Jasmin Tabatabai, Bettina Zimmermann, Christiane Paul und Nadine Warmuth.

PARTY LIKE IT‘S 1995 

Vor einer gülden dekorierten Showbühne singt ein Tenor Classic-Pop, dann wechselt der wilde Soundtrack zu „Goldfinger”, „Hey, Big Spender” und, warum auch nicht ..., „Call Me Maybe”. Nein, Angst vor Stilbrüchen kennt Basler-Designchef Brian Rennie nicht. Und für seine Abendroben gilt wie immer: Erst wenn auch mit größter Mühe kein Kristall mehr am Satin oder Seidentaft befestigt werden kann, ist das Kleid perfekt. Gut, für ein paar edle Chopard-Juwelen war natürlich immer noch Platz. In der ersten Reihe dabei beim Treffen von Bond-Girl und Gala-Prinzessin im Hotel de Rome: Lilly Becker, Caroline Beil, Mirja du Mont, Dagmar Kögel, Vicky Leandros und Bonnie Strange.

LUXURY LIVES

Drei Farben Weiß zum Auftakt der Schumacher-Show, seit Jahren ein morgendlicher Genuss auf der Mercedes-Benz Fashion Week. Mit schwarzen Plüsch-Reiterkappen als Kopfschmuck marschieren die Models auf die Fotografen zu - und erneut heißt es ganz genau hingucken, welche Details Designerin Dorothee Schumacher in den Outfits versteckt hat. Ich finde: effektvolle Raffungen, die Taille betonende Zierabnäher, Pullover mit lasergelochten Ärmeln, edle Broschen und Armreifen im Nadelkissenlook und ein schwarzer Lammfellmantel mit weißem Pelzkragen. Musik u.a.: Dani Siciliano mit „Be My Producer”. Die baldige Eröffnung von zwei Schumacher-Boutiquen in China erklärt die sehr interessierte chinesische „Reisegruppe” in den Reihen.

KOOL 

„Wir haben gut zusammengearbeitet und ich konnte ihm noch den einen oder anderen Mode-Tipp geben”, sagt Topmodel Karlie Kloss über ihren Co-Star im Fashion-Film zum diesjährigen Kampagnenmotiv. Gedreht von Fotograf Ryan McGinley (Art Direction: Jefferson Hack) erzählt dieser von einem Katz-und-Maus-Spiel, das sich Kloss, ein 26-jähriger Schimmel und der Mercedes-Benz CLA im kalifornischen Nirgendwo liefern.

GRAFISCHES GOODBYE 

Für seine letzte (!) Kollektion für das deutsche Couture-Label Rena Lange blickte Designer Karsten Fielitz auf die Werke berühmter Maler. Fündig wurde er bei der konzentrierten Geometrie von Piet Mondrian, den effektvollen Pinselstrichen von Hans Hartung und dem Purismus eines Frank Stella. Die Lange-Klassiker - aufwendig gearbeitete Tweedjäckchen, Blusen und Kleider mit Bubikragen und subtile Trompe-l‘oeil-Effekte - traten in den Hintergrund um Platz zu machen für gelungene Patchwork-Techniken, butterweiches Nappaleder und rechteckige Clutches. Nett: die Jacketts mit voluminösen doppelten Revers, die gut herausgearbeiteten Kontraste bei Schwarz-auf-Schwarz-Stücken, die Zähmung komplett karierter Outfits und die Lederkrägen beim kleinen Schwarzen.

A SMALL STEP FOR MAN 

Schauspieler Joseph Fiennes und seine Frau schienen sich gut zu amüsieren auf der Reise zum Mond, auf die uns Laurèl mitnahm. Silber bestimmte große Teile der Collection, große Pailletten sorgten für den Hightech-Look und David Bowie sang von „Space Oddity” und Major Tom. Toll: ein Kleid aus kleinen Metallplatten und eine Robe aus Pailletten in Fischschuppen-Form, die oben mattiert und am Rock hochglänzend waren. Zwischendrin traf Fuchsia auf Rot, wir sahen rasierte Pelzjacken - und Barbara Becker mit Sohn Noah in der front row.

THAT‘S HOT

Präsentiert vom Magazin „Elle” und Gastgeber Mercedes-Benz zeigte der Japaner Yu Amatsu seine Kollektion „122 Grad Fahrenheit: Heat of Reaction”. Die Mode seines Labels A Degree Fahrenheit setzt in jeder Kollektion eine andere Gradzahl und deren physikalischen Effekt auf verschiedene Materialien um. Diesmal ging es ihm um das Rosten von Eisen und die Energie, die bei der Bildung von Eisenoxid frei wird - sofort wie langfristig. So wiesen die meisten seiner Kreationen asymmetrische Unterteilungen in zartbraune und schwarze Zonen auf, auch die Haare der Models waren zunächst toupiert und dann über die linke Schulter gebürstet und fixiert worden. Die Jersey- und Seidenstoffe wurden weitgehend fließend verarbeitet. Unter den Highlights: ein Monokini und die synthetischen Mäntel.

SCHWANENSEE

Die Show von Marc Cain in einem festlichen Saal des Hotel de Rome war dekoriert mit übergroßen Schwänen und Parkbänken als Sitzreihen. Dementsprechend fanden sich in der gezeigten Mode federähnlich verarbeitete Pelzdetails und zartes Eisblau. Aufgefallen sind mir: ein Mantel aus dicken weißen Wollfäden, die Mützen mit Schleier, ein Kristallleuchter- und See-Print und ein grasgrünes Outfit mit Polkadot-Bluse. Nur eine Frage: Strassbestickte Jeans - darf man das wirklich noch?

BRAVEHEART

Schottland muss Designer Marcel Ostertag wirklich „gepackt” haben, denn neben einem fröhlichen Papageienprint griff er zu verschiedene Tartanmuster und mehr Grüntönen, als die Highlands hergeben. Kaschmir und Jersey, abgesteppte Kurzjacken - warum eigentlich nicht? Für positive Energie sorgten die tracks „Kiss Like Dynamite” von Tyson und Kúra mit „Gógó”. Und jetzt geben wir zurück nach Balmoral Castle ...

ZWEITER BLICK 

Es gibt Kollektionen, die hauen sofort um, sind laut und mutig und unüber„hör”bar. Dann gibt es solche, die treten leise und bleiben blass. Michael Sontag gelang mit seiner Show der seltene Kunstgriff eines modischen Crescendos, das Look für Look eindringlicher wurde. Trotz gewohnt reduzierter Farbpalette aus Schwarz, meliertem Grau und Braun. Die raffinierten Drapierungen, die leichten Seidenstoffe, die Raffungen im Zentrum - das wirkte deutlich nach. Wie der famose Sound von Godspeed You Black Emperor mit „09-15-00” (mein absoluter Anspieltipp!). Geschmackssache: die mit goldenem Glitzerstaub bedeckten Pumps mit abnehmbaren Zipper-Stulpen.


JENSEITS VON AFRIKA 

Designer Guido Maria Kretschmer schweift gern in die Ferne, wenn er an einer Kollektion arbeitet. Diesmal zog es ihn nach Afrika - und die edle Ethno-Reise geriet zum Augenschmaus. Vor allem die zig Roben zum Schluss, für die ihn deutsche Promis wie Jette Joop, Bettina Zimmermann, Maren Gilzer und Nazan Eckes lieben - überzeugten mehr denn je: Fellprägung mit Gold, Schlangendrucke, tribal prints, satte Brauntöne und üppige Stickereien. Filmkomponist James Newton Howard legte den Klangteppich für die Models mit ihren turmhohen Afro-Perücken und langen Wimpern. Noch eine Premiere: die Models trugen die ersten Stücke der Kretschmer-Kollektion für Schuhhersteller Högl aus Österreich.

TOP OF THE STARS

Verpflichtet, ein wenig Hollywood an die Spree zu jetten, ließ es Hugo Boss bei der Show seiner jungen Linie HUGO promimäßig krachen. Edward Norton, Rene Zellweger, Moritz Bleibtreu, Jasmin Tabatabai, Pixie Geldof und Eddie Redmayne („Les Misérables”). Und vermutlich habe ich einige übersehen.

In einer Fabriketage der ehemaligen Berliner Opernwerkstätten gewohnt minimalistisch inszeniert sahen wir zunächst (Kunst-?)Lederjacken und Mäntel in Betongrau und mit futuristisch ausgestellten Doppel-Schultern à la „Starship Troopers”. Dann brachte HUGO das „out” zurück in die cut-outs, denn bei einigen Damenkleidern (teils mit blaulastigen Kaleidoskop-Drucken) fehlten effektvoll gleich ganze Quader im Stoff - oder auch in der Taille. Die Oberfläche nahezu aller Outfits blieben eher mattiert, als dominierende Farbe bei den Herren empfahl sich ein stumpfes Weinrot.

Fotos: Getty
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MBFW Tag 2 - Siems Luckwaldt: Girls Just Wanna Have Fashion!


FLASHBACK

Ehe wir Tag 2 beginnen können, ein wichtiger Nachtrag von gestern - das 10. Saison-Jubiläum von Kilian Kerner. Als sich vor der Show Mireille Mathieu singend von der Akropolis verabschiedet, nimmt die Chanteuse das Styling der Models voraus. Ob Mann oder Frau, alle tragen Mireilles Bob. Und natürlich die Herbst/-Winter-Kollektion des gebürtigen Kölners. Untermalt vom live act Tunes of Dawn, die auch ein Lied aus Kerners Feder performen, gefällt vor allem die Männermode. Über die gibt es eigentlich immer gleich Gutes zu berichten: perfekte Hosenschnitte, wie angegossen sitzende Sakkos - alles, was man(n) braucht. Ob transparente Vinylmäntel, 3D-Tops aus Leder oder funky Lunchbag-Handtaschen, auch die Damen hatten Grund zur Freude. Stirnrunzeln dagegen bei einem zylindrischen Reifrock aus gestapelten Stofflagen. Solche Leistungsschau-Stücke hat Kerner gar nicht nötig. Vielleicht sollte er sich den eingestrickten Spruch (s)eines Pullovers zu Herzen nehmen: „I think too much”. Anyway, happy birthday, KK!

Während zu später Stunde dann gleich drei rumänische Designer ihre Mode zeigten (u.a. Stephan Pelger), nutzte ich die Gunst der (ruhigen) Stunde für den Bericht von Tag 1. Im Hotelzimmer rasch noch ein paar Fotos beschriftet und ein Glas Weißwein aus der Minibar. Kleine Freuden. Doch jetzt rasch „weitergeblättert” zum Mittwoch am Brandenburger Tor.

HIDDEN GEMS 

Es ist stets eine treue Fan- und Kundinnengemeinde aus dem In- und Ausland, die die Ränge von Anja Gockels Modenschau füllt. Der Hahn, dessen Krähen den Startschuss gibt, hatte heute allerdings verschlafen, es war eher zwanzig nach 10 Uhr als das Defilee farbenfroher Entwürfe begann. Gockels Mode bleibt nichts für modische Angsthasen, doch zwischen all den Farbexplosionen, dem Flaschengrün, dem Violett, den bunten Tweedjäckchen und Blumenprints steckten echte Perlen. Allen voran ein senfgelbes Wollkleid mit wunderschöner seitlicher Raffung, Samtkleider mit geometrischen Mustern und zweitem Layer aus halbtransparentem Tüll sowie dreieckige Ponchos mit color blocking.

Franziska Michael? Durch einen backstage Ausflug zu Anja Gockel leider verpasst. Im öffentlichen Bereich des Catwalk-Zeltes wickelt Micaela Schäfer die Fotografen um den Finger. Auf die Frage, von wem ihr Feder-Nieten-Outfit stammt, sagt die Irgendwie-Prominente bloß: „Das hat meine Stylistin ausgesucht.” Na dann.

FLAMING RED

Starke Kaufreflexe erzeugt die Show von Blacky Dress Berlin. Die Inszenierung zackig, die Schnitte z.B. der jeggings knackig, die Musik sehnsüchtig (u.a. „I wanna be your Man” von Willy Moon). Wir merken uns: den Haarteil-Pferdeschwanz trägt man jetzt im dezenten Kontrastton, die Lippen dunkelrot umrandet und Wolle im Farbton „Mystic Forest” gern in luxuriös fusseliger Mohair-Optik. Klasse: der flammend rote Hosenanzug mit Ton-in-Ton-Pullover. Wie ein rechter Haken von Regina Halmich, die in der ersten Reihe saß. Mein Musiktipp aus der Show: „Lovesick” von Lindstrom & Christabelle.


BRONZE LACE

Jorge González UND Bruce Darnell in einer Show? Na, da sollte ja zumindest kein Model stolpern bei Minx by Eva Lutz. Und das gute Karma der Model-Coaches wirkte. Auch im Publikum: die Schauspielerinnen Dennenesch Zoudé, Sabine Postel, Christine Neubauer und Sonja Kirchberger sowie die Moderatorinnen Caroline Beil und Annabelle Mandeng. Alle zusammen sahen sie im Finale Franziska Knuppe in einem traumhaften Kleid aus bronzefarbener Spitze.

GIRLS JUST WANT TO HAVE ...

Als Teenager der 1990er liegen mir Neonfarben natürlich sehr am Herzen. Und mit einem abstrahierten Leopardendruck als Untergrund machte das Label Barre Noire von Timm Süssbrich daraus wirklich einen modischen Frischekick. Und das Beste am Studio der Fashion Week ist, dass man als Fotograf und Blogger gleich fast ein eigenes Shooting daraus machen kann.

SIBERIAN GLAM 

Eisiger Wind fegte durch die Lautsprecher, man hörte Eis knacken. Nicht nur Jette Joop, Mirja Du Mont und Verena Kerth in der front row wunderten sich sicher, wie frostig die Kollektion von Designer Dimitrios Panagiotopoulos und seinem Label Dimitri wohl ausfallen würde. Kein Grund zur Sorge: Eine Dutt-Frisur mitten auf dem Kopf stolzierten viele der Models in üppigen Pelzen auf den Laufsteg. Viel spannender: der Inside-out-Mantel, der Uniformmantel in Eisblau und und das petrolfarbene Kostüm aus schwerem, kunstvoll verarbeitetem Leder. Auch ein Stretchkleid mit symmetrischem Print war gelungen, das violette Kleid aus Lametta-Fransen weniger. Hits dafür: die türkisfarbenen Rüschenkleider zum Schluss.

GREEN SHOWROOM

Eine Salonshow gediegenen Stils im Hotel Adlon Kempinski. Gern hätte man genauer gewusst, aus welchen Labels sich die gezeigten Outfits zusammensetzten. Besonders: ein grünes Kleid aus Wollfilz mit oversized Silhouette. Und die (Öko-?)Sonnenbrille! Mehr zum Event hier.



CATSUIT QUEENS

Das Design-Trio hinter Holy Ghost gibt einfach Vollgas. Auch diese Kollektion machte es leicht, sie zu mögen. Das erste Model wurde auf einem Hotel-Kofferwagen auf den Catwalk gerollt. An ihrer Figur lag‘s nicht, die Aktion war ein Showeffekt. Gesichtet u.a.: der Ochsenknecht-Clan minus Uwe und Minh-Khai Phan-Thi. „Where is my Man” fauchte Eartha Kitt im Showsoundtrack. Mit den Stretchkleidern (von oben bis unten gezipped), den fantastischen Catsuits in Seide oder Samt und einem Kauf-mich-Camelcoat aus nudefarbener Wolle und mit Oversized-Kragen dürfte einem Tête-à-tête zumindest modisch nichts im Weg stehen.

Fotos: Getty
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MBFW Tag 1 - Siems Luckwaldt: Get back in the groove, fashion people!

Aller Anfang ist ruhig. Das Brandenburger Tor und das Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin haben sich heute Morgen für eine leichte Schneedecke als Outfit entschieden. Dafür ist es am virtuellen Kamin der VIP-Lounge brütend heiß. Wer im flexiblen Zwiebellook erscheint, hat alles richtig gemacht.

Aus dem Runway-Bereich wabern Takte eines chilligen Laufsteg-Soundtracks. Designer Hien Le, der die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2013/2014 eröffnen wird, probt seine Show. Doch noch sind Platzkarten abzuholen, ein Espresso Macchiato zu genießen ... und die wichtigste Bloggerfrage zu beantworten: Wie lautet das WLAN-Passwort??

MOMENT OF ZEN

„Who is it?” fragt Michael Jackson zu Beginn der Show von Hien Le. Doch zumindest für die Modegemeinde der Hauptstadt erübrigt sich bei dem in Laos geborenen Designer jede Vorstellung. Man kennt ihn - und seine Mode spricht ohnehin für sich. Wenn auch eher leise. Die Bildwelt von Maler Mark Rothko liefert die Vorlage der verlaufenden Drucke, die Männer profitieren von überschnittenen Helden-Schultern und breiten Gummibündchen, während die Damen eine Handgelenktasche bekommen und beide Geschlechter minimalistische Kuschelmäntel aus Wolle. Die Farben leiht sich Le aus der Creme-Palette und setzt Tiefblau dagegen.



BLUETIFUL

Im intimen Studio beweist Sissi Goetze kurz darauf, dass auch wenige, gar stillstehend präsentierte Entwürfe von einer Kollektion überzeugen können. Die auffällig gerundeten Krägen ihrer Männerhemden, die gekreppten Stoffe, die stimmigen Schnitte und Blautöne - so reduziert wie wunderbar.

TANZ DEN FOLKLORE-PUNK

Russische Opernchöre bereiten auf eine etwas andere Lena-Hoschek-Show vor. Ihr Stilkosmos aus 50s-Naivität, Pin-up Sexiness und aufwändig gearbeiteter Trachtenästhetik rückt - unter den deftigen Klängen von Gogol Bordellos „Immigrant Punk” - in den Hintergrund. Stattdessen: zerrissene Netzstrümpfe, Nietengürtel und hochgeschnürte derbe Absatzstiefel. Kopf- und Schultertücher und grüne Mantelkleider im Uniformstil. Die Designerin plant offensichtlich eine (kleine) Mode-Revolution. Und zumindest Moderatorin Johanna Klum, Topmodel Franziska Knuppe und Komikerin Ruth Moschner - in der ersten Reihe gesichtet - wären vermutlich dabei. Das ikonische Hoschek‘sche Blumenmuster glänzt diesmal metallisch oder wird schwarzweiß fast zu einem Camouflage-Ersatz. Verzichtbar: der weiße, kristallbesetzte Ausflug ins Cinderella-Land am Schluss.



PELZ TO GO

Mit dem Shuttle-Bus ein rascher Sprint zum Hotel de Rome. Im Auto mit mir: ein in Frankreich geborener Blogger, der aus London für ein Magazin in Los Angeles über die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin berichtet. Vis-à-vis: ein bulgarischer Fotograf von der Upper East Side. Total global. Das Salondefilee des Münchner Labels Schacky and Jones - hochwertigstes Stretchleder und Pelz - fällt kurz aus. Dafür gibt‘s französische Köstlichkeiten auf silbernen Étageren. N‘est pas mal, non?

SOUND? CHECK!

In seinem weinroten Mantel-und-Degen-Outfit nebst Hut war Topmodel Papis Loveday natürlich der Blickfang der Fotografen vor der Show von Rebekka Ruétz. Für den Ex-Athleten ging es danach weiter nach Paris - auf den Laufsteg von John Galliano. Mysteriöse Klänge aus dem Off, dann eine Gitarrensalve und wir beginnen mit einem zarten Catsuit in Lachspink. Dann senfgrün-braun changierende Pannesamt-Jackets, die nicht jederfraus Geschmack waren. Must-have: der zerknitterte Hosenanzug in kaltem Dunkelbraun. Den fantasievollen Kopfschmuck zur Modenschau, mit dem Lena Gerke etwas kämpfte, entwarf übrigens Candice Angélini - eine Entdeckung! Die aufpeitschende Musik verband Speed Metal mit Vivaldi und indianischer Melodik. Genug Energie, um die große Kollektion von über 70 Teilen „durchzuhalten”.


Im Wortsinn coole Männermode gibt‘s im Studio, wo Daniel Blechman die Herbst/Winter-Kollektion seines Labels SOPOPULAR präsentierte. Die Hektik im Zelt nimmt zu, auch Bruce Darnell sieht irgendwie ein klitzekleines bisschen gestresst aus.

SYMMETRIE IST SOOO 2012

Viel Andrang bei der Show von Johanna Perret und Tutia Schaad (Perret Schaad), trotz Nachmittagstief. Angeschrägte Schnittführung bei Röcken und (Hemd-)Kleidern zeichnen die subtile Handschrift des Designerinnen-Duos aus, besonders gefallen diesmal ein Kleid in Korallenrot, ein grünes Oberteil aus Spitze, die Hemdmäntel - und der Song „Oscillate” von Sohn.




DAS RÄTSEL AUS ZÜRICH 

Who is Marc Stone? Diese Frage beschäftigt mich und die Kolleginnen in der Lounge, während wir statt Kuchen Currywurst vom Cateringtablett verschlingen. Mein Tipp: Den Namen des Schweizer Labels besser nicht im Job googeln. Es besteht akute „Verwechslungsgefahr” ... Der Name der Kollektion des Preisträgers beim PREMIUM Young Designers Award 2012 lautet „SAWLT”, was das Meersalz auf der Brust manches Männermodels erklärt. Salz auf unserer Haut und so. Gestein und Mineralien geben auch die Farben der Casual-Mode von Marc Stone vor, denn die ist vor allem grau. Ob Hosen mit Außennähten, abgesteppte Homewear mit tiefem Schritt oder Mäntel aus steifen Gewebemischungen. Zwei Nakedeis im Schlüpfer gab‘s zum Finale - und Applaus, etwa von Mirja Du Mont.



OOOPS

Karte verbummelt und Ticketschalter schon zu. Auch ein Profiblogger hat mal Pech. Ein „sorry” dafür an die Designer Aidin Sanati und Moa Wikman von UBI SUNT.

SCHRÄGE TRÄUME

Den Nachwuchspreis „Designer for Tomorrow” von Peek & Cloppenburg Düsseldorf gewann der Spanier Leandro Cano im letzten Sommer mit Modeskulpturen aus Leder, die an die Filme von Guillermo del Torro erinnerten. Ich sage nur: „Buckel”-Kleider aus Leder. Auch diesmal beschäftigten den Designer, der im letzten halben Jahr u.a. Award-Schirmherr Marc Jacobs in dessen Atelier über die Schulter schauen durfte, seltsame Träume beim Kreativprozess. Im Prolog zur Show erzählt Cano von weißen Fabeltieren, die durch seine Gedanken rennen. Mit seiner Mode versuche er sie zu ordnen, ihnen seine Hand zu reichen. Ich sage ja: W.E.I.R.D. Aber auch: faszinierend! Über die Looks und die Körper der Models tanzen Porzellantierchen, Ornament-Drucke erwachen durch applizierte Porzellanteile zum Leben, Strickblüten komplettieren das textile Märchen vor unseren Augen. Dazu gespenstische Musik wie „Si la Muerte” von Diamanda Galas. Richtig stark wird Cano jedoch gerade dann, wenn er seine ausufernde Fantasie zügelt, die Fantasmen zu Details werden. Gesichtet u.a.: Barbara Becker, Franziska Knuppe, Bibiana Beglau und Cosma Shiva Hagen.




 

Fotos: Getty
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Catwalk-Shows im Zeichen der Schlange

Preview der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Am 10. Februar beginnt das chinesische „Jahr der Schlange”, und ich bin gespannt, wie sich dieses astrologische Phänomen wohl auf die Mode auswirkt. Denn: Im Horoskop der Schlange steht, dass sie Farben wie Rot, Gelb und Schwarz bevorzugt und weder Weiß noch Gold oder Braun leiden kann. Ein Modeherbst ohne Braun? Das wird schwierig. Spannend auch die Lieblingsblumen der Schlange: Orchidee und Kaktus. Das verheißt exotische Prints für den Sommer. Und ein letzter Stilt-Tpp an alle, die passende Accessoires und Schmuckstücke suchen: Schlangen stehen total auf Topas, Jaspis und Blutstein.

Alles Hokuspokus? Von wegen. Gleich im Februar stellt Puma eine „Year of the Snake”-Kollektion seiner Sneaker vor und auch andere Designhäuser werden sicherlich vom geschlängelten Symbol Gebrauch machen.

 
Doch da in den Ateliers natürlich längst am Sommer und Winter 2014 gewerkelt wird, dürften wir - etwa bei der am 15. Januar beginnenden Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - das eine oder andere Pferd erblicken. Ob als Druck oder Detail. Schließlich steht das nächste Jahr ganz im Zeichen des Pferdes!

Egal ob Pferdchen, Hufeisen oder Steigbügel, in Berlin erwartet uns ein erneut prall gefülltes Schauen-Programm. Puh! Während Designer Hien Le die Saison am Brandenburger Tor gleich um 10 Uhr mit seiner Mode für Herbst und Winter 2013/2014 eröffnet und die Grazerin Lena Hoschek den Mittag bestreitet, gehört der Abend ganz Kilian Kerner. Und der dürfte für seine zehnte Laufstegshow auf der MBFWB so einige Überraschungen geplant haben. Zuvor bin ich mächtig gespannt auf den Spanier Lenadro Cano, der mit skurrilen Modeskulkpturen im letzten Sommer den Designer for Tomorrow Award 2012 von Peek & Cloppenburg Düsseldorf gewann.

Der 16. Januar ist ebenfalls mehr als abwechslungsreich getaktet. Ich freue mich besonders auf den Green Showroom im Hotel Adlon, die Kollektion des Design-Trios Holy Ghost - und Lala Berlin. Auch Augustin Teboul dürften ihrem düsteren Pariser (Spitzen-)Boudoir treu bleiben. Ein Muss, wenn es sich schaffen lässt. Ebenso wie der Baltic Fashion Catwalk, dessen teilnehmende Designer vor einem halben Jahr zu meinen absoluten Fashion-Week-Highlights zählten.

Große Markennamen sorgen für den nötigen kick-off am Mittwoch (16.1.): erst Dorothee Schumacher, dann Rena Lange und Laurèl. Nachmittags bin ich extrem neugierig auf das Label A Degree Fahrenheit, das Mercedes-Benz und das Magazin „Elle” ausgegraben haben. Bereits ihre letzten zwei Entdeckungen waren echte Publikumslieblinge!

Marcel Ostertag, Guido Maria Kretschmer, Hugo by Hugo Boss - der 17. Januar hat es wirklich in sich und wird die erste richtige Reporter-Kraftprobe. Eine schöne Entwicklung ist, finde ich, dass mittlerweile auch der Finaltag der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin mitunter noch echte Highlights birgt. Wer früher abreist ist selbst Schuld. Nein, ob Issever Bahri, Irina Schrotter, Zoe Ona, Vladimir Karaleev oder Dawid Tomaszewski um 19.30 Uhr - da will ich wirklich kein Defilee am 18. Januar verpassen! Nicht auf dem offiziellen Schauenplan aber definitiv das hottest ticket in der Freitagnacht: die Michalsky StyleNite im Tempodrom. Punkt.


Generell wird in 2013 vor allem ein Blick auf die Herrenmode interessant. Denn glaubt man jüngsten Prognosen der Branche, dann ist in der menswear noch einiges an „Musik” drin. Auch die Entwicklung von mobilem fashion shopping, live streams der meisten Modenschauen im Internet und interaktive 3D-Projekte dürften experimentierfreudige und neugierige Kunden bestens bei Laune halten. I like!
Fotos: Steve McCurry/Pirelli Kalender 2013, Puma, Kilian Kerner, Mercedes-Benz

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Eat, Sleep, Dress: Meine Berlin-Tipps für Fashion Days & Nights

Tipps für einen Berlin-Besuch zu geben, ist so riskant wie Prognosen über das Wetter oder die Karrieren von „DSDS”-Kandidaten. Die meisten Hotspots sind wenige Wochen später für Insider längst no-gos und die Hipness-Karawane weitergezogen. Sicher, es gibt Evergreens wie das Borchardt für ein Schnitzel, der Departmentstore Quartier 206 zum Shoppen oder das Berghain zum Feiern. Doch das ist in etwa so originell wie Touristen den Hamburger Hafen oder das Münchner Hofbräuhaus zu empfehlen.

 
Gerade während der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin zählt ab 22 Uhr, an den richtigen Locations in der richtigen Gesellschaft und natürlich im richtigen, mindestens aber schrägen Outfit gesehen zu werden.

Hier nun also meine Tipps für lange Modetage und -nächte: vom Hotel mit eigener Schnapsbrennerei bis zu Vintage-Raritäten für Fashion-Kenner. Viel Spaß in Berlin!


HOTEL

Glamping
: Im Hüttenpalast (Hobrechtstr. 65/66) wird - mitten im Zimmer - in urigen Holzhütten oder Campingwagen geschlafen. Ein wilder Garten sorgt für „Auslauf”, sollte einen der Budenkoller überkommen; www.huettenpalast.de

Hangout: Das seit 2009 sehr angesagte Michelberger Hotel (Warschauer Straße 39/40) versteht sich als home away from home. Ohne steife Hotelschulen-Konformität oder frostiges Minimaldesign. Dazu Zimmer für jeden Geschmack und fast alle Budgets sowie Schnaps aus der eigenen Brennerei - und ein mehr als buntes Publikum; www.michelbergerhotel.de

Lil‘ Tel Aviv: Das Mani (Torstraße 136) verführt mit zwar kleinen, dafür exquisit ausgestatteten Zimmern - und jüdischen Tapas, die man am besten mit Freunden und Familie teilt; www.hotel-mani.com

L is for Luxury: Ende 2012 eröffnete das in New York legendäre Waldorf Astoria seine Berliner Dependance. Statt ehrwürdiger Kulisse ist der Tower in der City West eher schnörkellos. Dafür glänzt das Highend-Haus mit dem ersten deutschen Guerlain-Spa und französischer Sterne-Küche. Nett: Die (Fritz) Lang-Bar, benannt nach dem berühmten Regisseur („Metropolis”); http://waldorfastoria3.hilton.com
 


RESTAURANT

Le Cheese c‘est Chic: Ausgerechnet auf kreativ geschmolzenen Käse in rustikalen Pfännchen hat sich das La Raclette (Lausitzer Str. 34) spezialisiert. Doch auch „Hasser” des beliebten Familien-Rituals werden im Schein der Flammen aus dem offenen Kamin kulinarisch fündig; www.la-raclette.de

Still THE Place to Be: Gepflegter loungen, speisen und ungezwungen netzwerken als im Soho House (Torstr. 1) - das geht (derzeit) in Berlin gar nicht. Bei klassischem english breakfast und bester Aussicht über die Stadt fängt der Tag aber auch einfach zu schön an; www.sohohouseberlin.de

Total öko, die Curry: Wenn schon Currywurst, warum dann nicht gleich alles bio und hausgemacht?! Dachten sich die Macher von Wittys Organic Food (Wittenbergplatz 5) und überzeugen mit ihrer nachhaltigen Imbisskarte nun Touristen wie „echte” Berliner; www.wittys-berlin.de

Geschichte à la Carte: Im Turnsaal einer ehemaligen jüdischen Mädchenschule bietet das Restaurant Pauly Saal (Auguststr. 11-13) so deftig wie elegante Speisen. Samstags auch in einer koscheren Variante; http://paulysaal.com

Sweet Tooth: Wer sich zum Kreis der Cupcake- und Pie-Fans zählt, der kommt an einem Besuch in der Sophienstraße 21 nicht herum. Dort nämlich betreibt Cynthia Barcomi die US-Zuckerbäckerei Barcomis; www.barcomis.de

 

NIGHTLIFE

Trust me: Auf die Trust Bar (Torstraße 72) und ihr Konzept muss man sich einlassen. Getränke nur in ganzen Flaschen, die man mit anderen teilen muss/kann/sollte - und Toiletten, deren Wände (alle) beweglich sind ... Dennoch oder gerade deswegen ist der ehemalige Plattenladen der Renner im Nachtleben der Hauptstadt; www.trust-berlin.com

MeWOW: Der Kater Holzig (Michaelkirchstr. 23) ist mehr als ein Ort für Feier-Hungrige, denn hier wird in verschiedensten Kulturdisziplinen Party gemacht. Und das nahezu rund um die Uhr; www.katerholzig.de

TGIF!: Denn ist die Arbeitswoche vorbei, kann der Spaß losgehen. Beispielsweise im vollständig verglasten Week End Club (Alexanderstr. 7). Kein Underground-Tipp mehr, doch das macht weder dem bunt gemischten Publikum noch den Top-DJs etwas aus; www.week-end-berlin.de
Life is Live: Haben die Ohren dann mal Lust auf handgemachten Sound, beispielsweise Jazz oder die wummernden Eighties, sollte rasch das Quasimodo (Kantstr. 12a) angesteuert werden; www.quasimodo.de

 

SHOPPING


Oldies but Goldies
: Die Schaufenster des Secondhand-Ladens Made in Berlin (Neue Schönhauser Str. 19) sind der Netzhaut des Betrachters vielleicht manchmal etwas zu viel. Doch wer Vintage-Schätze sucht, ist im Innern bestens aufgehoben; www.kleidermarkt.de/html/fil-ber-schoen.html

Auferstanden: Wer glaubt, in abgelegten Kostümchen der Mutter oder dem Persianer-Ungetüm der Oma schlummere echtes Style-Potential, der pilgert in die Hackeschen Höfe. Im Atelier „Bis es mir vom Leibe fällt” (Hof 4) erhalten Fashion-Fossile dank raffiniertem Tuning eine zweite Chance; www.lisad.com/bisesmirvomleibefaellt

Der Shop der Kuratorin: Holzkohle-Bröckchen, die Wasser mineralisieren, Duftkerzen von Cire Trudon und die herrliche Pflegelinie von Susanne Kaufmann - ja, Melanie dal Canton hat definitiv ein Händchen für das Besondere. Und mit MDC Cosmetics (Knaackstr. 26) nun auch eine Heimat für ihre Beauty-Objekte; http://mdc-cosmetic.com

A Man‘s World: Bei SOTO in der Torstr. 72 müssen Männer für ihre Mode einmal nicht ins Erdgeschoss hinabsteigen. Das allein verdient Applaus. Ebenso ein Sortiment, das neben Thom Browne und Dries van Noten auch Opening Ceremony und Adam Kimmel bietet; www.sotostore.com/

WELLNESS

Putty in Your Hand: Wer Körper und Geist mal eine Pause gönnen will, der könnte sich mit einer Massage im Spirit Spa (Goethestr. 2-3) ins Leben jenseits der Catwalks zurückkneten lassen; www.spiritspa.de

The Heat is On: 26 Yogaübungen bei jenseits von 38 Grad - und das soll gut tun? Unbedingt! Letzte Zweifel können Hot-Yoga-Neulinge bei Bikram Yoga Berlin Mitte (Neue Schönhauser Str. 19) ausschwitzen; www.bikram-berlin.de

By Siems Luckwaldt /Nahtlos!

Unsere Insider auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin!

Nächste Woche geht die Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin los. Auch dieses Jahr haben wir wieder unsere Modeinsider, die von den Shows berichten und uns mit Streetstyle-Bildern versorgen. Hier stellen wir dir unsere beiden Gastblogger für nächste Woche vor:

Siems Luckwaldt Nahtlos!

„Guter Lifestyle-Journalismus ist richtig harte Arbeit“, sagt der gebürtige Hamburger Siems Luckwaldt. Und er muss es wissen, denn seit 15 Jahren schreibt der Redakteur und Blogger über Mode- und Beauty-Themen, interviewt Designer und Kreative in aller Welt. Natürlich auch für Nahtlos!, das von ihm und seinem Mann Matthias gegründete Blogzine und Podcast. Und bereits zum vierten Mal berichtet der rastlose Medienprofi nun für die offizielle App der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin powered by ShopStyle.de - direkt aus dem Laufstegzelt am Brandenburger Tor.

Katja Schweitzberger / LesMads

LesMads, einer der größten deutschen Modeblogs, wurde im April 2007 gegründet. Seitdem informieren die Autorinnen ihre Leser mehrmals täglich über Mode und Lifestyle-Themen. Sie berichten von Fashionshows, Festivals und Städtetrips, stellen Models, Designer und neue Kollektionen vor und posten Tagesoutfits. Im September 2011 übernahm Katja Schweitzberger („bees and ballons“) die Leitung, nachdem die Gründerinnen Julia Knolle und Jessica Weiß LesMads verließen, um sich neuen Projekten zu widmen. Nächste Woche geht's los - LesMads versorgt uns täglich mit allen Neuigkeiten von der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin!


This Month In Style - Der Modeherbst beginnt mit Windstärke 12

This Month in Style October 30, 2012

Stormy Times: Der Modeherbst beginnt mit Windstärke 12

Das braut sich was zusammen. Nicht nur über der Ostküste der USA, wo sich die 5th Avenue für den stürmischen Besuch von Hurrikane „Sandy” rüstet. By the way: Warum trägt schlechtes Wetter eigentlich immer Frauennamen? Egal, denn turbulent ging es auch in der Modewelt zu. Höchste Zeit also für einen Rückblick auf den Oktober - in This Month in Style.



Halloween: Lass gruseln, Heidi!
Vor allem warte ich noch auf Bilder von Heidi Klums mittlerweile legendärer Halloween- Party. Meine eigene Einladung ist nämlich seltsamerweise in der Post verloren gegangen. Ob Heidi und Seal sich diesmal als geschiedenes Ehepaar verkleiden? Hm. Gerade ein Hit im Web: Man(n) kommt als Instagram-App, komplett mit echter Kamera und iPad zum Fotos anschauen. Eine nerdige Idee des Fotografen Eric Micotto.

Wie auch immer euer Kostüm ausfällt, das Make-up sollte in diesem Jahr von der „Addams Family” inspiriert sein. Da waren sich die Visagisten der Shows Herbst/Winter
2012/2013 einig. Egal ob bei Gucci, Alexander Wang, Nicole Farhi oder Marni. Makellos blasser Teint, die Lippen in glänzendem Zinnober- oder Blutrot und auf die Wangenknochen etwas düsterer Puder, um sie eingefallen wirken zu lassen. Wichtig: Auch an Halloween auf hochwertige Beautyprodukte setzen und nicht die Billig-Sets beim Discounter kaufen. Das ist dann wirklich gruselig! Hier ein Look von MAC Cosmetics:

Trend: Schuhe zu Kunstwerken
Ich muss sagen, seit ein paar Saisons macht es wieder richtig Spaß, stundenlang durch neue Schuhkollektionen zu surfen. Mehr denn je erheben Designer aus aller Welt nämlich den Damenschuh zum echten Kunstwerk. Im dekorativsten Sinne des Wortes.

Ob Pump, Highheel, Wedge oder Sandalette - bloß mit Farbnuancen oder Materialien zu punkten, das reicht kaum einem Label. Wie Leinwände werden it shoes heute bemalt und ihre Absätze zu aufwendig Skulpturen geschnitzt. Das Ergebnis: komplexe Stil-Statements zum Darauf-Laufen.

Allen voran Shootingstar Charlotte Olympia alias Designerin Charlotte Dellal, aber auch bei Pucci, Roberto Cavalli oder Fendi fällt die footwear immer raffinierter aus. Und ich dachte immer, „Walk like an Egyptian” wäre bloß ein 80s Hit ...








Wish List: The Row by Mary-Kate und Ashley Olsen
In der TV-Serie „Full House” teilten sie sich einst die Rolle des Wonneproppens Michelle - und jetzt regieren die kettenrauchend Olsen-Zwillinge über ein Lifestyle-Imperium, das auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Vor allem ihr feines Label The Row hat ihnen viel Lob von prominenten Kundinnen wie Julianne Moore, Jessica Biel und Michelle Obama eingebracht. Und den Preis „America‘s Womenswear Designer of the Year 2012”, bei dem sich das zielstrebige Duo gegen Marc Jacobs und Proenza Schouler durchsetzte.

„Wir wollen Mode entwerfen, bei der jedes Stück eine besondere Investition und rundum die Uhr tragbar ist.” Satin-Leggings, ein Kaschmir-Trägerkleid, eine Smokinghose - man merkt, dass Mary-Kate und Ashley seit Jahren Vintage-Mode sammeln. Ihre Mode und Accessoires schweben irgendwo zwischen heute und der glamourösen Zeit des Films „The Great Gatsby”.

The September Issue, Part 2
In einer neuen Doku feiert der TV-Sender HBO die wahren Helden des 120 Jahre alten Magazins: seine Moderedakteure. „In Vogue: The Editor” rückt neben Anna Wintour und Grace Coddington auch Kolleginnen wie Tonne Goodman und Polly Allen Mellen ins Rampenlicht. Und natürlich Cover-Stars wie Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman sowie die Designgrößen Vera Wang und Nicolas Ghesquière von Balenciaga.

Wer nicht so lange warten kann, bis der Film am 6. Dezember in den USA ausgestrahlt wird, kann bereits jetzt den dazugehörigen Bildband bestellen. Oder in diesem Film-Porträt die legendäre „Harper‘s Bazaar”- und „Vogue”-Chefin Diana Vreeland kennenlernen.

Bis in vier Wochen. Stay stylish.

Fotos: Bergdorf Goodman, Eric Micotto, MAC Cosmetics, The Row, Vogue/HBO.com; Pucci, Charlotte Olympia, Roberto Cavalli, Fendi (Montage: Siems Luckwaldt/Nahtlos!)
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

This Month in Style - Ring Out the Old, Bring In the New!

This Month in Style August 28, 2012

Der August ist ein geradezu idealer Monat, um eine neue Lifestyle-Kolumne zu beginnen. Überall Aufbruchstimmung! Während wir noch die Wärme der Sommersonne auf der Haut spüren, sind bereits die Herbst- und Winter-Kollektionen ready to shop. Designer, Stylisten, Blogger und die Redakteure der Modemagazine kehren aus den Ferien zurück und bereiten sich fieberhaft auf die Fashion Weeks im September vor oder hoffen, dass ihre September issues alle Gewichtsrekorde brechen. Wäre der August Teil eines Outfits, er wäre der Übergangsmantel, die textile Zäsur zwischen den Saisons. Und wie immer, wenn vor der Catwalk-Hektik ein Moment zum Resümieren und Grübeln bleibt, melden sich leise Zweifel.

In den letzten Wochen lasen wir daher unter anderem, dass Trends passé seien und die Zeit der Streetstyle-Fotos vorbei. Natürlich braucht bloß eine Woche zu vergehen und die Meinungen drehen sich um 180 Grad. Neonfarben würden bleiben, heißt es dann. Es gäbe wahre Muster-Orgien in den Ateliers. Schwarz bleibe the new black, Leder-Leggings wären DAS Outfit-Update - und der Hosenanzug feiere sein großes Comeback.

Letzteres wurde zum Fakt, als Miuccia Prada bei Miu Miu Jackett-Hosen-Kombis zeigte. Adieu A-Linie, wilkommen zurück Powersuit der 1990er. Ein Grauen für die einen, ein Segen für alle Jetsetter und Berufsflieger, die sich noch gut erinnern, das ein unkaputtbarer Hosenazug von Jil Sander oder Giorgio Armani der praktischste 24-Stunden-Look ist. Also: Rein in die Hosen und keine Angst davor, hinterher mit Hillary Clinton oder Angela Merkel verwechselt zu werden. Dafür müsste Frau sich wirklich sehr „vergreifen”.

Miu Miu Herbst/Winter 2012/13 - Chloe Sevigny

Und die „Zeig mir dein Montags-Outfit”-Bilder? Kein Ende in Sicht. Gerade hat Scott Schuman alias The Sartorialist sein zweites Buch („Closer”) mit Aufnahmen von Normalos aus aller Welt veröffentlicht und seine Lebensgefährtin, die Bloggerin Garance Doré, bringt nicht nur eine Kollektion mit Kate Spade New York heraus.

Bluse von Kate Spade & Garance Doré

Nein, sie wird gleich noch Kolumnistin der französischen „Vogue”. Der wiederum hat Chefredakteurin Emmanuelle Alt eine Frischzellenkur verordnet. Das Resultat ist in der aktuellen, 420 Seiten starken Ausgabe zu begutachten: clean, luftig, neue Schriften und Rubrikennamen sowie mehr Porträts. Auf den drei Cover-Varianten: Kate Moss, Daria Werbowy und Lara Stone, die alle im gleichen schwarzen Kleid von Dolce & Gabbana stecken. Derweil verdient sich Ex-„Vogue Paris”-Chefin und Großmutter Carine Roitfeld als MAC-Botschafterin etwas dazu. Ihr „Ich hab mich gestern Nacht nicht abgeschminkt”-Look ist schließlich wie geschaffen für eine eigene Mini-Kollektion.

Auf der anderen Seite des Atlantik wurde Anna Wintour bei der Produktion der „Vogue” zum 120. Jubiläum des Magazins fast ein wenig sentimental. Noch gut kann sie sich an ihr erstes Cover erinnern, das sie 1988 mit Fotograf Peter Lindbergh und Model Michaela Bercu inszenierte. Was hinterher als Geniestreich, als erstes crossover zwischen Haute Couture (Lacroix) und Mainstream (Guess) beklatscht wurde, war, so Wintour, purer Zufall: „Michaela war vor dem Shooting bei ihren Eltern in Israel gewesen, hatte etwas zugenommen - und passte einfach nicht in die Hose zu Lacroixs Jackett.” Der Rest ist Mode-Geschichte.

Der August bedeutete leider nicht nur Abschied von Sandaletten und Shorts in den Regalen. Mit dem Tod der unnachahmlichen Anna Piaggi (✝81) ist die Modewelt um eine der letzten wahren Legenden ärmer. Wer das Glück hatte, am Laufsteg hinter oder gar neben ihr zu sitzen, der lief Gefahr, sich statt des Defilees auf ihre wundervoll exzentrische Garderobe zu konzentrieren. Sattsehen war unmöglich, schließlich besaß die Stylistin und Redakteurin (u.a. italienische Vogue) eine Fashion-Sammlung, die über 200 Jahre und fast 3000 Kleider umfasste. Karl Lagerfeld, ein bekennder Fan von La Piaggi, sagte einmal über sie: "Sie kleidet sich wie ein Schauspielerin für eine Rolle. Nur, dass sie außerdem das Stück schreibt."

                              

Anna Piaggi

Eine erfrischend nerdige Model-Newcomerin ist die 19-jährige Charlotte Free aus Los Angeles, die beim Gamen in einer Daddelhalle entdeckt wurde. Jetzt ist sie bei IMG unter Vertrag, gehört zur Gang um Star-Fotograf Terry Richardson und postet auf ihrem Tumblr Bilder von grünen Dingen wie Frösche, Chamäleons und wirres Alien-Zeugs. Ihr liebstes Videospiel: „The Legend of Zelda: Ocarina of Time”. Ihre Lieblingsserie im TV: „Regina Regenbogen”. Ein richtiges Retro-It-Girl also.

Charlotte Free

Auch neu im August: der Hamburger Store von Designer und Fashion Week darling Kilian Kerner, die deutschen Magazine „Flair” und „Cover”, der Duft „Coco Noir” von Chanel und die Wahnsinns-Foundation „Touche Éclat” von Yves Saint Laurent.

Hamburger Store - Kilian Kerner

Das war sie auch schon, die erste Folge von This Month in Style mit einem rasanten Galopp durch die Fashion- und Lifestyle-Schlagzeilen des vergangenen Monats. Ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt für jeden Party-Smalltalk bestens gerüstet.

Bis in vier Wochen. Stay stylish.

Foto: Getty Images, Kate Spade New York, Charlotte Free, Kilian Kerner, Vogue US.

MBFW Berlin Tag4 - Siems Luckwaldt: Vereinte Fashion-Nationen

Es ist ziemlich voll bei der Show von Irene Luft, die den Endspurt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin für Frühjahr und Sommer 2013 einleitet. Nicht nur für den letzten Tag, an dem längst nicht mehr alle Journalisten, Chefredakteurinnen und Modeblogger dabei sein können. Erstaunlich gefüllte Ränge auch für die frühe Stunde, schließlich wurde bei Michalsky noch bis in den Morgen gefeiert.  

Feinste Spitze aus Plauen bleibt auch bei ihrer neuen Kollektion Irene Lufts liebstes Material - ob als Rollkragen aus Dutzenden von Spitzenblumen, als komplettes (Lingerie-)Kleid oder Zierelement. Blickfang: ein Abendkleid, dessen lange Schleppe aus Seidenblumen gefertigt war – und das Model ziemlich forderte.

Irene Luft: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Andy Wolf Eyewear aus Österreich verwandelt kurz darauf das Studio in eine Art Bohème-Garten, in dem die männlichen Models schräge Mode tragen, beim Pflanzengießen und Banane-Essen, und so die extravaganten Sonnenbrillen der Marke präsentieren.

Die gemeinsame Modenschau von drei rumänischen Designern sorgt dann gegen 12 Uhr für mein persönliches Menswear-Highlight. So spannende Leinen-Looks wie beim Label PATZAIKIN, die sofort an die Welt von Tom Sawyer denken lassen, habe ich selten gesehen. In Schlangenlinien schlendern die großartig gecasteten Jungs über den Runway, in Hosen mit aufgenähten Ärmeln, in Overalls mit hochwertiger Leinenstruktur - und immer mit originellen runden Strohhut-Variationen auf dem Kopf. Toll! Auch sehr gelungen: die luftig-leichte Polkadot-Damenmode (und Loungewear) von Adelina Ivan.

Romanian Designers 'Patzaikin' Show - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

 


Adelina Ivan: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das letzte große Promi-Aufgebot gibt es dann bei Eva Lutz und ihrem Label Minx: Boris und Noah Becker, Anastasia, Ursula Karven, Regina Halmich, Katja Flint ... Sie alle (und wir) sehen im ersten Teil der Show sportlich-urbane Sommerlooks, dann ein dramatisches Schluss-Crescendo aus wallenden Seidenkleidern in flammenden Farben. Nett: Die 60s-Taschen mit ausgestülpten Seiten.

Minx by Eva Lutz: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Während Sebastian Ellrich das Studio mit seiner Mode "bespielte", schaute ich mich rasch bei den drei Freundinnen von HolyGhost um, die ein letztes Mal ihre Show probten. Afrika lautete die wichtigste Inspiration, sichtbar in Ethno-Prints, Springbock-Drucken, den Safari-Tönen - und Songs wie "Homelands" von Nitin Sawhney. Kauftipp: Eines der Teile aus gelochtem Leder - entweder die tiefgrünen Hotpants oder das nougatbraune körpernahe Kleid. 

Es zeigten später noch drei Vertreter des neuen (Mode-)Istanbuls ihre Ideen einer textilen Zukunft sowie Designerin Sissi Goetze und drei Gäste der Camera Nazionale della Moda Italiana. Doch da war ich schon auf dem Weg zum Flughafen. Vier Tage Mode ohne Pause - diese Eindrücke wollen auch verdaut werden. Und wenn das geschehen ist, dann ist sicher schon fast Januar und alle sind wieder in Berlin. Im Fashion-Zelt am Brandenburger Tor. Wir sehen uns!

P.S. Immer noch "Hunger" auf Mode? Dann empfehle ich die Ausstellung "Fashioning Fashion" im Deutschen Historischen Museum, die noch bis zum 29. Juli zahlreiche Beispiele europäischer Mode von 1700 bis 1915 zeigt. Klingt interessant, oder?!

MBFW Tag3 - Siems Luckwaldt: Härtetest

Der Morgen nach der Michalsky StyleNite ist ein Härtetest für das eigene Beauty-Arsenal: Mit welchen Splashs, Lotionen und Feuchtigkeitsgels kriegt man sich bloß wieder in eine Tageslicht-taugliche Form? Doch der Reihe nach. Auch an Tag 3 der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin gaben sich die (Fach-)Besucher deutlich weniger gestresst, als sonst - dafür umso genussvoller - dem Modezirkus hin. Er begann mit der Show von Anja Gockel, deren treue Kundinnen für einen Platz am Catwalk gern längere Reisen auf sich nehmen. Fashion als Kurztrip-Happening.

Nach der Präsentation von Marc Philippe Coudeyre im beliebten Studio-Bereich zeigte das Label Blacky Dress - um zur Mittagszeit einer echten Entdeckung die „Arena” zu überlassen: Hannes Kettritz. Der junge Menswear-Designer punktete mit einer puristischen Sommerkollektion, die trotz der bunt geschminkten Augenbrauen seiner Models alles andere als verspielt war. Nein, was Kettritz zeigte - darunter ein präziser flaschengrüner Wildlederblouson, knackige Shorts und ein elfenbeinfarbener moderner Hochzeitssmoking - war im besten Sinne ready to wear und könnte direkt vom Laufsteg in den Laden!

Marc Philippe Coudeyre: Studio - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das junge Label MALAIKARAISS zeigte „off site”, und das war für viele eine zeitliche Herausforderung angesichts der (Über-)Fülle im Schauen-Programm. Eine Fashion Week zwingt den rasenden Reporter leider täglich zu harten Timing-Entscheidungen.

Malaikaraiss: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Präsentiert von Mercedes-Benz und dem Magazin „Elle” sahen wir dann am frühen Nachmittag ein weiteres Highlight dieses überraschend spannenden Donnerstags. Der sympathische Kanadier Steven Tai, der jüngst erst das Modefestival in Huyères gewann, verzauberte uns mit seiner textilen Interpretation von Bücherwurm und Leseratte: Kunstvolle Avantgarde-Kleider, die aus dicken Stapeln von Stofflagen (wie Buchseiten) konstruiert waren und vor unseren Augen zu entstehen oder bereits zu zerfallen schienen. Ein Outfit aus sich elektrisch bewegenden goldenen Füllfedern sorgte für ein deutlich hörbares „Wow” im Publikum.

Steven Tai: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Publikumsliebling Kilian Kerner, wie immer musikalisch live begleitet von Sänger und Kerner-„Spezi” Ben Ivory, widmete sich dem Thema Freiheit und schien sich selbst insbesondere bei seiner Damenmode freigeschwommen zu haben. Durch die Kollektionen for him and her zogen sich grelle Neon-Akzente. Angenehm auch: Humorige Elemente wie etwa sich küssende Fische auf Männerpullovern oder knallige Accessoires wie Vinylrucksäcke oder MacBook-Cases. Alle Models trugen (schmelzende) Eiswürfel an goldenen Ketten um den Hals - auch beim Styling der Show also ist Kerner noch entspannter geworden, und das tut ihm und seiner Mode gut.

Killian Kerner: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Statt zu, Design-Duo Perret Schaad pilgerte ich zum denkmalgeschützten Babylon-Kino, wo Designer Patrick Mohr einen Modefilm mit Bonnie Strange und Wilson Gonzales Ochsenknecht uraufführte. Ein schräg-schönes, düsteres Werk, irgendwo zwischen „Phantom der Oper” und „Eyes Wide Shut”. Die stehenden Models in der Location trugen eine Kollektion mit frischen Prints und Unisex-Taschen, die bei mir akute Kaufreflexe auslösten. Bravo!

Während Frida Weyer ihren Sommer 2013 im Zelt an der Siegessäule präsentierte, hieß es für viele jetzt: umziehen für die StyleNite von Michael Michalsky im Tempodrom. Der Designer gönnte seinen Männer- und Frauenkollektionen diesmal getrennte Shows und bestritt den Abend somit modisch solo. Wie immer bewies Michalsky auch beim musikalischen Rahmenprogramm Trendgespür: Sowohl das Streichquartett Eklipse (mit Cover-Versionen von Pophits wie „Sweet Dreams” von den Eurythmics) und auch die Elektro-Dance-Combo Blitzkids waren echte Volltreffer. Zur Mode: Wer sich steifer Business-Garderobe verweigert und eher 24-Stunden-Outfits bevorzugt, der kommt an Michalskys Menswear kaum vorbei, die erneut Präzision hinter betonter coolness verbarg. Spot on dann auch die zarten Blumenprints bei den Damen (darunter, quelle scandal, ein hochschwangeres Model), Jäckchen mit aufgenähten Kristallblumen, Hosen in Mint-Metallic und eine Robe mit schwarzem Lederbustier und eingearbeitetem Ornament-Gürtel. Ein ausgewogenes Portfolio, über dass sich die Mehrheit im Publikum bei der anschließenden Party positiv äußerte.

Michael Michalsky: Tempodrom - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Ob sich allerdings heute noch alle an die gestrige Nacht erinnern, ist fraglich ... Bis morgen, zum Finale!

Fotos: Getty Images

MBFW Tag 2 - Siems Luckwaldt: Fashion Show im Halbestunden-Takt (na ja, fast)

Mit dem Leih-Rad unterwegs vom Hotel zum Catwalk-Zelt denke ich kurz an die Abend-Events des ersten Tages. Untermalt von satten beats und nicht ganz jugendfreien Songtexten hatten Kaviar Gauche eine Kollektion gezeigt, die sich mit unserer digitalen Welt beschäftigte. Kein Wunder also, dass die mit dem Laser geschnittenen Lochmuster auf Röcken und Kleidern die Form von Computerschaltkreisen und -platinen hatten. Die Kleider waren hoch geschlitzt, die Serviettenrüschen zahlreich und die Farben bewegten sich von off white über Olive bis zu "giftigem" Gelb. Zum Schlussapplaus trugen die Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler natürlich Partnerlook.

Hunkemöller feierte kurz darauf im ehrwürdigen Berliner Ensemble das alte Hollywood - und Sylvie van der Vaart, die Co-Designerin einer Lingerie-Kollektion, die mit Vintage-Details den Glamour von einst einfing. Dazu Showeffekte wie eine in den Set herabgelassene Schaukel und fesche Jungs auf Motorrollern.

Tag 2 forderte uns mit extremst schwüler Luft heraus, nur Designerin Dorothee Schumacher schien die anstrengende Witterung nichts auszumachen. Bester Lane bereitete sie backstage ihre Modenschau vor, die in der ersten Hälfte Art-Déco-Details und Safari-Looks vereinte und dann Kaleidoskop-Prints sowie metallisch schimmernde Stoffe hinzufügte. Wie immer bei Schumacher lohnte es sich, ganz genau hinzugucken, denn die Designerin, die nach der Show zum Picknick lud, versteckt gern goodies für einen zweiten Blick in ihren Entwürfen. Im Publikum u.a. gesichtet: Blogger-Kollegin Mary Scherpe von Stil in Berlin.

Nachdem uns die letzte Kollektion von Rena Lange in die glamourösen 1990er der Powerfrauen im Kostüm mitnahm, hatten es Designer Karsten Fielitz diesmal Filme wie "Swimming Pool" mit Romy Schneider angetan. Die label-typischen Schluppenbluse und Bubikragen tauchten allenfalls dezent und minimiert auf, dafür zeigte Fielitz sommerfrische Kleider und Hosenanzüge mit abstrahierten Blumenmustern, maritimen blau-beigefarbenen Flechtkorb-Streifen und zartes Orange. Nett: indianisch anmutende Wildlederkleider mit geflochtenen Einsätzen. Als Musiktipps nehmen wir diese Songs auf unsere Playlist: "You are the one" von Adanowsky und "It's all ok" von Julia Stone.

Ein bis auf die letzte Minute vollgepackter Ablaufplan hielt meinen Adrenalinpegel kontinuierlich hoch. Weiter ging's zu Laurèl - und in die italienischen Strandorte der 1960er, als Bademode noch zwischen unschuldig und neckisch schwankte. Dazu: sehr (!) farbenfrohe Abendkleider.

Bei Marc Cain hieß das Motto "Magical Birds", was die Vogeldrucke in Neonfarben erklärt. Nicht jedermanns Geschmack dagegen waren die teils extra für die Show eingefärbten lebendigen Vögel im Festsaal des Hotel de Rome.

Marc Cain: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das Designduo Issever Bahri setzte im Studio auf Muster, die Cimen Bachri und Derya Issever von Einrichtungselementen aus ihrer türkischen Heimat kennen. Vor allem die aus Bamwolle und Leder gehäkelten Kleider überzeugten.

Designer Marcel Ostertag, frisch erblondet, bleibt Promi-Magnet: Giovanni Zarella und Jana Ina sowie die nahezu gesamte Familie Ochsenknecht sind da nur eine kleine Publikumsauswahl. Der Designer eröffnete in leuchtend Rot und auf hohen Absätzen die Show, in der auch Model Franziska Knuppe lief. Ostertag zeigte eine konzentrierte Hommage an die Rose, dementsprechend in (Blütenblätter-)Lagen konstruiert waren seine Seidensatin-Kleider, die das gesamte Rotspektrum abdeckten. Toll: Zwei weiße Roben mit zahlreichen aufgenähten Blütenkelchen.

Marcel Ostertag: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Am späten Nachmittag bündelte der Green Showroom im Hotel Adlon Kempinski abermals Modemarken, die sich ökologischer und ethischer Produktion verpflichtet fühlen.

Es war der Tag der Blumen, denn auch bei Unrath & Strano stand ein floraler Klassiker im Mittelpunkt: die Gerbera. Und die war als Druck auf den famosen Kleidern der zwei ein echter Hit! Zu den Klängen von "Peter" von Marlene Dietrich und "Your smile in my Eyes" von Bent begeisteren zudem die wie angegossen drapierten (Etui-)Kleider. Im Publikum: Bryan Adams, Design-Kollegin Anna von Grisheim und Verena Kerth. Auch im Zelt gesicht: Eine verirrte Kohlmeise, die hoffentlich ihren Weg hinaus fand.

Für das Defilee der Linie Hugo lud Hug Boss in ein Eishockey-Stadion - statt arktischer Temperaturen glich die spannende Location dagegen einer Sauna. Cool war immerhin die Kollektion für Damen und Herren, die Designer Eyan Allen und Bart de Backer präsentierten. Vor allem die metallisch-bunt schimmernden Applikationen à la Science-Fiction waren Highlights. Weiß dominierte die Outfits, der für die Marke typisch Dekonstruktivismus war diesmal eher ein Fragment. Beispielsweise bei einem Kleiderkragen, dem die rechte Schulter "fehlte" und der dort nur von einem Spaghettiträger gehalten wurde. Materialmix und neuartige Synthetkstoffe mit Glanzeffekten rundeten die Show ab, bei der u.a. Kate Bosworth, David Coulthard, Kai Wiesinger und Regine Sixt in der front row saßen.

Hugo Boss / Erste Reihe:Kate Bosworth

Backstage vor seiner Show erklärte Michael Sontag, dass seine skulpturale Kollektion für den Sommer 2013 ihn noch intensiver in die Materie und zu neuen Experimenten geführt habe. Nach der Fashion Werk freut sich der viel gelobte Designer auf ein paar Wochen Ferien in Berlin.

Im Doppelack zeigten die Kritiker-Lieblinge Mongrels in Common und Liebig im ehrwürdigen Pauly-Saal, während Guido Maria Kretschmer diesmal nicht nur als von der Society verehrter Modeschöpfer sondern auch TV-Star zeigte ("Shopping Queen").

Dass die Rumänin Irina Schrotter trotz später Stunde und dem strömenden Regen eines heftigen Gewitters vor fast vollen Rängen zeigte, ist allein schon als Erfolg zu werten. Ab 22.20 Uhr hielt sie uns mit einer Kollektion in vielen Farben Weiß, Nude und Neonorange wach, die mit federleichen transparenten, dann wieder robusten Materialien wie Jute sowie Mänteln mit Hunderten aufgenähter Fransen spielte. Neben Model Sara Nuru begeisterte auch der schwere Holz-Silberschmuck.

Irina Schrotter: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Halbzeit auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - wir lesen uns morgen wieder. Cheers!

Foto: Getty Images

MBFW Tag 1 - Siems Luckwaldt: Abwechslungsreicher Auftakt im Schatten der Siegessäule

Als sich das erste Model im Laufstegzelt grazil in Bewegung setzt, liegt noch Nebel über der neuen (temporären) Location der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Vorfreude liegt in der Luft, mancher muss sich noch erinnern, wo welcher Sitzblock war – und auf jedem Meter folgt ein großes Hallo und exzessives "Kampf-Busseln". Die Modeszene hat sich schließlich ein halbes Jahr nicht gesehen.

Die Sitzkissen auf den Plätzen deuten es dann bereits an, die Kollektion von Escada Sport wird farbenfroh. Unter den Gästen: Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, Sänger und Fotograf Bryan Adams, Escada-Eignerin Megha Mittal, Schauspielerin Katy Karrenbauer, sämtliche Chefredakteure und Modechefinnen der deutschen Magazinpresse, Starlet Shermine Shahrivar, Topmodel Franziska Knuppe sowie Verleger Florian Langenscheidt.

Modisch channelt Escada-Designerin Madelaine Schäfer das Lebensgefühl und die Farbpalette Kubas und Afrikas. Merke: Ohne Sonnenhut geht nichts im Sommer 2013. Ideal für Ibiza ist der neue Print, der ein wenig an die Aquarell-Version einer Gen-Helix erinnert. An den nordeuropäischen Winter hat Schäfer auch gedacht, es finden sich etliche luftige Grobstrickjäckchen und sogar ein Wollcape mit Fledermausärmeln in ihrem line-up.

Im intimen Studio-Bereich zeigt Yujia Zhai-Petrov mit ihrem Label 1913Berlin, dass sich kreativ noch einiges aus dem Material-Klassiker Kaschmir herauskitzeln lässt. Definitiv ein "label to watch".

Designerin Lena Hoschek haben es diesmal die Toten angetan, genauer die mexikanischen Feiern zu Ehren der Verstorbenen - Los Dias de Muertos. Mit dem Song "Burn the Witch" von den Queens of the Stone Age eröffnet die gebürtige Grazerin ihr Defilee, das sich diesmal deutlich von den traditionellen Gewändern des spanisch Sprachraums inspirieren ließ. Schwarze Spitze (echt und aufgedruckt), bunte Rosen im geflochten Haar - und Hosen, wie sie eine Torera tragen könnte. Kein Traumjob für die Models, die man unter ihrem Totenkopf-Make-up kaum erkannte. Witzig: Die Designerin nahm den Applaus mit einem angeklebten Schnurrbart entgegen.

Der Himmel über dem Fashion-Week-Zelt war mittlerweile strahlend blau und die Kollektion von Rebekka Ruétz lieferte extra Sonne dazu. Beispielsweise mit reichlich fröhlichem Gelb und aufwändigen Lederkleidern, in die Laser exakte Muster gebrannt hatten. Dazu wummerten düstere Trommelrhythmen.

Seinem Ruf als einer, der aus Frauen durch Roben (griechische) Göttinnen macht, wurde Dimitrios Panagiotopoulos mehr als gerecht. Der DIMIMITRI-Sommer 2013 wird so richtig flatterhaft und ist doch streng gegürtet. Vor allem die Schulterpartien mit gewickelten Trägern wirkten wie auf einem antiken Gemälde. Spitze Nieten auf manchem Highheel sorgten für harte Kontraste bei all der softness. Must-have: der butterweiche gelbe Ledermantel.

Franziska Knuppe, TV-Jurorin Dana Schweiger, Schauspielerin Ursula Karven - die Promidichte konnte sich sehen lassen beim Designer for Tomorrow Award von Peek & Cloppenburg Düsseldorf. Zum zweiten Mal unter Schirmherrschaft von US-Designer Marc Jacobs hatte eine Jury im Vorfeld bereits aus 350 Bewerbern eine Top 5 gewählt, deren Mini-Kollektionen nun präsentiert wurden. Unterschiedlicher hätten die Kandidaten nicht sein können, ein mehr als spannender Wettbewerb. Das Rennen machte schließlich der Spanier Leandro Cano, dessen bizarre Mode sofort an Film-Exzentriker Guillermo del Toro denken ließ. Neben mächtig viel Berater-Knowhow gewann Cano zudem eine Modenschau im Januar. Und auf die bin ich äußerst neugierig!

Ehe das Duo Kaviar Gauche seine Entwürfe zeigte und die Show von Hunkemöller by Sylvie van der Vaart in einer Party ihr Finale fand (zu beidem morgen mehr), begeisterte Dawid Tomaszewski sein Publikum, darunter u.a. Schauspielerin Iris Berben. Skulpturaler Strick samt Kristallbesatz, rot gemusterte Satinpluderhosen für Männer und ein grandioser Rock, dessen breite Pailletten von Weiß in Blutrot übergingen. Einfach famos! Dass eine Feder - gehalten mit einem Draht im Mund der Models - das Gesicht der Models optisch teilte - gehörte zum Gesamtkunstwerk unter dem Motto "Metamorphose".

Mehr als genug "Stoff" zum Nachdenken für heute. Bis morgen!

Foto: Getty Images

Klopf, Klopf! Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin steht vor der Tür

Heute in zwei Wochen ist es wieder einmal so weit: Vom 4. bis 7. Juli 2012 wird Berlin wieder zum Laufsteg für unsere deutschen Designer und Heimat für internationale Journalisten und Modebegeisterte – dann findet nämlich wieder die Mercedes-Benz Fashion Week statt! Wir werden für Euch auch vor Ort sein und Euch mit aktuellen Informationen von und um den Laufsteg herum versorgen.

Franziska Knuppe/ Quelle: Getty Images

Ebenfalls wieder für ShopStyle im Einsatz während der Fashion Week Berlin: Unsere Gastblogger Mary Scherpe (Stil in Berlin) und Siems Luckwaldt (Nahtlos!), die Euch mit exklusiven Interviews, Trends und Tipps durch die Modewoche begleiten.

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Siems Luckwaldt ist für uns schon einmal losgezogen und hat sich exklusiv für ShopStyle mit dem Designer Kilian Kerner über das bevorstehende Event unterhalten.

Siems Luckwaldt: Worauf freuen Sie sich bei der Mercedes-Benz Fashion Week am meisten?

Kilian Kerner: Natürlich auf unsere eigene Show. Es bleibt ja bei all der Vorbereitung nicht wirklich Zeit andere Veranstaltungen zu besuchen.

Siems Luckwaldt: Ihr liebstes Stück aus Ihrer Kollektion für den Sommer 2013, das absolute Must-have?

Kilian Kerner: Da gibt es einige. Eines kann ich gerade nicht hervorheben.
 


Siems Luckwaldt: Ihre Kollektion S/S 2013 in einem Satz?

Kilian Kerner: Die Popkultur spaziert mit einer Selbstverständlichkeit durch die Natur.



Siems Luckwaldt: Welches ist ihr geheimes Talent?

Kilian Kerner: Ich hätte Detektiv werden sollen, denn ich kriege alles raus.

Siems Luckwaldt: Welcher Held wären Sie gern?

Kilian Kerner: Ich steh’ nicht auf Helden.
 


Siems Luckwaldt: Zu welcher Musik joggen Sie am liebsten?

Kilian Kerner: Ich jogge nie. Wenn ich joggen würde, dann sicher „mit” Ben Ivory.
 


Siems Luckwaldt: Von welchem Film kriegen Sie nie genug?

Kilian Kerner: „Die Fremde in mir” mit Jodie Foster.

Siems Luckwaldt: Was lesen Sie gerade?

Kilian Kerner: Momentan hab ich keine Zeit zum Lesen, wo die Fashion Week vor der Tür steht. Da kann man froh sein, wenn man zum Schlafen kommt ...

Siems Luckwaldt: Ihr erstes Auto war?

Kilian Kerner: Ich habe keinen Führerschein.



Siems Luckwaldt: Ihr Lebensmotto?

Kilian Kerner: Bleib dir treu. Leb’ heute.
 


Siems Luckwaldt: Was langweilt Sie?

Kilian Kerner: Sehr vieles. Leider.

Siems Luckwaldt: Was treibt Sie an?

Kilian Kerner: Mein Ehrgeiz, mich weiter zu entwickeln.

Finale: Siems berichtet über den letzten Tag der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Fashion Week January 22, 2012

Endspurt auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Beim ersten Kaffee rasch ein Abgleich, wer die Michalsky StyleNight wie fand. Nun, der Reihe nach: Die von Models/Funkenmariechen teils getanzte Show von Roeckl war so kurzweilig wie clever. Die Handschuhe, Muffs, Taschen und Tücher durch Bodysuits und Bodypainting sowie geschicktes Drapieren zu vollwertigen Outfits zu ergänzen - netter Einfall.

Designer Michael Michalskys Herz schlägt neben der Mode für Musik, vor allem für Künstler, die morgen in aller Munde sind. Dementsprechend vielfältig wurde auch diese StyleNight im Tempodrom untermalt. Sang und gogotanzte der New Yorker underground act Jessica 6 zur Roeckl-Show als wäre es 1994, sprang danach Susi Gold elektro-extatisch über die Bühne.

Nach einer frisch-fröhlichen Herbst/Winterkollektion von C'est tout, für die Designerin Katja Will unter dem Motto "Paris, Texas" indianische Muster des US-Western-Staates mit Pailletten-Rafinesse à la Couture. Süß: Die Perlenbärchen an den modernisierten, weichen Cowboy-Stiefeln.

Nach Marina and the Diamonds, die für vor Begeisterung glänzende Augen in der Mehrzweckhalle sorgte, präsentierte der Gastgeber seine Mode.

Deutlich femininer, mit Crème- und Pfirsichtönen, einem spektakulären kurzen Rock komplett aus gefassten Swarovski-Kristallen und federleichter Seidenkleider im Leuchtschrift-Print der Kollektion - einmal mit schwarzem Lederbustier. Die Herren "moven" wie immer lässig-sportlich durch die Kälte, etwa in einer kuschelig beflockten Daunenweste überm Anzug mit umgekrempelter Hose (zu hohen Sneakern). Nicht Michalskys wagemutigste Arbeit, jedoch grundsolide.

Bei den Damen lief das alternative Supermodel Andrej Pejic mit, dessen Figur - vor allem oben ohne in einer lachsrosafarbenen Felljacke - die seiner "Mitläuferinnen" herausforderte. Erneut also gab die StyleNight genügend Gründe für eine anschließend gehörig ausschweifende After Show Party. Gute Idee: Die prall gefüllten goodie bags konnte man sich an einem kleinen Serviceschalter so gar per DHL zuschicken lassen!

Noch länger als das Gin-Tonic versehrte Publikum und seine Models benötigte am nächsten Morgen backstage Designer Marcel Ostertag. Haar- und Fashion-Week-Profi André Märtens und sein Team von L'Oréal Professionnel verwandelten ihn nämlich per Lockenwickler, Glitzer-Lidschatten und Nagellack in ein Mann(!)equin. Ostertag channelte mit zwei güldenen halbtransparenten Catsuits mit befransten Ärmeln auf den Spuren von ABBA und Comic-Heldin Barbarella. Das war mal ein Statement.

Die übrige Kollektion in den Hauptfarben Oliv, Nougat und Mittelblau bot die bekannten Mustermixe, schwarze Perlenfransen-Kleidchen und -röcke und blieb hinter den markanteren Stücken etwas zurück. Der Designer selbst modelte den letzten Look auf Acryl-Highheels - und zu anerkennendem Applaus.

Derya Issever und Cimen Bahri waren noch mächtig angespannt als wir backstage einen ersten Blick auf die Kollektion warfen. Dabei hatten die beiden Designerinnen keinerlei Grund für Nervosität, die Wintermode ihres Labels Issever Bahri war so inspiriert und tragbar. Must-haves für uns: der herrlich wilde schwarze Schaffellmantel, die Pullover und Mäntel aus aufgerauhter Wolle in Dunkelblau und die anschmiegsamen Lederröcke, die einmal nicht wie ein steifer Lampenschirm am Körper saßen.

"Noch zwanzig Minuten bis zur Show", raunt eine Mitarbeiterin von Stephan Pelger dem Designer aus Rumänien zu. Pelger, der - wie wir auf einer Kleiderstange erspähen - sein eigenes Konterfeit ein paar Mal als Print einsetzen wird, nickt kurz und ruft seinem Team in seiner Muttersprache einige Anweisungen zu. Wir wünschen im viel Glück, worauf Pelger nur zur Zeltdecke schaut: "Danke. Hallelujah!"

Nach Pelgers Show gehen für uns vier Tage Mercedes-Benz Fashion Week zu Ende. Zum Abschied sind wir uns nicht nur sicher, im Juli wieder hier zu sein. Wir wissen auch, dass keine Modewoche der Welt so ist, wie die MBFWB am Brandenburger Tor. Und das es bei Mode um eines eben überhaupt nicht geht: Wer sitzt in welcher Reihe und was ist im goodie bag. Wir sehen uns im Sommer - im Zelt :)

Tag Drei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Unser Gastblogger Siems von Nahtlos war wieder live dabei

Fashion Week January 20, 2012

Tag 3 beginnt beim Frühstück mit ein wenig Gossip, schließlich war gestern bei der Show von Guido Maria Kretschmer ein bizarres Potpourri deutscher C-Prominenz anwesend. Das muss bei einem Glas Latte erst einmal genüsslich ausdiskutiert werden. Hat Society-Tochter Chiara Ohoven wieder was machen lassen? Wieso erschien Designer Harald Glööckler im Dirigenten-Frack zum Mega-Iro? Und habt ihr gesehen, wie Jenny Elvers-Elbertzhagen Coiffeur-Legende Udo Walz mit genervtem Augenrollen beibrachte, wie man Fotos mit dem iPhoen macht? Hach, wat schön.
Die Mode von Guido Maria Kretschmer, kurz GMK, war inspiriert von der Mongolei, davon zeugte das verarbeitete schwarze Fell, das an die Bergrinder namens Yak erinnerte. Das Make-up? Hm, japanische Kabuki-Oper? Silbern abgedecktes Gesicht, aufgemalte eckige Brauen, lackrote Lippen. Auf Kretschmers Promi-Roben braucht derweil auch im kommenden Winter kein A- oder C-Promi zu verzichten, davon folgten so einige in einer Kollektion, der stilistisch bisweilen der rote Faden fehlte.

Während Shootingstar Hien Le im Studio-Bereich seine Kollektion ganz ohne Catwalk präsentierte, planten viele Besucher bereits ihr Berliner Nightlife. Der versiegte Regen erleichterte das ungemein.

Die Dämmerung hat die Stadt noch im Griff, als ich an Tag 3 meinen Reporter-Rucksack packe. IPhone, iPad und Aufnahmegerät für Interviews strotzen vor Akku-Energie, die Einladungskarten sind sortiert, der Journalisten-Ausweis für das Fashion-Week-Zelt baumelt wieder um meinen Hals. Auf geht's!


Lessja Verlingieri zeigte die Show ihres Labels Lever Couture im Soho Haus, Berlins entspanntem Hotspot (nur für Mitglieder) unweit des Alexanderplatzes. Startete ihre Show mit reduzierten Kleidern in elegantem Schwarz, Grau und leuchtendem Rot, ohne einen überflüssigen Millimeter Stoff, verfiel sie im Finale leider erneut in exzessive Haute-Couture-Manirismen. Tenor: Erst wenn eine Robe nicht mehr manövrierfähig ist, ist sie perfekt. Schade.

Der Rückweg geriet zur kleinen Tortur, nirgends ein aufnahmebereites Taxi. Mit einem Blogger-Kollegen hetzten wir bis zum Alex, wo man uns endlich einsteigen ließ.

So entgingen uns nur die ersten Outfits der Show von Patrick Mohr, ein Designer, der mit bizarr-verstörenden Performance-Spektakeln begann, als "Schreck der Fashion Week" so zu sagen, und nun eine ausgereifte, komplett tragbare Streetwear-Kollektion präsentierte, durch die sich sein dreieckiges Label-Symbol als Muster zog. Neu bei Mohr: reichlich Strick!


Vor der Show von Presse-Liebling Kilian Kerner spielte sich Sänger und Herzensbrecher Mads Langer bereits warm, Live-Musik gehört seit seinem Zelt-Debüt als fester Bestandteil in jede Kerner-Show. Und das ist auch gut so. Wollanzüge und -mäntel haben selten lauter "Kauf mich!" gerufen, die Hosenschnitte waren gewohnt präzise und knackig. Einzig auf einige glitzernde Showpieces hätte man verzichten können.

Rasch auf eine wärmende heiße Schokolade durch das Regenwetter ins Hotel Adlon, dann kurz Backstage einen Blick auf Vladimir Karaleevs Mode geworfen. Nach seiner Show rauschen alle zum Umziehen in ihre Hotels, aufrüschen für die Michalsky StyleNight im Tempodrom, in deren Rahmen auch die Kollektionen der Labels C'est tout und Roeckl zu sehen sein werden.

Wir lesen uns morgen ...

Tag Zwei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Der Tagesreport unseres Gastbloggers Siems von Nahtlos

Fashion Week January 19, 2012

Tag Zwei im Modezelt am Brandenburger Tor. Manche Augen mussten sich erst einmal an die Helligkeit gewöhnen - Vogue und Mercedes-Benz hatten am Vorabend ins Borchardt geladen, und auch bei Joop! in der Münzstraße war noch bis zum Morgengrauen gefeiert worden. Berlin verpflichtet.

Von Müdigkeit war vor der Schumacher-Show Backstage nichts zu spüren. Zur Fantasie-Arie "The Diva Dance" aus dem Film "Das 5. Element" liefen die Models eine Generalprobe. Der Detailreichtum der Kollektion erschloss sich unangezogen und beim Close-up auf dem Bügel weit mehr als im gleißenden Scheinwerferlicht. Kaum ein Material, das Designerin Dorothee Schumacher nicht in ihr Repertoire aufgenommen hatte - viel zu entdecken, noch mehr zu erfühlen. Ein besonderer Blickfang bei der anschließenden Show: Topmodel Luca Gadjus mit einer kiwigrünen Pelzkappe - und Teile der schmiede-neuen Haute-Joallerie-Kollektion von Schumacher.

Viel Trubel auch bei Kaviar Gauche, vor allem TV-Teams haben in dieser Saison offenbar die Fashion Week für sich und ihre Kameras entdeckt. Von SpiegelTV bis ARTE wurden eifrig Bilder und O-Töne der Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler für Behind-the-catwalk-Dokumentationen eingefangen. Das forderte seinen Tribut, die Show begann 40 Minuten verspätet und erst nachdem ein eine Weihrauchkugel schwenkendes Model böse Geister vom Laufsteg vertrieben hatte. Gut und Böse, Licht und Schatten zogen sich durch eine Kollektion voller elfenbeinfarbener Seidenblumen: als Ärmel eines Oberteils, als Rock eines Kleides und als Zier einer Robe, um deren Transparenz kunstvoll zu kaschieren. Ein Traum - für Frauen, die sich was trauen, denn mit "See-thru" sind die freizügigen Entwürfe nur unzureichend beschrieben.

Zur Mittagszeit weint der Himmel über Berlin, es gießt in Strömen. Gut, dass ein Shuttle zur Show von Hugo fährt. Die findet vor weißer "Leinwand" statt, in der Wandelhalle der Gemäldegalerie. Unter den gesichteten Prominenten: Sängerin Nena, Rennfahrer Jenson Button und Schauspielerin Julianne Moore. Trotz der ehrwürdigen Location fiel die Mode, die Designer Eyan Allen (Damen) und Kollege Bart de Backer (Männer) für den Herbst planen, betont modern und nicht Ölschinken-üppig aus. Die Herren müssen mit kurzen Sakkos auskommen, dafür wird der Cardigan gern darüber getragen. Bei den Damen dominieren geometrische Muster und Nähte, die Silhouette bleibt streng. Schwarz und Weiß dienen als Basis der Palette, die durch kräftiges Violett (auch für die Anzüge der Männer!) und ein "koralliges" Pink die nötigen Akzente erhält. Gegen das Mittagstief wummert der mächtig basslastige Soundtrack an. Gott sei dank fiel kein Meisterwerk dabei von seinem Nagel.

Bei Rena Lange wurden wir zurück in die 90s "geflasht", als die Frauen Powersuits und -kostüme mit Goldknöpfen und ebenso goldigen Accessoires trugen und Edelsteine die Farben vorgaben: Amethyst-Lila, Smaragdgrün, dazu Koralle. Nur Supermodels von damals, etwa Stephanie Seymour oder Christy Turlingt, die suchten wir vergeblich. Schade.

Mit den poetisch verfremdeten Fotos auf den Seidenkleidern und Tops des Labels Sava Nald schalten meine Augen dann allmählich auf Abend um. Es geht aber noch weiter, nämlich mit den Designern Guido Maria Kretschmer, Hien Le und dem Duo Perret Schaad. Dazu wie gewohnt morgen mehr ...

Siems Luckwaldt interviewt für ShopStyle die Designerin Dorothee Schumacher

interview January 16, 2012

Mit ihrer offenen, sympathischen Art und Kollektionen, die vor Fröhlichkeit und Finesse nur so strotzen, hat sich Designerin Dorothee Schumacher quasi direkt in die Herzen der fashion crowd wie auch ihrer Kundinnen designt. Kurz vor ihrer Laufsteg-Show am 19. Januar um 10 Uhr beantwortete die gebürtige Düsseldorferin einige neugierige Fragen.

Worauf freuen Sie sich bei der Mercedes-Benz Fashion Week am meisten?
Auf die Begegnung mit so vielen facettenreichen Menschen und bekannten Gesichtern, lieben Freunden - und auf die positive Energie, die von all dem ausgeht! Toll, dass das Jahr gleich so schön beginnt!

Das liebste Stück aus Ihrer Kollektion für den Winter 2012/2013, das absolute Must-have?
Mein Liebling diese Saison ist unsere Haute Jewellery Collection mit dem Kleeblatt als Glückssymbol! Das Kleeblatt weckt Kindheitserinnerung und ist eine schöne Symbolik, die universell verbindet. Ähnlich wie die Mode, spricht auch das Kleeblatt eine internationale Sprache.

Ihre Kollektion A/W 2012/2013 in einem Satz?
Sie verkörpert eine selbstverständliche Eleganz, positiv nach vorne getragen. Das Schöne an einer Kollektion aber ist, dass sie Bände spricht! Insofern ist es unmöglich, sie in einen Satz zu fassen …

Welches ist Ihr geheimes Talent?
Ich habe Spaß daran, in Lösungen zu denken. Geht nicht, gibt’s nicht!

Welcher Superheld wären Sie gerne?
Als Kind eindeutig Pipi Langstrumpf, die macht sich schließlich die Welt, wie sie ihr gefällt. Sie ist stark und unabhängig, kompromiss- und furchtlos. Die Inkarnation der Freiheit!

Zu welcher Musik joggen Sie am liebsten?
Wenn ich jogge, höre ich auf die Natur.

Von welchem Film kriegen Sie nie genug?
Alle Filme, bei denen ich meinen Emotionen freien Lauf lassen kann. Erst letzte Woche habe ich einen ganzen Flug von Tokio nach Frankfurt vier Filme lang durchgeschluchzt.

Was lesen Sie gerade?
Mich hat das Buch „Unterwegs in die nächste Dimension: Meine Reise zu Heilern und Schamanen“ von Clemens Kuby stark beeindruckt. Es zeigt, dass ein starker Wille und positiver Geist Berge versetzen können.

Ihr erstes Auto war …
… ein VW Käfer. Ich hab ihn geliebt!

Ihr Lebensmotto?
Seit Silvester habe ich ein neues Motto, das mir eine Freundin mit ins Neue Jahr gegeben hat: Sei realistisch – erwarte Wunder.

Was langweilt Sie?
Langeweile.

Was treibt Sie an?
Mein Herzschlag – in doppeltem Sinn.

Siems Luckwaldt interviewt für ShopStyle den Designer Stephan Pelger

interview January 15, 2012

In Berlin gehört er noch zu den Neulingen, in seiner Heimat Rumänien aber ist Stephan Pelger ein Fashion-Star. Der Designer studierte am Wiener Fashion Institute und war u.a. bereits bei Marken wie Missoni und Schella Kann kreativ. Der Gewinner etlicher Design-Preise zeigt seine Winter-Kollektion 2012/2013 am 21. Januar um 16.30 Uhr im Zelt am Brandenburger Tor.

Worauf freuen Sie sich bei der Mercedes-Benz Fashion Week am meisten?
Auf das Defilée und auf die zwei Minuten Beifall danach.

Das liebste Stück aus Ihrer Kollektion für den Winter 2012/2013, das absolute Must-have?
Meine Trenchcoats aus Kaschmir und Lammfell.

Ihre Kollektion A/W 2012/2013 in einem Satz?
Avantgarde trifft Ironie, denn keine Frau sollte sich selbst zu ernst nehmen - und Mode ist immer auch Spaß.

Welches ist ihr geheimes Talent?
Ich kann recht gut elektrische Geräte aller Art reparieren.

Welcher Superheld wären Sie gern?
Da kommen weder Superman noch Spiderman in Frage, deren Kostüme gefallen mir gar nicht. Als Kind aber wollte ich Barbie sein.

Zu welcher Musik joggen Sie am liebsten?
Ich jogge nie. Ich schwimme dafür regelmäßig, zu Marschmusik.

Von welchem Film kriegen Sie nie genug?
Die Sissi-Triologie
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Was lesen Sie gerade?
Zur Zeit lese ich die Biografie des rumänischen Dikators Nicolae Ceau
șescu.

Ihr erstes Auto war …
Das war ein gebrauchter weißer Golf 1, den mir mein Vater überlassen hat.

Ihr Lebensmotto?
Nimm dein Leben wie es kommt - und mach das Beste daraus. Das halbvolle Glas hat mich eigentlich immer weitergebracht.

Was langweilt Sie?
Desinteressierte Menschen.

Was treibt Sie an?
Das immer wieder Neue an meiner Arbeit und die ständige Herausforderung.

Auch in diesem Jahr wieder unser Insider bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Siems Luckwaldt

Fashion Week January 11, 2012

Siems Luckwaldt von Nahtlos! liebt es einfach, gleichzeitig an unterschiedlichen Projekten zu werkeln. Und das hat sich seit unserer letzten Zusammenarbeit zur letzten Mercedes-Benz Fashion Week Berlin auch nicht geändert. Und deshalb ist er wieder dabei und berichtet für unsere offizielle App zur Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vorab und ab dem 18. Januar dann täglich live vor Ort von der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Siems wird für Euch jeden Abend sein Resümée des modischen Geschehens aufschreiben – auf Deutsch und Englisch. Zu lesen ist dieser Insider-Report natürlich unterwegs auf der ShopStyle App und auch hier auf StyleNotes.

Natürlich halten wir und Siems euch auch via Facebook und Twitter auf dem Laufenden - klickt doch einfach mal vorbei!

Und hier noch ein paar Infos zu unserem Gastblogger und Fashion Week-Insider Siems Luckwaldt:
Siems Luckwaldt sammelte redaktionelle Erfahrungen bei Die Zeit, Hamburger Morgenpost, Cinema, Hamburger Abendblatt und in der New Yorker Korrespondenz der Magazine Gala und TV Today. Er war Mitbegründer von how to spend it, dem Luxusmagazin der Financial Times Deutschland, und viele Jahre dessen Fashion & Beauty Director. Ab 2009 übernahm er diese Position zusätzlich für die Titel Capital, Impulse und Business Punk. Später war er Ressortleiter Fashion, Beauty & Lifestyle sowie Social Media Manager bei der Burda Style Group Online (Bunte.de, InStyle.de, Elle.de, Freundin.de, Wellfit.Freundin.de, BurdaStyle.de). Seit September 2010 betreibt er mit Matthias Hinz das Lifestyle Blogzine Nahtlos! (www.nahtlosblog.de), schreibt frei für diverse Medien und berät Verlage.

 

VIDEO Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: DAY FOUR - FINAL DAY

Fashion Week July 11, 2011

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