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MBFW Tag 4 - Siems Luckwaldt: Irgendwo ist immer Sommer

JUGEND-STYLE

Sie arbeiten emsig weiter an ihrer Handschrift, die Designerinnen Cimen Bachri und Derya Issever von Issever Bahri. Und ihre türkischen Wurzeln bleiben ein wichtiger Quell ihrer Mode. Wie die vergessene Epoche des Jugendstils in der Metropole Istanbul, der das Duo diesmal sowohl gerade Elemente wie auch fließende Formen entlehnten. Ob ganzes Kleid (mit oder ohne Unterkleid) oder dezente Kragenpaspel - hochwertigste Häkelarbeit ist es, die Issever Bahri ein Alleinstellungsmerkmal sichert. Die Garne variieren und erzeugen eine ganz eigene Spannung und Vielfalt, mal Alpaca, dann Samt oder auch Leder. Am Saum oder mitten im weit geschnittenen Pullover. Die Farben schwelgen in Dunkelgrün, Lavendel und finden in Schwarz ihren Ruhepol. Gut, komplett gehäkelte Hosen muss man sicher mögen, oft sehen tut man sie jedoch nicht. Schade eigentlich!

IN LOVE WITH INGMAR 

Die Rumänin Irina Schrotter ist einer meiner persönlichen Lieblinge. Seit der letzten Saison entwirft sie gemeinsam mit dem Avantgardisten Lucian Broscatean und auch diesmal stand ein intellektueller Ansatz hinter der Kollektion, der Film „Persona” von Ingmar Bergman. Wie die zwei Protagonistinnen in dem Psychodrama standen alle Outfits unter Hochspannung. Selbst die Haare der Models waren statisch aufgeladen! Reduziert auf Schwarz, Weiß und Grau schienen Teile eines Kleides oder Pullovers ausbrechen zu wollen, verließen die übliche Form, etwa als seitliche Ausstülpung. Bodenhaftung verlieh der grobe Schmuck aus Silber und Holz in geometrischer Form und Schaffell-Gamaschen auf Highheels. Die Musik: gespenstisch!

IS‘ WAS DOC?

Bekannt wurde die Ärztin Andrada Ona durch Mützen mit Pelzbommeln, die nach Chirurgenart vernäht werden. Jetzt wagte sie sich mit ihrem Label Zoe Ona, benannt nach ihrer Tochter, auf den Laufsteg - mit einer ganzen Kollektion Damenmode. Vor prominentem Publikum wie Lily und Boris Becker zeigte Ona vor allem überzeugende Strickmode und Ausflüge ins „ernste Fach”, also day- und eveningwear. Erfrischend: Bei allgegenwärtigem Schwarz auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin war ihre Farbpalette angenehm abwechslungsreich. Ebenso die Musik: Live von den Meystersingern und vom Band von Adele über Hildegard Knef bis Tony Christie.

HOLIDAY DELIRIUM

Designerin Miranda Konstantinidou zeigte neben ihrer riesigen (Mode-)Schmuckkollektion auch ihre Resort- und Wintermode. Die Themen: „Space Nights” und „Always Summer Somewhere”. Wie eine psychedelisch ausufernde Poolparty auf Ibiza könnte man den Farben-, Muster- und Formenrausch beschreiben, der dann in zwei Showblöcken auf uns einprasselte. Strassverzierte Metallhandschuhe, Gitterbrillen, Bienenkorbfrisuren, Tops aus Plastikschuppen, immer wieder Drucke zwischen Versace-ähnlichem und LSD und Loungewear-Mäntel aus dünnem Samt. Ganz geflasht von der Show in der front row: Minu Barati-Fischer, Franziska Knuppe, Tita von Hardenberg, Patrice, Sarah Kuttner, Boris Becker und Barbara Herzsprung.

REDUCED TO THE MAX

Eigentlich ist unwichtig, dass die junge (und gerade schwer bejubelte) Designerin Anne Gorke aus Weimar stammt, der Bauhaus-Stadt. Irgendwie aber auch nicht, denn die form follows function Philosophie der berühmten Designschmiede von Walter Gropius ist durchaus in Gorkes Fashion-Week-Premiere spürbar. Ein goldenes Beige, ein warmes Dunkelblau und- natürlich - Schwarz genügten der Newcomerin für ihre No-Nonsense-Outfits. Vom Faltenrock aus schwerem Leinen, Hotpants bis zu schlanken Kurzkleidern, die wie unsichtbar aus bis zu drei Farben und Materialien zusammengefügt waren. Sehr gut verarbeitet war das! Dazu schwere Dr. Martens, obgleich diese Kollektion keine zusätzliche Erdung brauchte. David Lynch, dessen Stimme vom Band sang, hatte recht: „Good Day Today” für Anne Gorke. 

LA VIE BOHÈME

Der gebürtige Bulgare Vladimir Karaleev hatte zwar auch schon zuvor vereinzelt Männerteile gezeigt, doch diesmal bedachte seine Kollektion beide Geschlechter fast gleichmäßig mit starken Farben und dekonstruierten, rohen Details. Highlights: ein Kleid mit einem angehängten halben Jacket, die kraftvollen Blautöne der Menswear (u.a. gemodelt von Alexander David Kern), der mutige Materialmix und die offensichtliche Evolution in Karaleevs Geschick, das Konzeptionelle seiner Mode noch raffinierter zu „verstecken”. Ärmellos, ungesäumt und dreilagig - so könnte man die New Urban Bohème à la Karaleev zusammenfassen.

DÜSTERE ROMANZE

Zwischen Himmel und Hölle schien Dawid Tomaszewski seine Models platziert zu haben - darauf deutete nicht nur das ausgefeilte Licht-Schatten-Design seiner Show hin. Auch seine Entwürfe, die zum unheilvollen Sound von „Canto Ostinato” (Kees Wiering & Polo de Haas) präsentiert wurden, verströmten jene fesselnde Melancholie, für die der Designer mittlerweile berühmt ist. Wuchs hier eine schwarze Seidenblume aus einem Kleidoberteil, war zuvor durchsichtiger Kunststoff als Bustier eingesetzt und das untere Drittel eines Rockes mit Gummi beschichtet, das wie Teer aussah. Lange - natürlich schwarze - Handschuhe aus Leder mit Lasercuts, Kleider wie Priesterroben aus dem Mittelalter und aufwendiger 3D-Strick - die im Pressetext angegebene Inspirationsquelle Portugal war für Dawid Tomaszewski offensichtlich extrem ergiebig.

VERSPRECHEN GEHALTEN

Das Markenuniversum von Michael Michalsky wächst und wächst. Das Schöne: Er vernachlässigt die Mode nicht. Vor allem die Männershow im Rahmen seiner berühmten Michalsky StyleNite hat mich schwer begeistert. Knackig sitzende Ein- oder Dreiknopf-Sakkos zu Hosen mit tiefem Schritteinsatz zu kombinieren, ohne dass es nach, pardon, Ghetto aussieht - das macht dem „King of Casual Businesswear” einfach keiner nach. Nur Michalsky kommt weg mit Hut, Mantel, Sakko, Krawatte und Hochwasserhose.

Zwar fehlte mir bei den Damen die sonst übliche Hingucker-Robe, doch auch so fiel die Kollektion for women grundsolide und mit leichter Hand entworfen aus. Gelungen: der omnipräsente Plastikreifgürtel, die breiten schwarzen Pinselstriche auf Mini und Hosenanzug, die Seidensatinhose mit Gummibund in Elfenbeinweiß und der nostalgisch anmutende, dezente Print mit  Zirkusakrobaten und Tänzern.

Insgesamt 54 Models hatte Michalsky verpflichtet, darunter Laufsteg-Debütant Jimi Blue Ochsenknecht, Esther Heesch, Antonia Wesseloh und Melina Martin. Meine zwei Promi-Highlights: Moderatorin Palina Rojinski in einem Ensemble aus Froschoberteil und langem Rock im Look einer bunten Computer-Tastatur - und Herbert Grönemeyer.

Was für eine Nacht: Zwei Fashion Shows, drei spezielle Prinzessinnenkleider inspiriert vom Disney-Film „Die fantastische Welt von Oz”, mitreißende Live-Auftritte von Sängerin Schmidt (Anspieltipp für euch: „Defenceless”!) und dem wilden schwedischen Duo Icona Pop ... Das alles wie am Schnürchen im Tempodrom zu inszenieren und anschließend noch eine rauschende Party zu geben, an die ich mich leider nur noch in Bruchstücken erinnern kann - dafür ist definitiv ein BRAVO fällig.

Fotos: Getty 
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 3 - Siems Luckwaldt: Mode für Bond-Girls, Braveheart & Schwanensee

Düster-romantischer Glamour bei Augustin Teboul, feinster moderner (!) Strick von 1913Berlin by Yujia und der lässig feminine Winter bei C‘est tout - auch der frühe Abend von Tag 2 der Mercedes-Benz Fashion Week hinterließ etliche Bilder auf der Blogger-Netzhaut.

A FAMILY AFFAIR

Doch eine Szene brannte sich dort gegen 20.30 Uhr unvergesslich ein: die zauberhafte kleine Tochter von Designerin Leyla Piedayesh (Lala Berlin), wie sie zum Finale der Show ihrer Mutter die Ehrenrunde auf dem Laufsteg drehte. Ganz allein, in Gold gewandet und enorm mutig, finde ich, vor all den Menschen und Kameras.

Zuvor hatte Piedayesh eindrucksvoll bewiesen, warum sie die Königin der Muster bleibt! Zum exotischen Klag von „Tabe Eshgh” von Hayedeh laufen die Models so schnell wie um ihr Leben. Und Look für Look entfaltet sich das Kaleidoskop aus Puderrosa, Orange, Rot und Schwarz auf Seide, Kaschmir und Angora. Toll: das Strickkleid mit Ledereinsätzen und die Hosen mit tiefem Schritt. Die Musik hat da längst  zu schrägen Clubbeats gewechselt, für das Berlin in Lala Berlin. Im Publikum erspäht: Heike Makatsch, Nora von Waldstätten, Michi Beck, Natalia Avelon, Fritzi Haberlandt, Jasmin Tabatabai, Bettina Zimmermann, Christiane Paul und Nadine Warmuth.

PARTY LIKE IT‘S 1995 

Vor einer gülden dekorierten Showbühne singt ein Tenor Classic-Pop, dann wechselt der wilde Soundtrack zu „Goldfinger”, „Hey, Big Spender” und, warum auch nicht ..., „Call Me Maybe”. Nein, Angst vor Stilbrüchen kennt Basler-Designchef Brian Rennie nicht. Und für seine Abendroben gilt wie immer: Erst wenn auch mit größter Mühe kein Kristall mehr am Satin oder Seidentaft befestigt werden kann, ist das Kleid perfekt. Gut, für ein paar edle Chopard-Juwelen war natürlich immer noch Platz. In der ersten Reihe dabei beim Treffen von Bond-Girl und Gala-Prinzessin im Hotel de Rome: Lilly Becker, Caroline Beil, Mirja du Mont, Dagmar Kögel, Vicky Leandros und Bonnie Strange.

LUXURY LIVES

Drei Farben Weiß zum Auftakt der Schumacher-Show, seit Jahren ein morgendlicher Genuss auf der Mercedes-Benz Fashion Week. Mit schwarzen Plüsch-Reiterkappen als Kopfschmuck marschieren die Models auf die Fotografen zu - und erneut heißt es ganz genau hingucken, welche Details Designerin Dorothee Schumacher in den Outfits versteckt hat. Ich finde: effektvolle Raffungen, die Taille betonende Zierabnäher, Pullover mit lasergelochten Ärmeln, edle Broschen und Armreifen im Nadelkissenlook und ein schwarzer Lammfellmantel mit weißem Pelzkragen. Musik u.a.: Dani Siciliano mit „Be My Producer”. Die baldige Eröffnung von zwei Schumacher-Boutiquen in China erklärt die sehr interessierte chinesische „Reisegruppe” in den Reihen.

KOOL 

„Wir haben gut zusammengearbeitet und ich konnte ihm noch den einen oder anderen Mode-Tipp geben”, sagt Topmodel Karlie Kloss über ihren Co-Star im Fashion-Film zum diesjährigen Kampagnenmotiv. Gedreht von Fotograf Ryan McGinley (Art Direction: Jefferson Hack) erzählt dieser von einem Katz-und-Maus-Spiel, das sich Kloss, ein 26-jähriger Schimmel und der Mercedes-Benz CLA im kalifornischen Nirgendwo liefern.

GRAFISCHES GOODBYE 

Für seine letzte (!) Kollektion für das deutsche Couture-Label Rena Lange blickte Designer Karsten Fielitz auf die Werke berühmter Maler. Fündig wurde er bei der konzentrierten Geometrie von Piet Mondrian, den effektvollen Pinselstrichen von Hans Hartung und dem Purismus eines Frank Stella. Die Lange-Klassiker - aufwendig gearbeitete Tweedjäckchen, Blusen und Kleider mit Bubikragen und subtile Trompe-l‘oeil-Effekte - traten in den Hintergrund um Platz zu machen für gelungene Patchwork-Techniken, butterweiches Nappaleder und rechteckige Clutches. Nett: die Jacketts mit voluminösen doppelten Revers, die gut herausgearbeiteten Kontraste bei Schwarz-auf-Schwarz-Stücken, die Zähmung komplett karierter Outfits und die Lederkrägen beim kleinen Schwarzen.

A SMALL STEP FOR MAN 

Schauspieler Joseph Fiennes und seine Frau schienen sich gut zu amüsieren auf der Reise zum Mond, auf die uns Laurèl mitnahm. Silber bestimmte große Teile der Collection, große Pailletten sorgten für den Hightech-Look und David Bowie sang von „Space Oddity” und Major Tom. Toll: ein Kleid aus kleinen Metallplatten und eine Robe aus Pailletten in Fischschuppen-Form, die oben mattiert und am Rock hochglänzend waren. Zwischendrin traf Fuchsia auf Rot, wir sahen rasierte Pelzjacken - und Barbara Becker mit Sohn Noah in der front row.

THAT‘S HOT

Präsentiert vom Magazin „Elle” und Gastgeber Mercedes-Benz zeigte der Japaner Yu Amatsu seine Kollektion „122 Grad Fahrenheit: Heat of Reaction”. Die Mode seines Labels A Degree Fahrenheit setzt in jeder Kollektion eine andere Gradzahl und deren physikalischen Effekt auf verschiedene Materialien um. Diesmal ging es ihm um das Rosten von Eisen und die Energie, die bei der Bildung von Eisenoxid frei wird - sofort wie langfristig. So wiesen die meisten seiner Kreationen asymmetrische Unterteilungen in zartbraune und schwarze Zonen auf, auch die Haare der Models waren zunächst toupiert und dann über die linke Schulter gebürstet und fixiert worden. Die Jersey- und Seidenstoffe wurden weitgehend fließend verarbeitet. Unter den Highlights: ein Monokini und die synthetischen Mäntel.

SCHWANENSEE

Die Show von Marc Cain in einem festlichen Saal des Hotel de Rome war dekoriert mit übergroßen Schwänen und Parkbänken als Sitzreihen. Dementsprechend fanden sich in der gezeigten Mode federähnlich verarbeitete Pelzdetails und zartes Eisblau. Aufgefallen sind mir: ein Mantel aus dicken weißen Wollfäden, die Mützen mit Schleier, ein Kristallleuchter- und See-Print und ein grasgrünes Outfit mit Polkadot-Bluse. Nur eine Frage: Strassbestickte Jeans - darf man das wirklich noch?

BRAVEHEART

Schottland muss Designer Marcel Ostertag wirklich „gepackt” haben, denn neben einem fröhlichen Papageienprint griff er zu verschiedene Tartanmuster und mehr Grüntönen, als die Highlands hergeben. Kaschmir und Jersey, abgesteppte Kurzjacken - warum eigentlich nicht? Für positive Energie sorgten die tracks „Kiss Like Dynamite” von Tyson und Kúra mit „Gógó”. Und jetzt geben wir zurück nach Balmoral Castle ...

ZWEITER BLICK 

Es gibt Kollektionen, die hauen sofort um, sind laut und mutig und unüber„hör”bar. Dann gibt es solche, die treten leise und bleiben blass. Michael Sontag gelang mit seiner Show der seltene Kunstgriff eines modischen Crescendos, das Look für Look eindringlicher wurde. Trotz gewohnt reduzierter Farbpalette aus Schwarz, meliertem Grau und Braun. Die raffinierten Drapierungen, die leichten Seidenstoffe, die Raffungen im Zentrum - das wirkte deutlich nach. Wie der famose Sound von Godspeed You Black Emperor mit „09-15-00” (mein absoluter Anspieltipp!). Geschmackssache: die mit goldenem Glitzerstaub bedeckten Pumps mit abnehmbaren Zipper-Stulpen.


JENSEITS VON AFRIKA 

Designer Guido Maria Kretschmer schweift gern in die Ferne, wenn er an einer Kollektion arbeitet. Diesmal zog es ihn nach Afrika - und die edle Ethno-Reise geriet zum Augenschmaus. Vor allem die zig Roben zum Schluss, für die ihn deutsche Promis wie Jette Joop, Bettina Zimmermann, Maren Gilzer und Nazan Eckes lieben - überzeugten mehr denn je: Fellprägung mit Gold, Schlangendrucke, tribal prints, satte Brauntöne und üppige Stickereien. Filmkomponist James Newton Howard legte den Klangteppich für die Models mit ihren turmhohen Afro-Perücken und langen Wimpern. Noch eine Premiere: die Models trugen die ersten Stücke der Kretschmer-Kollektion für Schuhhersteller Högl aus Österreich.

TOP OF THE STARS

Verpflichtet, ein wenig Hollywood an die Spree zu jetten, ließ es Hugo Boss bei der Show seiner jungen Linie HUGO promimäßig krachen. Edward Norton, Rene Zellweger, Moritz Bleibtreu, Jasmin Tabatabai, Pixie Geldof und Eddie Redmayne („Les Misérables”). Und vermutlich habe ich einige übersehen.

In einer Fabriketage der ehemaligen Berliner Opernwerkstätten gewohnt minimalistisch inszeniert sahen wir zunächst (Kunst-?)Lederjacken und Mäntel in Betongrau und mit futuristisch ausgestellten Doppel-Schultern à la „Starship Troopers”. Dann brachte HUGO das „out” zurück in die cut-outs, denn bei einigen Damenkleidern (teils mit blaulastigen Kaleidoskop-Drucken) fehlten effektvoll gleich ganze Quader im Stoff - oder auch in der Taille. Die Oberfläche nahezu aller Outfits blieben eher mattiert, als dominierende Farbe bei den Herren empfahl sich ein stumpfes Weinrot.

Fotos: Getty
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 2 - Siems Luckwaldt: Girls Just Wanna Have Fashion!


FLASHBACK

Ehe wir Tag 2 beginnen können, ein wichtiger Nachtrag von gestern - das 10. Saison-Jubiläum von Kilian Kerner. Als sich vor der Show Mireille Mathieu singend von der Akropolis verabschiedet, nimmt die Chanteuse das Styling der Models voraus. Ob Mann oder Frau, alle tragen Mireilles Bob. Und natürlich die Herbst/-Winter-Kollektion des gebürtigen Kölners. Untermalt vom live act Tunes of Dawn, die auch ein Lied aus Kerners Feder performen, gefällt vor allem die Männermode. Über die gibt es eigentlich immer gleich Gutes zu berichten: perfekte Hosenschnitte, wie angegossen sitzende Sakkos - alles, was man(n) braucht. Ob transparente Vinylmäntel, 3D-Tops aus Leder oder funky Lunchbag-Handtaschen, auch die Damen hatten Grund zur Freude. Stirnrunzeln dagegen bei einem zylindrischen Reifrock aus gestapelten Stofflagen. Solche Leistungsschau-Stücke hat Kerner gar nicht nötig. Vielleicht sollte er sich den eingestrickten Spruch (s)eines Pullovers zu Herzen nehmen: „I think too much”. Anyway, happy birthday, KK!

Während zu später Stunde dann gleich drei rumänische Designer ihre Mode zeigten (u.a. Stephan Pelger), nutzte ich die Gunst der (ruhigen) Stunde für den Bericht von Tag 1. Im Hotelzimmer rasch noch ein paar Fotos beschriftet und ein Glas Weißwein aus der Minibar. Kleine Freuden. Doch jetzt rasch „weitergeblättert” zum Mittwoch am Brandenburger Tor.

HIDDEN GEMS 

Es ist stets eine treue Fan- und Kundinnengemeinde aus dem In- und Ausland, die die Ränge von Anja Gockels Modenschau füllt. Der Hahn, dessen Krähen den Startschuss gibt, hatte heute allerdings verschlafen, es war eher zwanzig nach 10 Uhr als das Defilee farbenfroher Entwürfe begann. Gockels Mode bleibt nichts für modische Angsthasen, doch zwischen all den Farbexplosionen, dem Flaschengrün, dem Violett, den bunten Tweedjäckchen und Blumenprints steckten echte Perlen. Allen voran ein senfgelbes Wollkleid mit wunderschöner seitlicher Raffung, Samtkleider mit geometrischen Mustern und zweitem Layer aus halbtransparentem Tüll sowie dreieckige Ponchos mit color blocking.

Franziska Michael? Durch einen backstage Ausflug zu Anja Gockel leider verpasst. Im öffentlichen Bereich des Catwalk-Zeltes wickelt Micaela Schäfer die Fotografen um den Finger. Auf die Frage, von wem ihr Feder-Nieten-Outfit stammt, sagt die Irgendwie-Prominente bloß: „Das hat meine Stylistin ausgesucht.” Na dann.

FLAMING RED

Starke Kaufreflexe erzeugt die Show von Blacky Dress Berlin. Die Inszenierung zackig, die Schnitte z.B. der jeggings knackig, die Musik sehnsüchtig (u.a. „I wanna be your Man” von Willy Moon). Wir merken uns: den Haarteil-Pferdeschwanz trägt man jetzt im dezenten Kontrastton, die Lippen dunkelrot umrandet und Wolle im Farbton „Mystic Forest” gern in luxuriös fusseliger Mohair-Optik. Klasse: der flammend rote Hosenanzug mit Ton-in-Ton-Pullover. Wie ein rechter Haken von Regina Halmich, die in der ersten Reihe saß. Mein Musiktipp aus der Show: „Lovesick” von Lindstrom & Christabelle.


BRONZE LACE

Jorge González UND Bruce Darnell in einer Show? Na, da sollte ja zumindest kein Model stolpern bei Minx by Eva Lutz. Und das gute Karma der Model-Coaches wirkte. Auch im Publikum: die Schauspielerinnen Dennenesch Zoudé, Sabine Postel, Christine Neubauer und Sonja Kirchberger sowie die Moderatorinnen Caroline Beil und Annabelle Mandeng. Alle zusammen sahen sie im Finale Franziska Knuppe in einem traumhaften Kleid aus bronzefarbener Spitze.

GIRLS JUST WANT TO HAVE ...

Als Teenager der 1990er liegen mir Neonfarben natürlich sehr am Herzen. Und mit einem abstrahierten Leopardendruck als Untergrund machte das Label Barre Noire von Timm Süssbrich daraus wirklich einen modischen Frischekick. Und das Beste am Studio der Fashion Week ist, dass man als Fotograf und Blogger gleich fast ein eigenes Shooting daraus machen kann.

SIBERIAN GLAM 

Eisiger Wind fegte durch die Lautsprecher, man hörte Eis knacken. Nicht nur Jette Joop, Mirja Du Mont und Verena Kerth in der front row wunderten sich sicher, wie frostig die Kollektion von Designer Dimitrios Panagiotopoulos und seinem Label Dimitri wohl ausfallen würde. Kein Grund zur Sorge: Eine Dutt-Frisur mitten auf dem Kopf stolzierten viele der Models in üppigen Pelzen auf den Laufsteg. Viel spannender: der Inside-out-Mantel, der Uniformmantel in Eisblau und und das petrolfarbene Kostüm aus schwerem, kunstvoll verarbeitetem Leder. Auch ein Stretchkleid mit symmetrischem Print war gelungen, das violette Kleid aus Lametta-Fransen weniger. Hits dafür: die türkisfarbenen Rüschenkleider zum Schluss.

GREEN SHOWROOM

Eine Salonshow gediegenen Stils im Hotel Adlon Kempinski. Gern hätte man genauer gewusst, aus welchen Labels sich die gezeigten Outfits zusammensetzten. Besonders: ein grünes Kleid aus Wollfilz mit oversized Silhouette. Und die (Öko-?)Sonnenbrille! Mehr zum Event hier.



CATSUIT QUEENS

Das Design-Trio hinter Holy Ghost gibt einfach Vollgas. Auch diese Kollektion machte es leicht, sie zu mögen. Das erste Model wurde auf einem Hotel-Kofferwagen auf den Catwalk gerollt. An ihrer Figur lag‘s nicht, die Aktion war ein Showeffekt. Gesichtet u.a.: der Ochsenknecht-Clan minus Uwe und Minh-Khai Phan-Thi. „Where is my Man” fauchte Eartha Kitt im Showsoundtrack. Mit den Stretchkleidern (von oben bis unten gezipped), den fantastischen Catsuits in Seide oder Samt und einem Kauf-mich-Camelcoat aus nudefarbener Wolle und mit Oversized-Kragen dürfte einem Tête-à-tête zumindest modisch nichts im Weg stehen.

Fotos: Getty
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 1 - Siems Luckwaldt: Get back in the groove, fashion people!

Aller Anfang ist ruhig. Das Brandenburger Tor und das Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin haben sich heute Morgen für eine leichte Schneedecke als Outfit entschieden. Dafür ist es am virtuellen Kamin der VIP-Lounge brütend heiß. Wer im flexiblen Zwiebellook erscheint, hat alles richtig gemacht.

Aus dem Runway-Bereich wabern Takte eines chilligen Laufsteg-Soundtracks. Designer Hien Le, der die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2013/2014 eröffnen wird, probt seine Show. Doch noch sind Platzkarten abzuholen, ein Espresso Macchiato zu genießen ... und die wichtigste Bloggerfrage zu beantworten: Wie lautet das WLAN-Passwort??

MOMENT OF ZEN

„Who is it?” fragt Michael Jackson zu Beginn der Show von Hien Le. Doch zumindest für die Modegemeinde der Hauptstadt erübrigt sich bei dem in Laos geborenen Designer jede Vorstellung. Man kennt ihn - und seine Mode spricht ohnehin für sich. Wenn auch eher leise. Die Bildwelt von Maler Mark Rothko liefert die Vorlage der verlaufenden Drucke, die Männer profitieren von überschnittenen Helden-Schultern und breiten Gummibündchen, während die Damen eine Handgelenktasche bekommen und beide Geschlechter minimalistische Kuschelmäntel aus Wolle. Die Farben leiht sich Le aus der Creme-Palette und setzt Tiefblau dagegen.



BLUETIFUL

Im intimen Studio beweist Sissi Goetze kurz darauf, dass auch wenige, gar stillstehend präsentierte Entwürfe von einer Kollektion überzeugen können. Die auffällig gerundeten Krägen ihrer Männerhemden, die gekreppten Stoffe, die stimmigen Schnitte und Blautöne - so reduziert wie wunderbar.

TANZ DEN FOLKLORE-PUNK

Russische Opernchöre bereiten auf eine etwas andere Lena-Hoschek-Show vor. Ihr Stilkosmos aus 50s-Naivität, Pin-up Sexiness und aufwändig gearbeiteter Trachtenästhetik rückt - unter den deftigen Klängen von Gogol Bordellos „Immigrant Punk” - in den Hintergrund. Stattdessen: zerrissene Netzstrümpfe, Nietengürtel und hochgeschnürte derbe Absatzstiefel. Kopf- und Schultertücher und grüne Mantelkleider im Uniformstil. Die Designerin plant offensichtlich eine (kleine) Mode-Revolution. Und zumindest Moderatorin Johanna Klum, Topmodel Franziska Knuppe und Komikerin Ruth Moschner - in der ersten Reihe gesichtet - wären vermutlich dabei. Das ikonische Hoschek‘sche Blumenmuster glänzt diesmal metallisch oder wird schwarzweiß fast zu einem Camouflage-Ersatz. Verzichtbar: der weiße, kristallbesetzte Ausflug ins Cinderella-Land am Schluss.



PELZ TO GO

Mit dem Shuttle-Bus ein rascher Sprint zum Hotel de Rome. Im Auto mit mir: ein in Frankreich geborener Blogger, der aus London für ein Magazin in Los Angeles über die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin berichtet. Vis-à-vis: ein bulgarischer Fotograf von der Upper East Side. Total global. Das Salondefilee des Münchner Labels Schacky and Jones - hochwertigstes Stretchleder und Pelz - fällt kurz aus. Dafür gibt‘s französische Köstlichkeiten auf silbernen Étageren. N‘est pas mal, non?

SOUND? CHECK!

In seinem weinroten Mantel-und-Degen-Outfit nebst Hut war Topmodel Papis Loveday natürlich der Blickfang der Fotografen vor der Show von Rebekka Ruétz. Für den Ex-Athleten ging es danach weiter nach Paris - auf den Laufsteg von John Galliano. Mysteriöse Klänge aus dem Off, dann eine Gitarrensalve und wir beginnen mit einem zarten Catsuit in Lachspink. Dann senfgrün-braun changierende Pannesamt-Jackets, die nicht jederfraus Geschmack waren. Must-have: der zerknitterte Hosenanzug in kaltem Dunkelbraun. Den fantasievollen Kopfschmuck zur Modenschau, mit dem Lena Gerke etwas kämpfte, entwarf übrigens Candice Angélini - eine Entdeckung! Die aufpeitschende Musik verband Speed Metal mit Vivaldi und indianischer Melodik. Genug Energie, um die große Kollektion von über 70 Teilen „durchzuhalten”.


Im Wortsinn coole Männermode gibt‘s im Studio, wo Daniel Blechman die Herbst/Winter-Kollektion seines Labels SOPOPULAR präsentierte. Die Hektik im Zelt nimmt zu, auch Bruce Darnell sieht irgendwie ein klitzekleines bisschen gestresst aus.

SYMMETRIE IST SOOO 2012

Viel Andrang bei der Show von Johanna Perret und Tutia Schaad (Perret Schaad), trotz Nachmittagstief. Angeschrägte Schnittführung bei Röcken und (Hemd-)Kleidern zeichnen die subtile Handschrift des Designerinnen-Duos aus, besonders gefallen diesmal ein Kleid in Korallenrot, ein grünes Oberteil aus Spitze, die Hemdmäntel - und der Song „Oscillate” von Sohn.




DAS RÄTSEL AUS ZÜRICH 

Who is Marc Stone? Diese Frage beschäftigt mich und die Kolleginnen in der Lounge, während wir statt Kuchen Currywurst vom Cateringtablett verschlingen. Mein Tipp: Den Namen des Schweizer Labels besser nicht im Job googeln. Es besteht akute „Verwechslungsgefahr” ... Der Name der Kollektion des Preisträgers beim PREMIUM Young Designers Award 2012 lautet „SAWLT”, was das Meersalz auf der Brust manches Männermodels erklärt. Salz auf unserer Haut und so. Gestein und Mineralien geben auch die Farben der Casual-Mode von Marc Stone vor, denn die ist vor allem grau. Ob Hosen mit Außennähten, abgesteppte Homewear mit tiefem Schritt oder Mäntel aus steifen Gewebemischungen. Zwei Nakedeis im Schlüpfer gab‘s zum Finale - und Applaus, etwa von Mirja Du Mont.



OOOPS

Karte verbummelt und Ticketschalter schon zu. Auch ein Profiblogger hat mal Pech. Ein „sorry” dafür an die Designer Aidin Sanati und Moa Wikman von UBI SUNT.

SCHRÄGE TRÄUME

Den Nachwuchspreis „Designer for Tomorrow” von Peek & Cloppenburg Düsseldorf gewann der Spanier Leandro Cano im letzten Sommer mit Modeskulpturen aus Leder, die an die Filme von Guillermo del Torro erinnerten. Ich sage nur: „Buckel”-Kleider aus Leder. Auch diesmal beschäftigten den Designer, der im letzten halben Jahr u.a. Award-Schirmherr Marc Jacobs in dessen Atelier über die Schulter schauen durfte, seltsame Träume beim Kreativprozess. Im Prolog zur Show erzählt Cano von weißen Fabeltieren, die durch seine Gedanken rennen. Mit seiner Mode versuche er sie zu ordnen, ihnen seine Hand zu reichen. Ich sage ja: W.E.I.R.D. Aber auch: faszinierend! Über die Looks und die Körper der Models tanzen Porzellantierchen, Ornament-Drucke erwachen durch applizierte Porzellanteile zum Leben, Strickblüten komplettieren das textile Märchen vor unseren Augen. Dazu gespenstische Musik wie „Si la Muerte” von Diamanda Galas. Richtig stark wird Cano jedoch gerade dann, wenn er seine ausufernde Fantasie zügelt, die Fantasmen zu Details werden. Gesichtet u.a.: Barbara Becker, Franziska Knuppe, Bibiana Beglau und Cosma Shiva Hagen.




 

Fotos: Getty
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

Unsere Insider auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin!

Nächste Woche geht die Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin los. Auch dieses Jahr haben wir wieder unsere Modeinsider, die von den Shows berichten und uns mit Streetstyle-Bildern versorgen. Hier stellen wir dir unsere beiden Gastblogger für nächste Woche vor:

Siems Luckwaldt Nahtlos!

„Guter Lifestyle-Journalismus ist richtig harte Arbeit“, sagt der gebürtige Hamburger Siems Luckwaldt. Und er muss es wissen, denn seit 15 Jahren schreibt der Redakteur und Blogger über Mode- und Beauty-Themen, interviewt Designer und Kreative in aller Welt. Natürlich auch für Nahtlos!, das von ihm und seinem Mann Matthias gegründete Blogzine und Podcast. Und bereits zum vierten Mal berichtet der rastlose Medienprofi nun für die offizielle App der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin powered by ShopStyle.de - direkt aus dem Laufstegzelt am Brandenburger Tor.

Katja Schweitzberger / LesMads

LesMads, einer der größten deutschen Modeblogs, wurde im April 2007 gegründet. Seitdem informieren die Autorinnen ihre Leser mehrmals täglich über Mode und Lifestyle-Themen. Sie berichten von Fashionshows, Festivals und Städtetrips, stellen Models, Designer und neue Kollektionen vor und posten Tagesoutfits. Im September 2011 übernahm Katja Schweitzberger („bees and ballons“) die Leitung, nachdem die Gründerinnen Julia Knolle und Jessica Weiß LesMads verließen, um sich neuen Projekten zu widmen. Nächste Woche geht's los - LesMads versorgt uns täglich mit allen Neuigkeiten von der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin!


This Month In Style - Der Modeherbst beginnt mit Windstärke 12

This Month in Style October 30, 2012

Stormy Times: Der Modeherbst beginnt mit Windstärke 12

Das braut sich was zusammen. Nicht nur über der Ostküste der USA, wo sich die 5th Avenue für den stürmischen Besuch von Hurrikane „Sandy” rüstet. By the way: Warum trägt schlechtes Wetter eigentlich immer Frauennamen? Egal, denn turbulent ging es auch in der Modewelt zu. Höchste Zeit also für einen Rückblick auf den Oktober - in This Month in Style.



Halloween: Lass gruseln, Heidi!
Vor allem warte ich noch auf Bilder von Heidi Klums mittlerweile legendärer Halloween- Party. Meine eigene Einladung ist nämlich seltsamerweise in der Post verloren gegangen. Ob Heidi und Seal sich diesmal als geschiedenes Ehepaar verkleiden? Hm. Gerade ein Hit im Web: Man(n) kommt als Instagram-App, komplett mit echter Kamera und iPad zum Fotos anschauen. Eine nerdige Idee des Fotografen Eric Micotto.

Wie auch immer euer Kostüm ausfällt, das Make-up sollte in diesem Jahr von der „Addams Family” inspiriert sein. Da waren sich die Visagisten der Shows Herbst/Winter
2012/2013 einig. Egal ob bei Gucci, Alexander Wang, Nicole Farhi oder Marni. Makellos blasser Teint, die Lippen in glänzendem Zinnober- oder Blutrot und auf die Wangenknochen etwas düsterer Puder, um sie eingefallen wirken zu lassen. Wichtig: Auch an Halloween auf hochwertige Beautyprodukte setzen und nicht die Billig-Sets beim Discounter kaufen. Das ist dann wirklich gruselig! Hier ein Look von MAC Cosmetics:

Trend: Schuhe zu Kunstwerken
Ich muss sagen, seit ein paar Saisons macht es wieder richtig Spaß, stundenlang durch neue Schuhkollektionen zu surfen. Mehr denn je erheben Designer aus aller Welt nämlich den Damenschuh zum echten Kunstwerk. Im dekorativsten Sinne des Wortes.

Ob Pump, Highheel, Wedge oder Sandalette - bloß mit Farbnuancen oder Materialien zu punkten, das reicht kaum einem Label. Wie Leinwände werden it shoes heute bemalt und ihre Absätze zu aufwendig Skulpturen geschnitzt. Das Ergebnis: komplexe Stil-Statements zum Darauf-Laufen.

Allen voran Shootingstar Charlotte Olympia alias Designerin Charlotte Dellal, aber auch bei Pucci, Roberto Cavalli oder Fendi fällt die footwear immer raffinierter aus. Und ich dachte immer, „Walk like an Egyptian” wäre bloß ein 80s Hit ...








Wish List: The Row by Mary-Kate und Ashley Olsen
In der TV-Serie „Full House” teilten sie sich einst die Rolle des Wonneproppens Michelle - und jetzt regieren die kettenrauchend Olsen-Zwillinge über ein Lifestyle-Imperium, das auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Vor allem ihr feines Label The Row hat ihnen viel Lob von prominenten Kundinnen wie Julianne Moore, Jessica Biel und Michelle Obama eingebracht. Und den Preis „America‘s Womenswear Designer of the Year 2012”, bei dem sich das zielstrebige Duo gegen Marc Jacobs und Proenza Schouler durchsetzte.

„Wir wollen Mode entwerfen, bei der jedes Stück eine besondere Investition und rundum die Uhr tragbar ist.” Satin-Leggings, ein Kaschmir-Trägerkleid, eine Smokinghose - man merkt, dass Mary-Kate und Ashley seit Jahren Vintage-Mode sammeln. Ihre Mode und Accessoires schweben irgendwo zwischen heute und der glamourösen Zeit des Films „The Great Gatsby”.

The September Issue, Part 2
In einer neuen Doku feiert der TV-Sender HBO die wahren Helden des 120 Jahre alten Magazins: seine Moderedakteure. „In Vogue: The Editor” rückt neben Anna Wintour und Grace Coddington auch Kolleginnen wie Tonne Goodman und Polly Allen Mellen ins Rampenlicht. Und natürlich Cover-Stars wie Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman sowie die Designgrößen Vera Wang und Nicolas Ghesquière von Balenciaga.

Wer nicht so lange warten kann, bis der Film am 6. Dezember in den USA ausgestrahlt wird, kann bereits jetzt den dazugehörigen Bildband bestellen. Oder in diesem Film-Porträt die legendäre „Harper‘s Bazaar”- und „Vogue”-Chefin Diana Vreeland kennenlernen.

Bis in vier Wochen. Stay stylish.

Fotos: Bergdorf Goodman, Eric Micotto, MAC Cosmetics, The Row, Vogue/HBO.com; Pucci, Charlotte Olympia, Roberto Cavalli, Fendi (Montage: Siems Luckwaldt/Nahtlos!)
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

This Month in Style - Ring Out the Old, Bring In the New!

This Month in Style August 28, 2012

Der August ist ein geradezu idealer Monat, um eine neue Lifestyle-Kolumne zu beginnen. Überall Aufbruchstimmung! Während wir noch die Wärme der Sommersonne auf der Haut spüren, sind bereits die Herbst- und Winter-Kollektionen ready to shop. Designer, Stylisten, Blogger und die Redakteure der Modemagazine kehren aus den Ferien zurück und bereiten sich fieberhaft auf die Fashion Weeks im September vor oder hoffen, dass ihre September issues alle Gewichtsrekorde brechen. Wäre der August Teil eines Outfits, er wäre der Übergangsmantel, die textile Zäsur zwischen den Saisons. Und wie immer, wenn vor der Catwalk-Hektik ein Moment zum Resümieren und Grübeln bleibt, melden sich leise Zweifel.

In den letzten Wochen lasen wir daher unter anderem, dass Trends passé seien und die Zeit der Streetstyle-Fotos vorbei. Natürlich braucht bloß eine Woche zu vergehen und die Meinungen drehen sich um 180 Grad. Neonfarben würden bleiben, heißt es dann. Es gäbe wahre Muster-Orgien in den Ateliers. Schwarz bleibe the new black, Leder-Leggings wären DAS Outfit-Update - und der Hosenanzug feiere sein großes Comeback.

Letzteres wurde zum Fakt, als Miuccia Prada bei Miu Miu Jackett-Hosen-Kombis zeigte. Adieu A-Linie, wilkommen zurück Powersuit der 1990er. Ein Grauen für die einen, ein Segen für alle Jetsetter und Berufsflieger, die sich noch gut erinnern, das ein unkaputtbarer Hosenazug von Jil Sander oder Giorgio Armani der praktischste 24-Stunden-Look ist. Also: Rein in die Hosen und keine Angst davor, hinterher mit Hillary Clinton oder Angela Merkel verwechselt zu werden. Dafür müsste Frau sich wirklich sehr „vergreifen”.

Miu Miu Herbst/Winter 2012/13 - Chloe Sevigny

Und die „Zeig mir dein Montags-Outfit”-Bilder? Kein Ende in Sicht. Gerade hat Scott Schuman alias The Sartorialist sein zweites Buch („Closer”) mit Aufnahmen von Normalos aus aller Welt veröffentlicht und seine Lebensgefährtin, die Bloggerin Garance Doré, bringt nicht nur eine Kollektion mit Kate Spade New York heraus.

Bluse von Kate Spade & Garance Doré

Nein, sie wird gleich noch Kolumnistin der französischen „Vogue”. Der wiederum hat Chefredakteurin Emmanuelle Alt eine Frischzellenkur verordnet. Das Resultat ist in der aktuellen, 420 Seiten starken Ausgabe zu begutachten: clean, luftig, neue Schriften und Rubrikennamen sowie mehr Porträts. Auf den drei Cover-Varianten: Kate Moss, Daria Werbowy und Lara Stone, die alle im gleichen schwarzen Kleid von Dolce & Gabbana stecken. Derweil verdient sich Ex-„Vogue Paris”-Chefin und Großmutter Carine Roitfeld als MAC-Botschafterin etwas dazu. Ihr „Ich hab mich gestern Nacht nicht abgeschminkt”-Look ist schließlich wie geschaffen für eine eigene Mini-Kollektion.

Auf der anderen Seite des Atlantik wurde Anna Wintour bei der Produktion der „Vogue” zum 120. Jubiläum des Magazins fast ein wenig sentimental. Noch gut kann sie sich an ihr erstes Cover erinnern, das sie 1988 mit Fotograf Peter Lindbergh und Model Michaela Bercu inszenierte. Was hinterher als Geniestreich, als erstes crossover zwischen Haute Couture (Lacroix) und Mainstream (Guess) beklatscht wurde, war, so Wintour, purer Zufall: „Michaela war vor dem Shooting bei ihren Eltern in Israel gewesen, hatte etwas zugenommen - und passte einfach nicht in die Hose zu Lacroixs Jackett.” Der Rest ist Mode-Geschichte.

Der August bedeutete leider nicht nur Abschied von Sandaletten und Shorts in den Regalen. Mit dem Tod der unnachahmlichen Anna Piaggi (✝81) ist die Modewelt um eine der letzten wahren Legenden ärmer. Wer das Glück hatte, am Laufsteg hinter oder gar neben ihr zu sitzen, der lief Gefahr, sich statt des Defilees auf ihre wundervoll exzentrische Garderobe zu konzentrieren. Sattsehen war unmöglich, schließlich besaß die Stylistin und Redakteurin (u.a. italienische Vogue) eine Fashion-Sammlung, die über 200 Jahre und fast 3000 Kleider umfasste. Karl Lagerfeld, ein bekennder Fan von La Piaggi, sagte einmal über sie: "Sie kleidet sich wie ein Schauspielerin für eine Rolle. Nur, dass sie außerdem das Stück schreibt."

                              

Anna Piaggi

Eine erfrischend nerdige Model-Newcomerin ist die 19-jährige Charlotte Free aus Los Angeles, die beim Gamen in einer Daddelhalle entdeckt wurde. Jetzt ist sie bei IMG unter Vertrag, gehört zur Gang um Star-Fotograf Terry Richardson und postet auf ihrem Tumblr Bilder von grünen Dingen wie Frösche, Chamäleons und wirres Alien-Zeugs. Ihr liebstes Videospiel: „The Legend of Zelda: Ocarina of Time”. Ihre Lieblingsserie im TV: „Regina Regenbogen”. Ein richtiges Retro-It-Girl also.

Charlotte Free

Auch neu im August: der Hamburger Store von Designer und Fashion Week darling Kilian Kerner, die deutschen Magazine „Flair” und „Cover”, der Duft „Coco Noir” von Chanel und die Wahnsinns-Foundation „Touche Éclat” von Yves Saint Laurent.

Hamburger Store - Kilian Kerner

Das war sie auch schon, die erste Folge von This Month in Style mit einem rasanten Galopp durch die Fashion- und Lifestyle-Schlagzeilen des vergangenen Monats. Ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt für jeden Party-Smalltalk bestens gerüstet.

Bis in vier Wochen. Stay stylish.

Foto: Getty Images, Kate Spade New York, Charlotte Free, Kilian Kerner, Vogue US.

MBFW Berlin Tag4 - Siems Luckwaldt: Vereinte Fashion-Nationen

Es ist ziemlich voll bei der Show von Irene Luft, die den Endspurt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin für Frühjahr und Sommer 2013 einleitet. Nicht nur für den letzten Tag, an dem längst nicht mehr alle Journalisten, Chefredakteurinnen und Modeblogger dabei sein können. Erstaunlich gefüllte Ränge auch für die frühe Stunde, schließlich wurde bei Michalsky noch bis in den Morgen gefeiert.  

Feinste Spitze aus Plauen bleibt auch bei ihrer neuen Kollektion Irene Lufts liebstes Material - ob als Rollkragen aus Dutzenden von Spitzenblumen, als komplettes (Lingerie-)Kleid oder Zierelement. Blickfang: ein Abendkleid, dessen lange Schleppe aus Seidenblumen gefertigt war – und das Model ziemlich forderte.

Irene Luft: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Andy Wolf Eyewear aus Österreich verwandelt kurz darauf das Studio in eine Art Bohème-Garten, in dem die männlichen Models schräge Mode tragen, beim Pflanzengießen und Banane-Essen, und so die extravaganten Sonnenbrillen der Marke präsentieren.

Die gemeinsame Modenschau von drei rumänischen Designern sorgt dann gegen 12 Uhr für mein persönliches Menswear-Highlight. So spannende Leinen-Looks wie beim Label PATZAIKIN, die sofort an die Welt von Tom Sawyer denken lassen, habe ich selten gesehen. In Schlangenlinien schlendern die großartig gecasteten Jungs über den Runway, in Hosen mit aufgenähten Ärmeln, in Overalls mit hochwertiger Leinenstruktur - und immer mit originellen runden Strohhut-Variationen auf dem Kopf. Toll! Auch sehr gelungen: die luftig-leichte Polkadot-Damenmode (und Loungewear) von Adelina Ivan.

Romanian Designers 'Patzaikin' Show - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

 


Adelina Ivan: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das letzte große Promi-Aufgebot gibt es dann bei Eva Lutz und ihrem Label Minx: Boris und Noah Becker, Anastasia, Ursula Karven, Regina Halmich, Katja Flint ... Sie alle (und wir) sehen im ersten Teil der Show sportlich-urbane Sommerlooks, dann ein dramatisches Schluss-Crescendo aus wallenden Seidenkleidern in flammenden Farben. Nett: Die 60s-Taschen mit ausgestülpten Seiten.

Minx by Eva Lutz: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Während Sebastian Ellrich das Studio mit seiner Mode "bespielte", schaute ich mich rasch bei den drei Freundinnen von HolyGhost um, die ein letztes Mal ihre Show probten. Afrika lautete die wichtigste Inspiration, sichtbar in Ethno-Prints, Springbock-Drucken, den Safari-Tönen - und Songs wie "Homelands" von Nitin Sawhney. Kauftipp: Eines der Teile aus gelochtem Leder - entweder die tiefgrünen Hotpants oder das nougatbraune körpernahe Kleid. 

Es zeigten später noch drei Vertreter des neuen (Mode-)Istanbuls ihre Ideen einer textilen Zukunft sowie Designerin Sissi Goetze und drei Gäste der Camera Nazionale della Moda Italiana. Doch da war ich schon auf dem Weg zum Flughafen. Vier Tage Mode ohne Pause - diese Eindrücke wollen auch verdaut werden. Und wenn das geschehen ist, dann ist sicher schon fast Januar und alle sind wieder in Berlin. Im Fashion-Zelt am Brandenburger Tor. Wir sehen uns!

P.S. Immer noch "Hunger" auf Mode? Dann empfehle ich die Ausstellung "Fashioning Fashion" im Deutschen Historischen Museum, die noch bis zum 29. Juli zahlreiche Beispiele europäischer Mode von 1700 bis 1915 zeigt. Klingt interessant, oder?!

MBFW Tag3 - Siems Luckwaldt: Härtetest

Der Morgen nach der Michalsky StyleNite ist ein Härtetest für das eigene Beauty-Arsenal: Mit welchen Splashs, Lotionen und Feuchtigkeitsgels kriegt man sich bloß wieder in eine Tageslicht-taugliche Form? Doch der Reihe nach. Auch an Tag 3 der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin gaben sich die (Fach-)Besucher deutlich weniger gestresst, als sonst - dafür umso genussvoller - dem Modezirkus hin. Er begann mit der Show von Anja Gockel, deren treue Kundinnen für einen Platz am Catwalk gern längere Reisen auf sich nehmen. Fashion als Kurztrip-Happening.

Nach der Präsentation von Marc Philippe Coudeyre im beliebten Studio-Bereich zeigte das Label Blacky Dress - um zur Mittagszeit einer echten Entdeckung die „Arena” zu überlassen: Hannes Kettritz. Der junge Menswear-Designer punktete mit einer puristischen Sommerkollektion, die trotz der bunt geschminkten Augenbrauen seiner Models alles andere als verspielt war. Nein, was Kettritz zeigte - darunter ein präziser flaschengrüner Wildlederblouson, knackige Shorts und ein elfenbeinfarbener moderner Hochzeitssmoking - war im besten Sinne ready to wear und könnte direkt vom Laufsteg in den Laden!

Marc Philippe Coudeyre: Studio - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das junge Label MALAIKARAISS zeigte „off site”, und das war für viele eine zeitliche Herausforderung angesichts der (Über-)Fülle im Schauen-Programm. Eine Fashion Week zwingt den rasenden Reporter leider täglich zu harten Timing-Entscheidungen.

Malaikaraiss: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Präsentiert von Mercedes-Benz und dem Magazin „Elle” sahen wir dann am frühen Nachmittag ein weiteres Highlight dieses überraschend spannenden Donnerstags. Der sympathische Kanadier Steven Tai, der jüngst erst das Modefestival in Huyères gewann, verzauberte uns mit seiner textilen Interpretation von Bücherwurm und Leseratte: Kunstvolle Avantgarde-Kleider, die aus dicken Stapeln von Stofflagen (wie Buchseiten) konstruiert waren und vor unseren Augen zu entstehen oder bereits zu zerfallen schienen. Ein Outfit aus sich elektrisch bewegenden goldenen Füllfedern sorgte für ein deutlich hörbares „Wow” im Publikum.

Steven Tai: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Publikumsliebling Kilian Kerner, wie immer musikalisch live begleitet von Sänger und Kerner-„Spezi” Ben Ivory, widmete sich dem Thema Freiheit und schien sich selbst insbesondere bei seiner Damenmode freigeschwommen zu haben. Durch die Kollektionen for him and her zogen sich grelle Neon-Akzente. Angenehm auch: Humorige Elemente wie etwa sich küssende Fische auf Männerpullovern oder knallige Accessoires wie Vinylrucksäcke oder MacBook-Cases. Alle Models trugen (schmelzende) Eiswürfel an goldenen Ketten um den Hals - auch beim Styling der Show also ist Kerner noch entspannter geworden, und das tut ihm und seiner Mode gut.

Killian Kerner: Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Statt zu, Design-Duo Perret Schaad pilgerte ich zum denkmalgeschützten Babylon-Kino, wo Designer Patrick Mohr einen Modefilm mit Bonnie Strange und Wilson Gonzales Ochsenknecht uraufführte. Ein schräg-schönes, düsteres Werk, irgendwo zwischen „Phantom der Oper” und „Eyes Wide Shut”. Die stehenden Models in der Location trugen eine Kollektion mit frischen Prints und Unisex-Taschen, die bei mir akute Kaufreflexe auslösten. Bravo!

Während Frida Weyer ihren Sommer 2013 im Zelt an der Siegessäule präsentierte, hieß es für viele jetzt: umziehen für die StyleNite von Michael Michalsky im Tempodrom. Der Designer gönnte seinen Männer- und Frauenkollektionen diesmal getrennte Shows und bestritt den Abend somit modisch solo. Wie immer bewies Michalsky auch beim musikalischen Rahmenprogramm Trendgespür: Sowohl das Streichquartett Eklipse (mit Cover-Versionen von Pophits wie „Sweet Dreams” von den Eurythmics) und auch die Elektro-Dance-Combo Blitzkids waren echte Volltreffer. Zur Mode: Wer sich steifer Business-Garderobe verweigert und eher 24-Stunden-Outfits bevorzugt, der kommt an Michalskys Menswear kaum vorbei, die erneut Präzision hinter betonter coolness verbarg. Spot on dann auch die zarten Blumenprints bei den Damen (darunter, quelle scandal, ein hochschwangeres Model), Jäckchen mit aufgenähten Kristallblumen, Hosen in Mint-Metallic und eine Robe mit schwarzem Lederbustier und eingearbeitetem Ornament-Gürtel. Ein ausgewogenes Portfolio, über dass sich die Mehrheit im Publikum bei der anschließenden Party positiv äußerte.

Michael Michalsky: Tempodrom - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Ob sich allerdings heute noch alle an die gestrige Nacht erinnern, ist fraglich ... Bis morgen, zum Finale!

Fotos: Getty Images

MBFW Tag 2 - Siems Luckwaldt: Fashion Show im Halbestunden-Takt (na ja, fast)

Mit dem Leih-Rad unterwegs vom Hotel zum Catwalk-Zelt denke ich kurz an die Abend-Events des ersten Tages. Untermalt von satten beats und nicht ganz jugendfreien Songtexten hatten Kaviar Gauche eine Kollektion gezeigt, die sich mit unserer digitalen Welt beschäftigte. Kein Wunder also, dass die mit dem Laser geschnittenen Lochmuster auf Röcken und Kleidern die Form von Computerschaltkreisen und -platinen hatten. Die Kleider waren hoch geschlitzt, die Serviettenrüschen zahlreich und die Farben bewegten sich von off white über Olive bis zu "giftigem" Gelb. Zum Schlussapplaus trugen die Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler natürlich Partnerlook.

Hunkemöller feierte kurz darauf im ehrwürdigen Berliner Ensemble das alte Hollywood - und Sylvie van der Vaart, die Co-Designerin einer Lingerie-Kollektion, die mit Vintage-Details den Glamour von einst einfing. Dazu Showeffekte wie eine in den Set herabgelassene Schaukel und fesche Jungs auf Motorrollern.

Tag 2 forderte uns mit extremst schwüler Luft heraus, nur Designerin Dorothee Schumacher schien die anstrengende Witterung nichts auszumachen. Bester Lane bereitete sie backstage ihre Modenschau vor, die in der ersten Hälfte Art-Déco-Details und Safari-Looks vereinte und dann Kaleidoskop-Prints sowie metallisch schimmernde Stoffe hinzufügte. Wie immer bei Schumacher lohnte es sich, ganz genau hinzugucken, denn die Designerin, die nach der Show zum Picknick lud, versteckt gern goodies für einen zweiten Blick in ihren Entwürfen. Im Publikum u.a. gesichtet: Blogger-Kollegin Mary Scherpe von Stil in Berlin.

Nachdem uns die letzte Kollektion von Rena Lange in die glamourösen 1990er der Powerfrauen im Kostüm mitnahm, hatten es Designer Karsten Fielitz diesmal Filme wie "Swimming Pool" mit Romy Schneider angetan. Die label-typischen Schluppenbluse und Bubikragen tauchten allenfalls dezent und minimiert auf, dafür zeigte Fielitz sommerfrische Kleider und Hosenanzüge mit abstrahierten Blumenmustern, maritimen blau-beigefarbenen Flechtkorb-Streifen und zartes Orange. Nett: indianisch anmutende Wildlederkleider mit geflochtenen Einsätzen. Als Musiktipps nehmen wir diese Songs auf unsere Playlist: "You are the one" von Adanowsky und "It's all ok" von Julia Stone.

Ein bis auf die letzte Minute vollgepackter Ablaufplan hielt meinen Adrenalinpegel kontinuierlich hoch. Weiter ging's zu Laurèl - und in die italienischen Strandorte der 1960er, als Bademode noch zwischen unschuldig und neckisch schwankte. Dazu: sehr (!) farbenfrohe Abendkleider.

Bei Marc Cain hieß das Motto "Magical Birds", was die Vogeldrucke in Neonfarben erklärt. Nicht jedermanns Geschmack dagegen waren die teils extra für die Show eingefärbten lebendigen Vögel im Festsaal des Hotel de Rome.

Marc Cain: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das Designduo Issever Bahri setzte im Studio auf Muster, die Cimen Bachri und Derya Issever von Einrichtungselementen aus ihrer türkischen Heimat kennen. Vor allem die aus Bamwolle und Leder gehäkelten Kleider überzeugten.

Designer Marcel Ostertag, frisch erblondet, bleibt Promi-Magnet: Giovanni Zarella und Jana Ina sowie die nahezu gesamte Familie Ochsenknecht sind da nur eine kleine Publikumsauswahl. Der Designer eröffnete in leuchtend Rot und auf hohen Absätzen die Show, in der auch Model Franziska Knuppe lief. Ostertag zeigte eine konzentrierte Hommage an die Rose, dementsprechend in (Blütenblätter-)Lagen konstruiert waren seine Seidensatin-Kleider, die das gesamte Rotspektrum abdeckten. Toll: Zwei weiße Roben mit zahlreichen aufgenähten Blütenkelchen.

Marcel Ostertag: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Am späten Nachmittag bündelte der Green Showroom im Hotel Adlon Kempinski abermals Modemarken, die sich ökologischer und ethischer Produktion verpflichtet fühlen.

Es war der Tag der Blumen, denn auch bei Unrath & Strano stand ein floraler Klassiker im Mittelpunkt: die Gerbera. Und die war als Druck auf den famosen Kleidern der zwei ein echter Hit! Zu den Klängen von "Peter" von Marlene Dietrich und "Your smile in my Eyes" von Bent begeisteren zudem die wie angegossen drapierten (Etui-)Kleider. Im Publikum: Bryan Adams, Design-Kollegin Anna von Grisheim und Verena Kerth. Auch im Zelt gesicht: Eine verirrte Kohlmeise, die hoffentlich ihren Weg hinaus fand.

Für das Defilee der Linie Hugo lud Hug Boss in ein Eishockey-Stadion - statt arktischer Temperaturen glich die spannende Location dagegen einer Sauna. Cool war immerhin die Kollektion für Damen und Herren, die Designer Eyan Allen und Bart de Backer präsentierten. Vor allem die metallisch-bunt schimmernden Applikationen à la Science-Fiction waren Highlights. Weiß dominierte die Outfits, der für die Marke typisch Dekonstruktivismus war diesmal eher ein Fragment. Beispielsweise bei einem Kleiderkragen, dem die rechte Schulter "fehlte" und der dort nur von einem Spaghettiträger gehalten wurde. Materialmix und neuartige Synthetkstoffe mit Glanzeffekten rundeten die Show ab, bei der u.a. Kate Bosworth, David Coulthard, Kai Wiesinger und Regine Sixt in der front row saßen.

Hugo Boss / Erste Reihe:Kate Bosworth

Backstage vor seiner Show erklärte Michael Sontag, dass seine skulpturale Kollektion für den Sommer 2013 ihn noch intensiver in die Materie und zu neuen Experimenten geführt habe. Nach der Fashion Werk freut sich der viel gelobte Designer auf ein paar Wochen Ferien in Berlin.

Im Doppelack zeigten die Kritiker-Lieblinge Mongrels in Common und Liebig im ehrwürdigen Pauly-Saal, während Guido Maria Kretschmer diesmal nicht nur als von der Society verehrter Modeschöpfer sondern auch TV-Star zeigte ("Shopping Queen").

Dass die Rumänin Irina Schrotter trotz später Stunde und dem strömenden Regen eines heftigen Gewitters vor fast vollen Rängen zeigte, ist allein schon als Erfolg zu werten. Ab 22.20 Uhr hielt sie uns mit einer Kollektion in vielen Farben Weiß, Nude und Neonorange wach, die mit federleichen transparenten, dann wieder robusten Materialien wie Jute sowie Mänteln mit Hunderten aufgenähter Fransen spielte. Neben Model Sara Nuru begeisterte auch der schwere Holz-Silberschmuck.

Irina Schrotter: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Halbzeit auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - wir lesen uns morgen wieder. Cheers!

Foto: Getty Images

MBFW Tag 1 - Siems Luckwaldt: Abwechslungsreicher Auftakt im Schatten der Siegessäule

Als sich das erste Model im Laufstegzelt grazil in Bewegung setzt, liegt noch Nebel über der neuen (temporären) Location der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Vorfreude liegt in der Luft, mancher muss sich noch erinnern, wo welcher Sitzblock war – und auf jedem Meter folgt ein großes Hallo und exzessives "Kampf-Busseln". Die Modeszene hat sich schließlich ein halbes Jahr nicht gesehen.

Die Sitzkissen auf den Plätzen deuten es dann bereits an, die Kollektion von Escada Sport wird farbenfroh. Unter den Gästen: Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, Sänger und Fotograf Bryan Adams, Escada-Eignerin Megha Mittal, Schauspielerin Katy Karrenbauer, sämtliche Chefredakteure und Modechefinnen der deutschen Magazinpresse, Starlet Shermine Shahrivar, Topmodel Franziska Knuppe sowie Verleger Florian Langenscheidt.

Modisch channelt Escada-Designerin Madelaine Schäfer das Lebensgefühl und die Farbpalette Kubas und Afrikas. Merke: Ohne Sonnenhut geht nichts im Sommer 2013. Ideal für Ibiza ist der neue Print, der ein wenig an die Aquarell-Version einer Gen-Helix erinnert. An den nordeuropäischen Winter hat Schäfer auch gedacht, es finden sich etliche luftige Grobstrickjäckchen und sogar ein Wollcape mit Fledermausärmeln in ihrem line-up.

Im intimen Studio-Bereich zeigt Yujia Zhai-Petrov mit ihrem Label 1913Berlin, dass sich kreativ noch einiges aus dem Material-Klassiker Kaschmir herauskitzeln lässt. Definitiv ein "label to watch".

Designerin Lena Hoschek haben es diesmal die Toten angetan, genauer die mexikanischen Feiern zu Ehren der Verstorbenen - Los Dias de Muertos. Mit dem Song "Burn the Witch" von den Queens of the Stone Age eröffnet die gebürtige Grazerin ihr Defilee, das sich diesmal deutlich von den traditionellen Gewändern des spanisch Sprachraums inspirieren ließ. Schwarze Spitze (echt und aufgedruckt), bunte Rosen im geflochten Haar - und Hosen, wie sie eine Torera tragen könnte. Kein Traumjob für die Models, die man unter ihrem Totenkopf-Make-up kaum erkannte. Witzig: Die Designerin nahm den Applaus mit einem angeklebten Schnurrbart entgegen.

Der Himmel über dem Fashion-Week-Zelt war mittlerweile strahlend blau und die Kollektion von Rebekka Ruétz lieferte extra Sonne dazu. Beispielsweise mit reichlich fröhlichem Gelb und aufwändigen Lederkleidern, in die Laser exakte Muster gebrannt hatten. Dazu wummerten düstere Trommelrhythmen.

Seinem Ruf als einer, der aus Frauen durch Roben (griechische) Göttinnen macht, wurde Dimitrios Panagiotopoulos mehr als gerecht. Der DIMIMITRI-Sommer 2013 wird so richtig flatterhaft und ist doch streng gegürtet. Vor allem die Schulterpartien mit gewickelten Trägern wirkten wie auf einem antiken Gemälde. Spitze Nieten auf manchem Highheel sorgten für harte Kontraste bei all der softness. Must-have: der butterweiche gelbe Ledermantel.

Franziska Knuppe, TV-Jurorin Dana Schweiger, Schauspielerin Ursula Karven - die Promidichte konnte sich sehen lassen beim Designer for Tomorrow Award von Peek & Cloppenburg Düsseldorf. Zum zweiten Mal unter Schirmherrschaft von US-Designer Marc Jacobs hatte eine Jury im Vorfeld bereits aus 350 Bewerbern eine Top 5 gewählt, deren Mini-Kollektionen nun präsentiert wurden. Unterschiedlicher hätten die Kandidaten nicht sein können, ein mehr als spannender Wettbewerb. Das Rennen machte schließlich der Spanier Leandro Cano, dessen bizarre Mode sofort an Film-Exzentriker Guillermo del Toro denken ließ. Neben mächtig viel Berater-Knowhow gewann Cano zudem eine Modenschau im Januar. Und auf die bin ich äußerst neugierig!

Ehe das Duo Kaviar Gauche seine Entwürfe zeigte und die Show von Hunkemöller by Sylvie van der Vaart in einer Party ihr Finale fand (zu beidem morgen mehr), begeisterte Dawid Tomaszewski sein Publikum, darunter u.a. Schauspielerin Iris Berben. Skulpturaler Strick samt Kristallbesatz, rot gemusterte Satinpluderhosen für Männer und ein grandioser Rock, dessen breite Pailletten von Weiß in Blutrot übergingen. Einfach famos! Dass eine Feder - gehalten mit einem Draht im Mund der Models - das Gesicht der Models optisch teilte - gehörte zum Gesamtkunstwerk unter dem Motto "Metamorphose".

Mehr als genug "Stoff" zum Nachdenken für heute. Bis morgen!

Foto: Getty Images

Klopf, Klopf! Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin steht vor der Tür

Heute in zwei Wochen ist es wieder einmal so weit: Vom 4. bis 7. Juli 2012 wird Berlin wieder zum Laufsteg für unsere deutschen Designer und Heimat für internationale Journalisten und Modebegeisterte – dann findet nämlich wieder die Mercedes-Benz Fashion Week statt! Wir werden für Euch auch vor Ort sein und Euch mit aktuellen Informationen von und um den Laufsteg herum versorgen.

Franziska Knuppe/ Quelle: Getty Images

Ebenfalls wieder für ShopStyle im Einsatz während der Fashion Week Berlin: Unsere Gastblogger Mary Scherpe (Stil in Berlin) und Siems Luckwaldt (Nahtlos!), die Euch mit exklusiven Interviews, Trends und Tipps durch die Modewoche begleiten.

Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, abonniert unseren Blog StyleNotes, folgt uns auf Twitter oder fügt uns einfach auf Instagram hinzu.

 

Siems Luckwaldt ist für uns schon einmal losgezogen und hat sich exklusiv für ShopStyle mit dem Designer Kilian Kerner über das bevorstehende Event unterhalten.

Siems Luckwaldt: Worauf freuen Sie sich bei der Mercedes-Benz Fashion Week am meisten?

Kilian Kerner: Natürlich auf unsere eigene Show. Es bleibt ja bei all der Vorbereitung nicht wirklich Zeit andere Veranstaltungen zu besuchen.

Siems Luckwaldt: Ihr liebstes Stück aus Ihrer Kollektion für den Sommer 2013, das absolute Must-have?

Kilian Kerner: Da gibt es einige. Eines kann ich gerade nicht hervorheben.
 


Siems Luckwaldt: Ihre Kollektion S/S 2013 in einem Satz?

Kilian Kerner: Die Popkultur spaziert mit einer Selbstverständlichkeit durch die Natur.



Siems Luckwaldt: Welches ist ihr geheimes Talent?

Kilian Kerner: Ich hätte Detektiv werden sollen, denn ich kriege alles raus.

Siems Luckwaldt: Welcher Held wären Sie gern?

Kilian Kerner: Ich steh’ nicht auf Helden.
 


Siems Luckwaldt: Zu welcher Musik joggen Sie am liebsten?

Kilian Kerner: Ich jogge nie. Wenn ich joggen würde, dann sicher „mit” Ben Ivory.
 


Siems Luckwaldt: Von welchem Film kriegen Sie nie genug?

Kilian Kerner: „Die Fremde in mir” mit Jodie Foster.

Siems Luckwaldt: Was lesen Sie gerade?

Kilian Kerner: Momentan hab ich keine Zeit zum Lesen, wo die Fashion Week vor der Tür steht. Da kann man froh sein, wenn man zum Schlafen kommt ...

Siems Luckwaldt: Ihr erstes Auto war?

Kilian Kerner: Ich habe keinen Führerschein.



Siems Luckwaldt: Ihr Lebensmotto?

Kilian Kerner: Bleib dir treu. Leb’ heute.
 


Siems Luckwaldt: Was langweilt Sie?

Kilian Kerner: Sehr vieles. Leider.

Siems Luckwaldt: Was treibt Sie an?

Kilian Kerner: Mein Ehrgeiz, mich weiter zu entwickeln.

Finale: Siems berichtet über den letzten Tag der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Fashion Week January 22, 2012

Endspurt auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Beim ersten Kaffee rasch ein Abgleich, wer die Michalsky StyleNight wie fand. Nun, der Reihe nach: Die von Models/Funkenmariechen teils getanzte Show von Roeckl war so kurzweilig wie clever. Die Handschuhe, Muffs, Taschen und Tücher durch Bodysuits und Bodypainting sowie geschicktes Drapieren zu vollwertigen Outfits zu ergänzen - netter Einfall.

Designer Michael Michalskys Herz schlägt neben der Mode für Musik, vor allem für Künstler, die morgen in aller Munde sind. Dementsprechend vielfältig wurde auch diese StyleNight im Tempodrom untermalt. Sang und gogotanzte der New Yorker underground act Jessica 6 zur Roeckl-Show als wäre es 1994, sprang danach Susi Gold elektro-extatisch über die Bühne.

Nach einer frisch-fröhlichen Herbst/Winterkollektion von C'est tout, für die Designerin Katja Will unter dem Motto "Paris, Texas" indianische Muster des US-Western-Staates mit Pailletten-Rafinesse à la Couture. Süß: Die Perlenbärchen an den modernisierten, weichen Cowboy-Stiefeln.

Nach Marina and the Diamonds, die für vor Begeisterung glänzende Augen in der Mehrzweckhalle sorgte, präsentierte der Gastgeber seine Mode.

Deutlich femininer, mit Crème- und Pfirsichtönen, einem spektakulären kurzen Rock komplett aus gefassten Swarovski-Kristallen und federleichter Seidenkleider im Leuchtschrift-Print der Kollektion - einmal mit schwarzem Lederbustier. Die Herren "moven" wie immer lässig-sportlich durch die Kälte, etwa in einer kuschelig beflockten Daunenweste überm Anzug mit umgekrempelter Hose (zu hohen Sneakern). Nicht Michalskys wagemutigste Arbeit, jedoch grundsolide.

Bei den Damen lief das alternative Supermodel Andrej Pejic mit, dessen Figur - vor allem oben ohne in einer lachsrosafarbenen Felljacke - die seiner "Mitläuferinnen" herausforderte. Erneut also gab die StyleNight genügend Gründe für eine anschließend gehörig ausschweifende After Show Party. Gute Idee: Die prall gefüllten goodie bags konnte man sich an einem kleinen Serviceschalter so gar per DHL zuschicken lassen!

Noch länger als das Gin-Tonic versehrte Publikum und seine Models benötigte am nächsten Morgen backstage Designer Marcel Ostertag. Haar- und Fashion-Week-Profi André Märtens und sein Team von L'Oréal Professionnel verwandelten ihn nämlich per Lockenwickler, Glitzer-Lidschatten und Nagellack in ein Mann(!)equin. Ostertag channelte mit zwei güldenen halbtransparenten Catsuits mit befransten Ärmeln auf den Spuren von ABBA und Comic-Heldin Barbarella. Das war mal ein Statement.

Die übrige Kollektion in den Hauptfarben Oliv, Nougat und Mittelblau bot die bekannten Mustermixe, schwarze Perlenfransen-Kleidchen und -röcke und blieb hinter den markanteren Stücken etwas zurück. Der Designer selbst modelte den letzten Look auf Acryl-Highheels - und zu anerkennendem Applaus.

Derya Issever und Cimen Bahri waren noch mächtig angespannt als wir backstage einen ersten Blick auf die Kollektion warfen. Dabei hatten die beiden Designerinnen keinerlei Grund für Nervosität, die Wintermode ihres Labels Issever Bahri war so inspiriert und tragbar. Must-haves für uns: der herrlich wilde schwarze Schaffellmantel, die Pullover und Mäntel aus aufgerauhter Wolle in Dunkelblau und die anschmiegsamen Lederröcke, die einmal nicht wie ein steifer Lampenschirm am Körper saßen.

"Noch zwanzig Minuten bis zur Show", raunt eine Mitarbeiterin von Stephan Pelger dem Designer aus Rumänien zu. Pelger, der - wie wir auf einer Kleiderstange erspähen - sein eigenes Konterfeit ein paar Mal als Print einsetzen wird, nickt kurz und ruft seinem Team in seiner Muttersprache einige Anweisungen zu. Wir wünschen im viel Glück, worauf Pelger nur zur Zeltdecke schaut: "Danke. Hallelujah!"

Nach Pelgers Show gehen für uns vier Tage Mercedes-Benz Fashion Week zu Ende. Zum Abschied sind wir uns nicht nur sicher, im Juli wieder hier zu sein. Wir wissen auch, dass keine Modewoche der Welt so ist, wie die MBFWB am Brandenburger Tor. Und das es bei Mode um eines eben überhaupt nicht geht: Wer sitzt in welcher Reihe und was ist im goodie bag. Wir sehen uns im Sommer - im Zelt :)

Tag Drei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Unser Gastblogger Siems von Nahtlos war wieder live dabei

Fashion Week January 20, 2012

Tag 3 beginnt beim Frühstück mit ein wenig Gossip, schließlich war gestern bei der Show von Guido Maria Kretschmer ein bizarres Potpourri deutscher C-Prominenz anwesend. Das muss bei einem Glas Latte erst einmal genüsslich ausdiskutiert werden. Hat Society-Tochter Chiara Ohoven wieder was machen lassen? Wieso erschien Designer Harald Glööckler im Dirigenten-Frack zum Mega-Iro? Und habt ihr gesehen, wie Jenny Elvers-Elbertzhagen Coiffeur-Legende Udo Walz mit genervtem Augenrollen beibrachte, wie man Fotos mit dem iPhoen macht? Hach, wat schön.
Die Mode von Guido Maria Kretschmer, kurz GMK, war inspiriert von der Mongolei, davon zeugte das verarbeitete schwarze Fell, das an die Bergrinder namens Yak erinnerte. Das Make-up? Hm, japanische Kabuki-Oper? Silbern abgedecktes Gesicht, aufgemalte eckige Brauen, lackrote Lippen. Auf Kretschmers Promi-Roben braucht derweil auch im kommenden Winter kein A- oder C-Promi zu verzichten, davon folgten so einige in einer Kollektion, der stilistisch bisweilen der rote Faden fehlte.

Während Shootingstar Hien Le im Studio-Bereich seine Kollektion ganz ohne Catwalk präsentierte, planten viele Besucher bereits ihr Berliner Nightlife. Der versiegte Regen erleichterte das ungemein.

Die Dämmerung hat die Stadt noch im Griff, als ich an Tag 3 meinen Reporter-Rucksack packe. IPhone, iPad und Aufnahmegerät für Interviews strotzen vor Akku-Energie, die Einladungskarten sind sortiert, der Journalisten-Ausweis für das Fashion-Week-Zelt baumelt wieder um meinen Hals. Auf geht's!


Lessja Verlingieri zeigte die Show ihres Labels Lever Couture im Soho Haus, Berlins entspanntem Hotspot (nur für Mitglieder) unweit des Alexanderplatzes. Startete ihre Show mit reduzierten Kleidern in elegantem Schwarz, Grau und leuchtendem Rot, ohne einen überflüssigen Millimeter Stoff, verfiel sie im Finale leider erneut in exzessive Haute-Couture-Manirismen. Tenor: Erst wenn eine Robe nicht mehr manövrierfähig ist, ist sie perfekt. Schade.

Der Rückweg geriet zur kleinen Tortur, nirgends ein aufnahmebereites Taxi. Mit einem Blogger-Kollegen hetzten wir bis zum Alex, wo man uns endlich einsteigen ließ.

So entgingen uns nur die ersten Outfits der Show von Patrick Mohr, ein Designer, der mit bizarr-verstörenden Performance-Spektakeln begann, als "Schreck der Fashion Week" so zu sagen, und nun eine ausgereifte, komplett tragbare Streetwear-Kollektion präsentierte, durch die sich sein dreieckiges Label-Symbol als Muster zog. Neu bei Mohr: reichlich Strick!


Vor der Show von Presse-Liebling Kilian Kerner spielte sich Sänger und Herzensbrecher Mads Langer bereits warm, Live-Musik gehört seit seinem Zelt-Debüt als fester Bestandteil in jede Kerner-Show. Und das ist auch gut so. Wollanzüge und -mäntel haben selten lauter "Kauf mich!" gerufen, die Hosenschnitte waren gewohnt präzise und knackig. Einzig auf einige glitzernde Showpieces hätte man verzichten können.

Rasch auf eine wärmende heiße Schokolade durch das Regenwetter ins Hotel Adlon, dann kurz Backstage einen Blick auf Vladimir Karaleevs Mode geworfen. Nach seiner Show rauschen alle zum Umziehen in ihre Hotels, aufrüschen für die Michalsky StyleNight im Tempodrom, in deren Rahmen auch die Kollektionen der Labels C'est tout und Roeckl zu sehen sein werden.

Wir lesen uns morgen ...

Tag Zwei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Der Tagesreport unseres Gastbloggers Siems von Nahtlos

Fashion Week January 19, 2012

Tag Zwei im Modezelt am Brandenburger Tor. Manche Augen mussten sich erst einmal an die Helligkeit gewöhnen - Vogue und Mercedes-Benz hatten am Vorabend ins Borchardt geladen, und auch bei Joop! in der Münzstraße war noch bis zum Morgengrauen gefeiert worden. Berlin verpflichtet.

Von Müdigkeit war vor der Schumacher-Show Backstage nichts zu spüren. Zur Fantasie-Arie "The Diva Dance" aus dem Film "Das 5. Element" liefen die Models eine Generalprobe. Der Detailreichtum der Kollektion erschloss sich unangezogen und beim Close-up auf dem Bügel weit mehr als im gleißenden Scheinwerferlicht. Kaum ein Material, das Designerin Dorothee Schumacher nicht in ihr Repertoire aufgenommen hatte - viel zu entdecken, noch mehr zu erfühlen. Ein besonderer Blickfang bei der anschließenden Show: Topmodel Luca Gadjus mit einer kiwigrünen Pelzkappe - und Teile der schmiede-neuen Haute-Joallerie-Kollektion von Schumacher.

Viel Trubel auch bei Kaviar Gauche, vor allem TV-Teams haben in dieser Saison offenbar die Fashion Week für sich und ihre Kameras entdeckt. Von SpiegelTV bis ARTE wurden eifrig Bilder und O-Töne der Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler für Behind-the-catwalk-Dokumentationen eingefangen. Das forderte seinen Tribut, die Show begann 40 Minuten verspätet und erst nachdem ein eine Weihrauchkugel schwenkendes Model böse Geister vom Laufsteg vertrieben hatte. Gut und Böse, Licht und Schatten zogen sich durch eine Kollektion voller elfenbeinfarbener Seidenblumen: als Ärmel eines Oberteils, als Rock eines Kleides und als Zier einer Robe, um deren Transparenz kunstvoll zu kaschieren. Ein Traum - für Frauen, die sich was trauen, denn mit "See-thru" sind die freizügigen Entwürfe nur unzureichend beschrieben.

Zur Mittagszeit weint der Himmel über Berlin, es gießt in Strömen. Gut, dass ein Shuttle zur Show von Hugo fährt. Die findet vor weißer "Leinwand" statt, in der Wandelhalle der Gemäldegalerie. Unter den gesichteten Prominenten: Sängerin Nena, Rennfahrer Jenson Button und Schauspielerin Julianne Moore. Trotz der ehrwürdigen Location fiel die Mode, die Designer Eyan Allen (Damen) und Kollege Bart de Backer (Männer) für den Herbst planen, betont modern und nicht Ölschinken-üppig aus. Die Herren müssen mit kurzen Sakkos auskommen, dafür wird der Cardigan gern darüber getragen. Bei den Damen dominieren geometrische Muster und Nähte, die Silhouette bleibt streng. Schwarz und Weiß dienen als Basis der Palette, die durch kräftiges Violett (auch für die Anzüge der Männer!) und ein "koralliges" Pink die nötigen Akzente erhält. Gegen das Mittagstief wummert der mächtig basslastige Soundtrack an. Gott sei dank fiel kein Meisterwerk dabei von seinem Nagel.

Bei Rena Lange wurden wir zurück in die 90s "geflasht", als die Frauen Powersuits und -kostüme mit Goldknöpfen und ebenso goldigen Accessoires trugen und Edelsteine die Farben vorgaben: Amethyst-Lila, Smaragdgrün, dazu Koralle. Nur Supermodels von damals, etwa Stephanie Seymour oder Christy Turlingt, die suchten wir vergeblich. Schade.

Mit den poetisch verfremdeten Fotos auf den Seidenkleidern und Tops des Labels Sava Nald schalten meine Augen dann allmählich auf Abend um. Es geht aber noch weiter, nämlich mit den Designern Guido Maria Kretschmer, Hien Le und dem Duo Perret Schaad. Dazu wie gewohnt morgen mehr ...

Tag Eins: Der Tagesreport unseres Gastbloggers Siems von Nahtlos

Fashion Week January 18, 2012

Der erste Tag der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - und man kann bereits eines feststellen: Weder den Modenachwuchs noch die in die Hauptstadt gereisten oder hier beheimateten Modeblogger kann man auch nur eine Sekunde beim Nichtstun ertappen.

Während junge Designer wie Alexandra Kiesel (Gewinnerin des Designer for Tomorrow Award von Peek & Cloppenburg Düsseldorf) oder die Mädels hinter dem Label Majaco ihren Catwalk-Debüts entgegenfiebern, letzte Showdetails abstimmen, die eine oder andere Naht versetzen und Models zum hastigen Fitting bitten, wird in jeder Ecke der kleinen Zeltstadt am Brandenburger Tor auf Smartphones, Laptoptastaturen und iPad-Bildschirme eingedroschen. Gefacebooked, getwittert, getumblrt, Schnappschüsse und Kollektionsbesprechungen durch die Datennetze gejagt. Würde man die unermüdliche Energie von Designern wie Bloggern irgendwo bündeln können, Berlin könnte bis zum Wochenende die Atomkraftwerke abschalten und einzig auf Modeleidenschaft als Power-Quelle setzen.


Doch der Reihe nach. Designer Brian Rennie war bester Laune, als ich ihn gestern bei der Anprobe mit Topmodel Franziska Knuppe im Hotel de Rome traf. Weniger Disco als bei der Basler-Show im Juli 2011, dafür mehr Glamour im Stile der Mannequin-Ikonen der Neunziger, deren Nachnamen noch heute den Puls von Fotografen und Fashionistas beschleunigen: Evangelista, Campbell, Seymour ... Das versprach der gebürtige Schotte, der zwölf Jahre lang für Escada filmreife Modemomente schuf.

Der Morgen von Tag 1 begann dann mit ordentlicher Promidichte - bei Escada Sport: Mirja Dumont, Ex-Boxer Axel Schulz, Topmodel Lena Gerke, Event-Queen Ira von Hardenberg, Aktrice Dennenesh Zoudé, InStyle-Chefin Annette Weber in einem erstaunlich coolen Yeti-beim-Après-Ski-Look, It-Girl Poppy Delevigne, Shermine Shahrivar, Escada-Eigentümerin Megha Mittal und Schauspielerin Alexandra Neldel.

Was folgte, war eine Kollektion, die sich zwischen winterlichen Gaucho-Western-Anklängen und romantischen Schoolgirl-Rosenprints nicht recht entscheiden mochte. Vielleicht auch nicht muss. Wir notieren auf jeden Fall schon mal die Gladiator-Pumps mit den gefütterten Schienbeinschonern auf der Wunschliste für den Herbst.

Die gebürtige Grazerin Lena Hoschek huldigte dagegen Edith Piaf - zumindest musikalisch. Ihre Mode blieb der bewährten Mischung aus Sechziger-Office-Eleganz à la "Mad Men", der selbstbewussten Weiblichkeit der 40s und einem Hauch Hillbilly-Fröhlichkeit treu. Die Petticoats waren diesmal deutlich n der Unterzahl, die Schnitte blieben körpernah. Immer wieder nett: Die eingeschworenen und gern großflächig tätowierten Hoschek-Groupies im Publikum.

Wer gespannt auf die Inspirationen hinter der Kollektion von mongrels in common war, wurde nicht enttäuscht. "Stevie Wonder entdeckt Island" - dazu muss einem erst einmal modisch etwas einfallen. Den zwei Designerinnen Christine Pluess und Livia Ximènez-Carrillo, die bereits zum sechsten Mal auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin zeigen, gelang das Experiment. Ihre konzentrierte Mode begeisterte mit drei Farben Blau und raffiniert durchwirkten Oberflächen. Toll: Die Glockenröcke aus plastisch-dickem Seidensatin in Mitternachtsblau.

Das Label Dimitri zeigte aufwändige Plissées, teils etwas zu üppig eingesetzt, Beerentöne und bewies Mut zum (Echt-)Pelz. Das flatterhafte dünne Seidenkleid und die Business-Anzüge merken wir uns dennoch vor.

Mit den Shows von Basler im Hotel de Rome, gleich gegenüber des Fashion-Zeltes, Joop! und Lala Berlin bleibt es gleich am ersten Tag bis zum späten Abend spannend. Mehr zu diesen Events dann morgen an dieser Stelle.

Und jetzt rasch ein Prosecco. Für den Kreislauf. Cheers!

Lieben Gruß, Siems

Auch in diesem Jahr wieder unser Insider bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Siems Luckwaldt

Fashion Week January 11, 2012

Siems Luckwaldt von Nahtlos! liebt es einfach, gleichzeitig an unterschiedlichen Projekten zu werkeln. Und das hat sich seit unserer letzten Zusammenarbeit zur letzten Mercedes-Benz Fashion Week Berlin auch nicht geändert. Und deshalb ist er wieder dabei und berichtet für unsere offizielle App zur Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vorab und ab dem 18. Januar dann täglich live vor Ort von der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Siems wird für Euch jeden Abend sein Resümée des modischen Geschehens aufschreiben – auf Deutsch und Englisch. Zu lesen ist dieser Insider-Report natürlich unterwegs auf der ShopStyle App und auch hier auf StyleNotes.

Natürlich halten wir und Siems euch auch via Facebook und Twitter auf dem Laufenden - klickt doch einfach mal vorbei!

Und hier noch ein paar Infos zu unserem Gastblogger und Fashion Week-Insider Siems Luckwaldt:
Siems Luckwaldt sammelte redaktionelle Erfahrungen bei Die Zeit, Hamburger Morgenpost, Cinema, Hamburger Abendblatt und in der New Yorker Korrespondenz der Magazine Gala und TV Today. Er war Mitbegründer von how to spend it, dem Luxusmagazin der Financial Times Deutschland, und viele Jahre dessen Fashion & Beauty Director. Ab 2009 übernahm er diese Position zusätzlich für die Titel Capital, Impulse und Business Punk. Später war er Ressortleiter Fashion, Beauty & Lifestyle sowie Social Media Manager bei der Burda Style Group Online (Bunte.de, InStyle.de, Elle.de, Freundin.de, Wellfit.Freundin.de, BurdaStyle.de). Seit September 2010 betreibt er mit Matthias Hinz das Lifestyle Blogzine Nahtlos! (www.nahtlosblog.de), schreibt frei für diverse Medien und berät Verlage.

 

German Fashion Kitchen: Das Charity-Mode-Designer-Kochbuch

Fashion News November 03, 2011

Bei Mode denkt man ja nicht unbedingt direkt ans Essen - eher ans Nichtessen!
Das modische und kulinarische Köstlichkeiten aber dennoch bestens zusammenpassen, zeigt "German Fashion Kitchen", das Charity-Mode-Designer-Kochebuc h mit 55 Lieblingsrezepten deutscher Modeschöpfer.

 

German Fashion Kitchen” erscheint am 3.11.2011 als gebundenes Buch in Premium-Ausstattung – 124 Seiten, 200g-Fotopapier, hochglänzend, matter Hardcover-Einband – für 27,99 Euro und ist online erhältlich bei Books on Demand, Amazon.de, Buch.de, Libri.de, Spiegel-Shop.de und Thalia.de. Und natürlich in allen Buchhandlungen!

Wir wünschen guten Appetit!

Making of-Video zum Nahtlos!-Fotoshooting in Tirol

Fashion News October 31, 2011

Liebesgrüße aus Tirol: Accessoires-Highlights Winter 2012 auf Nahtlos!

Unser Insider bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Siems Luckwaldt

Fashion Week July 05, 2011

Siems Luckwaldt von Nahtlos! liebt es einfach, gleichzeitig an unterschiedlichen Projekten zu werkeln. Deshalb konnte er natürlich auch nicht mit „Ne in” antworten, als ShopStyle fragte, ob er für unsere offizielle App zur Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Tagebuch führen wolle. Siems wird für Euch jeden Abend sein Resümée des modischen Geschehens aufschreiben – auf Deutsch und Englisch. Zu lesen ist dieser Insider-Report natürlich unterwegs auf der ShopStyle App und auch hier auf StyleNotes. Wir sind total neugierig auf diese Zusammenarbeit – und auf den spannenden ‘Stoff’, den wir den LeserInnen liefern können!

 

 

Und hier noch ein paar Infos zu unserem Gastblogger und Fashion Week-Insider Siems Luckwaldt: Siems Luckwaldt sammelte redaktionelle Erfahrungen bei Die Zeit, Hamburger Morgenpost, Cinema, Hamburger Abendblatt und in der New Yorker Korrespondenz der Magazine Gala und TV Today. Er war Mitbegründer von how to spend it, dem Luxusmagazin der Financial Times Deutschland, und viele Jahre dessen Fashion & Beauty Director. Ab 2009 übernahm er diese Position zusätzlich für die Titel Capital, Impulse und Business Punk. Zudem entwickelte er den Modeblog Nahtlos! auf FTD.de und war vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011 Ressortleiter Fashion, Beauty & Lifestyle sowie Social Media Manager bei der Burda Style Group Online (Bunte.de, InStyle.de, Elle.de, Freundin.de, Wellfit.Freundin.de, BurdaStyle.de). Im Mai 2011 gründete Siems Luckwaldt Lucky Inc. Media; www.siemsluckwaldt.com

 

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