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MBFW Tag 1 - Siems Luckwaldt: Get back in the groove, fashion people!

Aller Anfang ist ruhig. Das Brandenburger Tor und das Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin haben sich heute Morgen für eine leichte Schneedecke als Outfit entschieden. Dafür ist es am virtuellen Kamin der VIP-Lounge brütend heiß. Wer im flexiblen Zwiebellook erscheint, hat alles richtig gemacht.

Aus dem Runway-Bereich wabern Takte eines chilligen Laufsteg-Soundtracks. Designer Hien Le, der die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2013/2014 eröffnen wird, probt seine Show. Doch noch sind Platzkarten abzuholen, ein Espresso Macchiato zu genießen ... und die wichtigste Bloggerfrage zu beantworten: Wie lautet das WLAN-Passwort??

MOMENT OF ZEN

„Who is it?” fragt Michael Jackson zu Beginn der Show von Hien Le. Doch zumindest für die Modegemeinde der Hauptstadt erübrigt sich bei dem in Laos geborenen Designer jede Vorstellung. Man kennt ihn - und seine Mode spricht ohnehin für sich. Wenn auch eher leise. Die Bildwelt von Maler Mark Rothko liefert die Vorlage der verlaufenden Drucke, die Männer profitieren von überschnittenen Helden-Schultern und breiten Gummibündchen, während die Damen eine Handgelenktasche bekommen und beide Geschlechter minimalistische Kuschelmäntel aus Wolle. Die Farben leiht sich Le aus der Creme-Palette und setzt Tiefblau dagegen.



BLUETIFUL

Im intimen Studio beweist Sissi Goetze kurz darauf, dass auch wenige, gar stillstehend präsentierte Entwürfe von einer Kollektion überzeugen können. Die auffällig gerundeten Krägen ihrer Männerhemden, die gekreppten Stoffe, die stimmigen Schnitte und Blautöne - so reduziert wie wunderbar.

TANZ DEN FOLKLORE-PUNK

Russische Opernchöre bereiten auf eine etwas andere Lena-Hoschek-Show vor. Ihr Stilkosmos aus 50s-Naivität, Pin-up Sexiness und aufwändig gearbeiteter Trachtenästhetik rückt - unter den deftigen Klängen von Gogol Bordellos „Immigrant Punk” - in den Hintergrund. Stattdessen: zerrissene Netzstrümpfe, Nietengürtel und hochgeschnürte derbe Absatzstiefel. Kopf- und Schultertücher und grüne Mantelkleider im Uniformstil. Die Designerin plant offensichtlich eine (kleine) Mode-Revolution. Und zumindest Moderatorin Johanna Klum, Topmodel Franziska Knuppe und Komikerin Ruth Moschner - in der ersten Reihe gesichtet - wären vermutlich dabei. Das ikonische Hoschek‘sche Blumenmuster glänzt diesmal metallisch oder wird schwarzweiß fast zu einem Camouflage-Ersatz. Verzichtbar: der weiße, kristallbesetzte Ausflug ins Cinderella-Land am Schluss.



PELZ TO GO

Mit dem Shuttle-Bus ein rascher Sprint zum Hotel de Rome. Im Auto mit mir: ein in Frankreich geborener Blogger, der aus London für ein Magazin in Los Angeles über die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin berichtet. Vis-à-vis: ein bulgarischer Fotograf von der Upper East Side. Total global. Das Salondefilee des Münchner Labels Schacky and Jones - hochwertigstes Stretchleder und Pelz - fällt kurz aus. Dafür gibt‘s französische Köstlichkeiten auf silbernen Étageren. N‘est pas mal, non?

SOUND? CHECK!

In seinem weinroten Mantel-und-Degen-Outfit nebst Hut war Topmodel Papis Loveday natürlich der Blickfang der Fotografen vor der Show von Rebekka Ruétz. Für den Ex-Athleten ging es danach weiter nach Paris - auf den Laufsteg von John Galliano. Mysteriöse Klänge aus dem Off, dann eine Gitarrensalve und wir beginnen mit einem zarten Catsuit in Lachspink. Dann senfgrün-braun changierende Pannesamt-Jackets, die nicht jederfraus Geschmack waren. Must-have: der zerknitterte Hosenanzug in kaltem Dunkelbraun. Den fantasievollen Kopfschmuck zur Modenschau, mit dem Lena Gerke etwas kämpfte, entwarf übrigens Candice Angélini - eine Entdeckung! Die aufpeitschende Musik verband Speed Metal mit Vivaldi und indianischer Melodik. Genug Energie, um die große Kollektion von über 70 Teilen „durchzuhalten”.


Im Wortsinn coole Männermode gibt‘s im Studio, wo Daniel Blechman die Herbst/Winter-Kollektion seines Labels SOPOPULAR präsentierte. Die Hektik im Zelt nimmt zu, auch Bruce Darnell sieht irgendwie ein klitzekleines bisschen gestresst aus.

SYMMETRIE IST SOOO 2012

Viel Andrang bei der Show von Johanna Perret und Tutia Schaad (Perret Schaad), trotz Nachmittagstief. Angeschrägte Schnittführung bei Röcken und (Hemd-)Kleidern zeichnen die subtile Handschrift des Designerinnen-Duos aus, besonders gefallen diesmal ein Kleid in Korallenrot, ein grünes Oberteil aus Spitze, die Hemdmäntel - und der Song „Oscillate” von Sohn.




DAS RÄTSEL AUS ZÜRICH 

Who is Marc Stone? Diese Frage beschäftigt mich und die Kolleginnen in der Lounge, während wir statt Kuchen Currywurst vom Cateringtablett verschlingen. Mein Tipp: Den Namen des Schweizer Labels besser nicht im Job googeln. Es besteht akute „Verwechslungsgefahr” ... Der Name der Kollektion des Preisträgers beim PREMIUM Young Designers Award 2012 lautet „SAWLT”, was das Meersalz auf der Brust manches Männermodels erklärt. Salz auf unserer Haut und so. Gestein und Mineralien geben auch die Farben der Casual-Mode von Marc Stone vor, denn die ist vor allem grau. Ob Hosen mit Außennähten, abgesteppte Homewear mit tiefem Schritt oder Mäntel aus steifen Gewebemischungen. Zwei Nakedeis im Schlüpfer gab‘s zum Finale - und Applaus, etwa von Mirja Du Mont.



OOOPS

Karte verbummelt und Ticketschalter schon zu. Auch ein Profiblogger hat mal Pech. Ein „sorry” dafür an die Designer Aidin Sanati und Moa Wikman von UBI SUNT.

SCHRÄGE TRÄUME

Den Nachwuchspreis „Designer for Tomorrow” von Peek & Cloppenburg Düsseldorf gewann der Spanier Leandro Cano im letzten Sommer mit Modeskulpturen aus Leder, die an die Filme von Guillermo del Torro erinnerten. Ich sage nur: „Buckel”-Kleider aus Leder. Auch diesmal beschäftigten den Designer, der im letzten halben Jahr u.a. Award-Schirmherr Marc Jacobs in dessen Atelier über die Schulter schauen durfte, seltsame Träume beim Kreativprozess. Im Prolog zur Show erzählt Cano von weißen Fabeltieren, die durch seine Gedanken rennen. Mit seiner Mode versuche er sie zu ordnen, ihnen seine Hand zu reichen. Ich sage ja: W.E.I.R.D. Aber auch: faszinierend! Über die Looks und die Körper der Models tanzen Porzellantierchen, Ornament-Drucke erwachen durch applizierte Porzellanteile zum Leben, Strickblüten komplettieren das textile Märchen vor unseren Augen. Dazu gespenstische Musik wie „Si la Muerte” von Diamanda Galas. Richtig stark wird Cano jedoch gerade dann, wenn er seine ausufernde Fantasie zügelt, die Fantasmen zu Details werden. Gesichtet u.a.: Barbara Becker, Franziska Knuppe, Bibiana Beglau und Cosma Shiva Hagen.




 

Fotos: Getty
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

Unsere Top 10 - Neue Kollektions Stücke

Shopping News August 23, 2012

Endlich die neuen Kollektionen sind da!

Shorts mit Muschelsaum, Metallic-Accessoires, Röcke mit Flatterfaktor und ein kräftiger Schuss Weinrot...

Hier ist unsere Top 10:




Viel spass beim Shoppen via ShopStyle!

Tag Zwei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Der Tagesreport unseres Gastbloggers Siems von Nahtlos

Fashion Week January 19, 2012

Tag Zwei im Modezelt am Brandenburger Tor. Manche Augen mussten sich erst einmal an die Helligkeit gewöhnen - Vogue und Mercedes-Benz hatten am Vorabend ins Borchardt geladen, und auch bei Joop! in der Münzstraße war noch bis zum Morgengrauen gefeiert worden. Berlin verpflichtet.

Von Müdigkeit war vor der Schumacher-Show Backstage nichts zu spüren. Zur Fantasie-Arie "The Diva Dance" aus dem Film "Das 5. Element" liefen die Models eine Generalprobe. Der Detailreichtum der Kollektion erschloss sich unangezogen und beim Close-up auf dem Bügel weit mehr als im gleißenden Scheinwerferlicht. Kaum ein Material, das Designerin Dorothee Schumacher nicht in ihr Repertoire aufgenommen hatte - viel zu entdecken, noch mehr zu erfühlen. Ein besonderer Blickfang bei der anschließenden Show: Topmodel Luca Gadjus mit einer kiwigrünen Pelzkappe - und Teile der schmiede-neuen Haute-Joallerie-Kollektion von Schumacher.

Viel Trubel auch bei Kaviar Gauche, vor allem TV-Teams haben in dieser Saison offenbar die Fashion Week für sich und ihre Kameras entdeckt. Von SpiegelTV bis ARTE wurden eifrig Bilder und O-Töne der Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler für Behind-the-catwalk-Dokumentationen eingefangen. Das forderte seinen Tribut, die Show begann 40 Minuten verspätet und erst nachdem ein eine Weihrauchkugel schwenkendes Model böse Geister vom Laufsteg vertrieben hatte. Gut und Böse, Licht und Schatten zogen sich durch eine Kollektion voller elfenbeinfarbener Seidenblumen: als Ärmel eines Oberteils, als Rock eines Kleides und als Zier einer Robe, um deren Transparenz kunstvoll zu kaschieren. Ein Traum - für Frauen, die sich was trauen, denn mit "See-thru" sind die freizügigen Entwürfe nur unzureichend beschrieben.

Zur Mittagszeit weint der Himmel über Berlin, es gießt in Strömen. Gut, dass ein Shuttle zur Show von Hugo fährt. Die findet vor weißer "Leinwand" statt, in der Wandelhalle der Gemäldegalerie. Unter den gesichteten Prominenten: Sängerin Nena, Rennfahrer Jenson Button und Schauspielerin Julianne Moore. Trotz der ehrwürdigen Location fiel die Mode, die Designer Eyan Allen (Damen) und Kollege Bart de Backer (Männer) für den Herbst planen, betont modern und nicht Ölschinken-üppig aus. Die Herren müssen mit kurzen Sakkos auskommen, dafür wird der Cardigan gern darüber getragen. Bei den Damen dominieren geometrische Muster und Nähte, die Silhouette bleibt streng. Schwarz und Weiß dienen als Basis der Palette, die durch kräftiges Violett (auch für die Anzüge der Männer!) und ein "koralliges" Pink die nötigen Akzente erhält. Gegen das Mittagstief wummert der mächtig basslastige Soundtrack an. Gott sei dank fiel kein Meisterwerk dabei von seinem Nagel.

Bei Rena Lange wurden wir zurück in die 90s "geflasht", als die Frauen Powersuits und -kostüme mit Goldknöpfen und ebenso goldigen Accessoires trugen und Edelsteine die Farben vorgaben: Amethyst-Lila, Smaragdgrün, dazu Koralle. Nur Supermodels von damals, etwa Stephanie Seymour oder Christy Turlingt, die suchten wir vergeblich. Schade.

Mit den poetisch verfremdeten Fotos auf den Seidenkleidern und Tops des Labels Sava Nald schalten meine Augen dann allmählich auf Abend um. Es geht aber noch weiter, nämlich mit den Designern Guido Maria Kretschmer, Hien Le und dem Duo Perret Schaad. Dazu wie gewohnt morgen mehr ...

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