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MBFW Tag 3 - Siems Luckwaldt: Mode für Bond-Girls, Braveheart & Schwanensee

Düster-romantischer Glamour bei Augustin Teboul, feinster moderner (!) Strick von 1913Berlin by Yujia und der lässig feminine Winter bei C‘est tout - auch der frühe Abend von Tag 2 der Mercedes-Benz Fashion Week hinterließ etliche Bilder auf der Blogger-Netzhaut.

A FAMILY AFFAIR

Doch eine Szene brannte sich dort gegen 20.30 Uhr unvergesslich ein: die zauberhafte kleine Tochter von Designerin Leyla Piedayesh (Lala Berlin), wie sie zum Finale der Show ihrer Mutter die Ehrenrunde auf dem Laufsteg drehte. Ganz allein, in Gold gewandet und enorm mutig, finde ich, vor all den Menschen und Kameras.

Zuvor hatte Piedayesh eindrucksvoll bewiesen, warum sie die Königin der Muster bleibt! Zum exotischen Klag von „Tabe Eshgh” von Hayedeh laufen die Models so schnell wie um ihr Leben. Und Look für Look entfaltet sich das Kaleidoskop aus Puderrosa, Orange, Rot und Schwarz auf Seide, Kaschmir und Angora. Toll: das Strickkleid mit Ledereinsätzen und die Hosen mit tiefem Schritt. Die Musik hat da längst  zu schrägen Clubbeats gewechselt, für das Berlin in Lala Berlin. Im Publikum erspäht: Heike Makatsch, Nora von Waldstätten, Michi Beck, Natalia Avelon, Fritzi Haberlandt, Jasmin Tabatabai, Bettina Zimmermann, Christiane Paul und Nadine Warmuth.

PARTY LIKE IT‘S 1995 

Vor einer gülden dekorierten Showbühne singt ein Tenor Classic-Pop, dann wechselt der wilde Soundtrack zu „Goldfinger”, „Hey, Big Spender” und, warum auch nicht ..., „Call Me Maybe”. Nein, Angst vor Stilbrüchen kennt Basler-Designchef Brian Rennie nicht. Und für seine Abendroben gilt wie immer: Erst wenn auch mit größter Mühe kein Kristall mehr am Satin oder Seidentaft befestigt werden kann, ist das Kleid perfekt. Gut, für ein paar edle Chopard-Juwelen war natürlich immer noch Platz. In der ersten Reihe dabei beim Treffen von Bond-Girl und Gala-Prinzessin im Hotel de Rome: Lilly Becker, Caroline Beil, Mirja du Mont, Dagmar Kögel, Vicky Leandros und Bonnie Strange.

LUXURY LIVES

Drei Farben Weiß zum Auftakt der Schumacher-Show, seit Jahren ein morgendlicher Genuss auf der Mercedes-Benz Fashion Week. Mit schwarzen Plüsch-Reiterkappen als Kopfschmuck marschieren die Models auf die Fotografen zu - und erneut heißt es ganz genau hingucken, welche Details Designerin Dorothee Schumacher in den Outfits versteckt hat. Ich finde: effektvolle Raffungen, die Taille betonende Zierabnäher, Pullover mit lasergelochten Ärmeln, edle Broschen und Armreifen im Nadelkissenlook und ein schwarzer Lammfellmantel mit weißem Pelzkragen. Musik u.a.: Dani Siciliano mit „Be My Producer”. Die baldige Eröffnung von zwei Schumacher-Boutiquen in China erklärt die sehr interessierte chinesische „Reisegruppe” in den Reihen.

KOOL 

„Wir haben gut zusammengearbeitet und ich konnte ihm noch den einen oder anderen Mode-Tipp geben”, sagt Topmodel Karlie Kloss über ihren Co-Star im Fashion-Film zum diesjährigen Kampagnenmotiv. Gedreht von Fotograf Ryan McGinley (Art Direction: Jefferson Hack) erzählt dieser von einem Katz-und-Maus-Spiel, das sich Kloss, ein 26-jähriger Schimmel und der Mercedes-Benz CLA im kalifornischen Nirgendwo liefern.

GRAFISCHES GOODBYE 

Für seine letzte (!) Kollektion für das deutsche Couture-Label Rena Lange blickte Designer Karsten Fielitz auf die Werke berühmter Maler. Fündig wurde er bei der konzentrierten Geometrie von Piet Mondrian, den effektvollen Pinselstrichen von Hans Hartung und dem Purismus eines Frank Stella. Die Lange-Klassiker - aufwendig gearbeitete Tweedjäckchen, Blusen und Kleider mit Bubikragen und subtile Trompe-l‘oeil-Effekte - traten in den Hintergrund um Platz zu machen für gelungene Patchwork-Techniken, butterweiches Nappaleder und rechteckige Clutches. Nett: die Jacketts mit voluminösen doppelten Revers, die gut herausgearbeiteten Kontraste bei Schwarz-auf-Schwarz-Stücken, die Zähmung komplett karierter Outfits und die Lederkrägen beim kleinen Schwarzen.

A SMALL STEP FOR MAN 

Schauspieler Joseph Fiennes und seine Frau schienen sich gut zu amüsieren auf der Reise zum Mond, auf die uns Laurèl mitnahm. Silber bestimmte große Teile der Collection, große Pailletten sorgten für den Hightech-Look und David Bowie sang von „Space Oddity” und Major Tom. Toll: ein Kleid aus kleinen Metallplatten und eine Robe aus Pailletten in Fischschuppen-Form, die oben mattiert und am Rock hochglänzend waren. Zwischendrin traf Fuchsia auf Rot, wir sahen rasierte Pelzjacken - und Barbara Becker mit Sohn Noah in der front row.

THAT‘S HOT

Präsentiert vom Magazin „Elle” und Gastgeber Mercedes-Benz zeigte der Japaner Yu Amatsu seine Kollektion „122 Grad Fahrenheit: Heat of Reaction”. Die Mode seines Labels A Degree Fahrenheit setzt in jeder Kollektion eine andere Gradzahl und deren physikalischen Effekt auf verschiedene Materialien um. Diesmal ging es ihm um das Rosten von Eisen und die Energie, die bei der Bildung von Eisenoxid frei wird - sofort wie langfristig. So wiesen die meisten seiner Kreationen asymmetrische Unterteilungen in zartbraune und schwarze Zonen auf, auch die Haare der Models waren zunächst toupiert und dann über die linke Schulter gebürstet und fixiert worden. Die Jersey- und Seidenstoffe wurden weitgehend fließend verarbeitet. Unter den Highlights: ein Monokini und die synthetischen Mäntel.

SCHWANENSEE

Die Show von Marc Cain in einem festlichen Saal des Hotel de Rome war dekoriert mit übergroßen Schwänen und Parkbänken als Sitzreihen. Dementsprechend fanden sich in der gezeigten Mode federähnlich verarbeitete Pelzdetails und zartes Eisblau. Aufgefallen sind mir: ein Mantel aus dicken weißen Wollfäden, die Mützen mit Schleier, ein Kristallleuchter- und See-Print und ein grasgrünes Outfit mit Polkadot-Bluse. Nur eine Frage: Strassbestickte Jeans - darf man das wirklich noch?

BRAVEHEART

Schottland muss Designer Marcel Ostertag wirklich „gepackt” haben, denn neben einem fröhlichen Papageienprint griff er zu verschiedene Tartanmuster und mehr Grüntönen, als die Highlands hergeben. Kaschmir und Jersey, abgesteppte Kurzjacken - warum eigentlich nicht? Für positive Energie sorgten die tracks „Kiss Like Dynamite” von Tyson und Kúra mit „Gógó”. Und jetzt geben wir zurück nach Balmoral Castle ...

ZWEITER BLICK 

Es gibt Kollektionen, die hauen sofort um, sind laut und mutig und unüber„hör”bar. Dann gibt es solche, die treten leise und bleiben blass. Michael Sontag gelang mit seiner Show der seltene Kunstgriff eines modischen Crescendos, das Look für Look eindringlicher wurde. Trotz gewohnt reduzierter Farbpalette aus Schwarz, meliertem Grau und Braun. Die raffinierten Drapierungen, die leichten Seidenstoffe, die Raffungen im Zentrum - das wirkte deutlich nach. Wie der famose Sound von Godspeed You Black Emperor mit „09-15-00” (mein absoluter Anspieltipp!). Geschmackssache: die mit goldenem Glitzerstaub bedeckten Pumps mit abnehmbaren Zipper-Stulpen.


JENSEITS VON AFRIKA 

Designer Guido Maria Kretschmer schweift gern in die Ferne, wenn er an einer Kollektion arbeitet. Diesmal zog es ihn nach Afrika - und die edle Ethno-Reise geriet zum Augenschmaus. Vor allem die zig Roben zum Schluss, für die ihn deutsche Promis wie Jette Joop, Bettina Zimmermann, Maren Gilzer und Nazan Eckes lieben - überzeugten mehr denn je: Fellprägung mit Gold, Schlangendrucke, tribal prints, satte Brauntöne und üppige Stickereien. Filmkomponist James Newton Howard legte den Klangteppich für die Models mit ihren turmhohen Afro-Perücken und langen Wimpern. Noch eine Premiere: die Models trugen die ersten Stücke der Kretschmer-Kollektion für Schuhhersteller Högl aus Österreich.

TOP OF THE STARS

Verpflichtet, ein wenig Hollywood an die Spree zu jetten, ließ es Hugo Boss bei der Show seiner jungen Linie HUGO promimäßig krachen. Edward Norton, Rene Zellweger, Moritz Bleibtreu, Jasmin Tabatabai, Pixie Geldof und Eddie Redmayne („Les Misérables”). Und vermutlich habe ich einige übersehen.

In einer Fabriketage der ehemaligen Berliner Opernwerkstätten gewohnt minimalistisch inszeniert sahen wir zunächst (Kunst-?)Lederjacken und Mäntel in Betongrau und mit futuristisch ausgestellten Doppel-Schultern à la „Starship Troopers”. Dann brachte HUGO das „out” zurück in die cut-outs, denn bei einigen Damenkleidern (teils mit blaulastigen Kaleidoskop-Drucken) fehlten effektvoll gleich ganze Quader im Stoff - oder auch in der Taille. Die Oberfläche nahezu aller Outfits blieben eher mattiert, als dominierende Farbe bei den Herren empfahl sich ein stumpfes Weinrot.

Fotos: Getty
By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

Mercedes-Benz Fashion Week Tag 3 - Hugo by Hugo Boss

Foto: Getty

Gestern abend zeigte Hugo by Hugo Boss auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Auch hier war ein knalliges Rot der Blickfang des Abends, im Kontrast dazu viel schwarz und beige.

Klick dich durch unsere Galerie für die besten Bilder des Abends!

Catwalk-Shows im Zeichen der Schlange

Preview der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Am 10. Februar beginnt das chinesische „Jahr der Schlange”, und ich bin gespannt, wie sich dieses astrologische Phänomen wohl auf die Mode auswirkt. Denn: Im Horoskop der Schlange steht, dass sie Farben wie Rot, Gelb und Schwarz bevorzugt und weder Weiß noch Gold oder Braun leiden kann. Ein Modeherbst ohne Braun? Das wird schwierig. Spannend auch die Lieblingsblumen der Schlange: Orchidee und Kaktus. Das verheißt exotische Prints für den Sommer. Und ein letzter Stilt-Tpp an alle, die passende Accessoires und Schmuckstücke suchen: Schlangen stehen total auf Topas, Jaspis und Blutstein.

Alles Hokuspokus? Von wegen. Gleich im Februar stellt Puma eine „Year of the Snake”-Kollektion seiner Sneaker vor und auch andere Designhäuser werden sicherlich vom geschlängelten Symbol Gebrauch machen.

 
Doch da in den Ateliers natürlich längst am Sommer und Winter 2014 gewerkelt wird, dürften wir - etwa bei der am 15. Januar beginnenden Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - das eine oder andere Pferd erblicken. Ob als Druck oder Detail. Schließlich steht das nächste Jahr ganz im Zeichen des Pferdes!

Egal ob Pferdchen, Hufeisen oder Steigbügel, in Berlin erwartet uns ein erneut prall gefülltes Schauen-Programm. Puh! Während Designer Hien Le die Saison am Brandenburger Tor gleich um 10 Uhr mit seiner Mode für Herbst und Winter 2013/2014 eröffnet und die Grazerin Lena Hoschek den Mittag bestreitet, gehört der Abend ganz Kilian Kerner. Und der dürfte für seine zehnte Laufstegshow auf der MBFWB so einige Überraschungen geplant haben. Zuvor bin ich mächtig gespannt auf den Spanier Lenadro Cano, der mit skurrilen Modeskulkpturen im letzten Sommer den Designer for Tomorrow Award 2012 von Peek & Cloppenburg Düsseldorf gewann.

Der 16. Januar ist ebenfalls mehr als abwechslungsreich getaktet. Ich freue mich besonders auf den Green Showroom im Hotel Adlon, die Kollektion des Design-Trios Holy Ghost - und Lala Berlin. Auch Augustin Teboul dürften ihrem düsteren Pariser (Spitzen-)Boudoir treu bleiben. Ein Muss, wenn es sich schaffen lässt. Ebenso wie der Baltic Fashion Catwalk, dessen teilnehmende Designer vor einem halben Jahr zu meinen absoluten Fashion-Week-Highlights zählten.

Große Markennamen sorgen für den nötigen kick-off am Mittwoch (16.1.): erst Dorothee Schumacher, dann Rena Lange und Laurèl. Nachmittags bin ich extrem neugierig auf das Label A Degree Fahrenheit, das Mercedes-Benz und das Magazin „Elle” ausgegraben haben. Bereits ihre letzten zwei Entdeckungen waren echte Publikumslieblinge!

Marcel Ostertag, Guido Maria Kretschmer, Hugo by Hugo Boss - der 17. Januar hat es wirklich in sich und wird die erste richtige Reporter-Kraftprobe. Eine schöne Entwicklung ist, finde ich, dass mittlerweile auch der Finaltag der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin mitunter noch echte Highlights birgt. Wer früher abreist ist selbst Schuld. Nein, ob Issever Bahri, Irina Schrotter, Zoe Ona, Vladimir Karaleev oder Dawid Tomaszewski um 19.30 Uhr - da will ich wirklich kein Defilee am 18. Januar verpassen! Nicht auf dem offiziellen Schauenplan aber definitiv das hottest ticket in der Freitagnacht: die Michalsky StyleNite im Tempodrom. Punkt.


Generell wird in 2013 vor allem ein Blick auf die Herrenmode interessant. Denn glaubt man jüngsten Prognosen der Branche, dann ist in der menswear noch einiges an „Musik” drin. Auch die Entwicklung von mobilem fashion shopping, live streams der meisten Modenschauen im Internet und interaktive 3D-Projekte dürften experimentierfreudige und neugierige Kunden bestens bei Laune halten. I like!
Fotos: Steve McCurry/Pirelli Kalender 2013, Puma, Kilian Kerner, Mercedes-Benz

By Siems Luckwaldt / Nahtlos!

MBFW Tag 2 - Siems Luckwaldt: Fashion Show im Halbestunden-Takt (na ja, fast)

Mit dem Leih-Rad unterwegs vom Hotel zum Catwalk-Zelt denke ich kurz an die Abend-Events des ersten Tages. Untermalt von satten beats und nicht ganz jugendfreien Songtexten hatten Kaviar Gauche eine Kollektion gezeigt, die sich mit unserer digitalen Welt beschäftigte. Kein Wunder also, dass die mit dem Laser geschnittenen Lochmuster auf Röcken und Kleidern die Form von Computerschaltkreisen und -platinen hatten. Die Kleider waren hoch geschlitzt, die Serviettenrüschen zahlreich und die Farben bewegten sich von off white über Olive bis zu "giftigem" Gelb. Zum Schlussapplaus trugen die Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler natürlich Partnerlook.

Hunkemöller feierte kurz darauf im ehrwürdigen Berliner Ensemble das alte Hollywood - und Sylvie van der Vaart, die Co-Designerin einer Lingerie-Kollektion, die mit Vintage-Details den Glamour von einst einfing. Dazu Showeffekte wie eine in den Set herabgelassene Schaukel und fesche Jungs auf Motorrollern.

Tag 2 forderte uns mit extremst schwüler Luft heraus, nur Designerin Dorothee Schumacher schien die anstrengende Witterung nichts auszumachen. Bester Lane bereitete sie backstage ihre Modenschau vor, die in der ersten Hälfte Art-Déco-Details und Safari-Looks vereinte und dann Kaleidoskop-Prints sowie metallisch schimmernde Stoffe hinzufügte. Wie immer bei Schumacher lohnte es sich, ganz genau hinzugucken, denn die Designerin, die nach der Show zum Picknick lud, versteckt gern goodies für einen zweiten Blick in ihren Entwürfen. Im Publikum u.a. gesichtet: Blogger-Kollegin Mary Scherpe von Stil in Berlin.

Nachdem uns die letzte Kollektion von Rena Lange in die glamourösen 1990er der Powerfrauen im Kostüm mitnahm, hatten es Designer Karsten Fielitz diesmal Filme wie "Swimming Pool" mit Romy Schneider angetan. Die label-typischen Schluppenbluse und Bubikragen tauchten allenfalls dezent und minimiert auf, dafür zeigte Fielitz sommerfrische Kleider und Hosenanzüge mit abstrahierten Blumenmustern, maritimen blau-beigefarbenen Flechtkorb-Streifen und zartes Orange. Nett: indianisch anmutende Wildlederkleider mit geflochtenen Einsätzen. Als Musiktipps nehmen wir diese Songs auf unsere Playlist: "You are the one" von Adanowsky und "It's all ok" von Julia Stone.

Ein bis auf die letzte Minute vollgepackter Ablaufplan hielt meinen Adrenalinpegel kontinuierlich hoch. Weiter ging's zu Laurèl - und in die italienischen Strandorte der 1960er, als Bademode noch zwischen unschuldig und neckisch schwankte. Dazu: sehr (!) farbenfrohe Abendkleider.

Bei Marc Cain hieß das Motto "Magical Birds", was die Vogeldrucke in Neonfarben erklärt. Nicht jedermanns Geschmack dagegen waren die teils extra für die Show eingefärbten lebendigen Vögel im Festsaal des Hotel de Rome.

Marc Cain: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Das Designduo Issever Bahri setzte im Studio auf Muster, die Cimen Bachri und Derya Issever von Einrichtungselementen aus ihrer türkischen Heimat kennen. Vor allem die aus Bamwolle und Leder gehäkelten Kleider überzeugten.

Designer Marcel Ostertag, frisch erblondet, bleibt Promi-Magnet: Giovanni Zarella und Jana Ina sowie die nahezu gesamte Familie Ochsenknecht sind da nur eine kleine Publikumsauswahl. Der Designer eröffnete in leuchtend Rot und auf hohen Absätzen die Show, in der auch Model Franziska Knuppe lief. Ostertag zeigte eine konzentrierte Hommage an die Rose, dementsprechend in (Blütenblätter-)Lagen konstruiert waren seine Seidensatin-Kleider, die das gesamte Rotspektrum abdeckten. Toll: Zwei weiße Roben mit zahlreichen aufgenähten Blütenkelchen.

Marcel Ostertag: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Am späten Nachmittag bündelte der Green Showroom im Hotel Adlon Kempinski abermals Modemarken, die sich ökologischer und ethischer Produktion verpflichtet fühlen.

Es war der Tag der Blumen, denn auch bei Unrath & Strano stand ein floraler Klassiker im Mittelpunkt: die Gerbera. Und die war als Druck auf den famosen Kleidern der zwei ein echter Hit! Zu den Klängen von "Peter" von Marlene Dietrich und "Your smile in my Eyes" von Bent begeisteren zudem die wie angegossen drapierten (Etui-)Kleider. Im Publikum: Bryan Adams, Design-Kollegin Anna von Grisheim und Verena Kerth. Auch im Zelt gesicht: Eine verirrte Kohlmeise, die hoffentlich ihren Weg hinaus fand.

Für das Defilee der Linie Hugo lud Hug Boss in ein Eishockey-Stadion - statt arktischer Temperaturen glich die spannende Location dagegen einer Sauna. Cool war immerhin die Kollektion für Damen und Herren, die Designer Eyan Allen und Bart de Backer präsentierten. Vor allem die metallisch-bunt schimmernden Applikationen à la Science-Fiction waren Highlights. Weiß dominierte die Outfits, der für die Marke typisch Dekonstruktivismus war diesmal eher ein Fragment. Beispielsweise bei einem Kleiderkragen, dem die rechte Schulter "fehlte" und der dort nur von einem Spaghettiträger gehalten wurde. Materialmix und neuartige Synthetkstoffe mit Glanzeffekten rundeten die Show ab, bei der u.a. Kate Bosworth, David Coulthard, Kai Wiesinger und Regine Sixt in der front row saßen.

Hugo Boss / Erste Reihe:Kate Bosworth

Backstage vor seiner Show erklärte Michael Sontag, dass seine skulpturale Kollektion für den Sommer 2013 ihn noch intensiver in die Materie und zu neuen Experimenten geführt habe. Nach der Fashion Werk freut sich der viel gelobte Designer auf ein paar Wochen Ferien in Berlin.

Im Doppelack zeigten die Kritiker-Lieblinge Mongrels in Common und Liebig im ehrwürdigen Pauly-Saal, während Guido Maria Kretschmer diesmal nicht nur als von der Society verehrter Modeschöpfer sondern auch TV-Star zeigte ("Shopping Queen").

Dass die Rumänin Irina Schrotter trotz später Stunde und dem strömenden Regen eines heftigen Gewitters vor fast vollen Rängen zeigte, ist allein schon als Erfolg zu werten. Ab 22.20 Uhr hielt sie uns mit einer Kollektion in vielen Farben Weiß, Nude und Neonorange wach, die mit federleichen transparenten, dann wieder robusten Materialien wie Jute sowie Mänteln mit Hunderten aufgenähter Fransen spielte. Neben Model Sara Nuru begeisterte auch der schwere Holz-Silberschmuck.

Irina Schrotter: Laufsteg - Mercedes-Benz Fashion Week Spring/Summer 2013

Halbzeit auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - wir lesen uns morgen wieder. Cheers!

Foto: Getty Images

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