Bis zur Fashion Week ist es nur noch eine Woche - um die Wartezeit zu verkürzen (für Euch und für mich), besuche ich derzeit einige der vielversprechendsten deutschen Designer, um einen ersten Blick auf die Kollektionen zu werfen und über die Pläne für die Präsentationen nächste Woche zu reden.
Als Erstes besuchte ich Hien Le, der als Assistent von Vladimir Karaleev begann und vor wenigen Saisons sein eigens Label gründete. Schon jetzt hat er einen unverkennbaren, minimalen Stil entwickelt, der sich vor allem durch hochwertige Materialien und simple, gut gemachte Schnitte auszeichnet. In seinem Studio in Kreuzberg hängen die fertigen Teile, alle in hellen Pastelltönen (und tiefem Blau) mit Akzenten in Mintgrün für Männer und mandarinfarben für Frauen. Glücklicherweise sind seine Designs eher Unisex, also keine Sorge, falls man die Farbe des jeweils anderen Geschlechts bevorzugt (so wie ich). Hien Le wird seine neue Kollektion nächste Woche, am Donnerstag Abend im Studio der Mercedes Benz Fashion Week zeigen. Er erzählte mir bereits einige seiner Ideen für die Präsentation, die alle sehr gut klingen, ich drücke also die Daumen, dass es so klappt, wie er es plant.
Das Mood-Board von Hien enthält eine Menge Street-Style Bilder. Die grobe Häkelei unten rechts ist eine Probe für einen Pullover und wurde mit einer speziell angefertigten, extra-großen Häkelnadel hergestellt.
Das ist der Arbeitsplatz von Hien und seiner Assistentin, an der Wand sind die technischen Zeichnungen für die neue Kollektion angebracht.
Dieser Ausschnitt eines Mood-Boards gehört den zwei Damen hinter dem derzeit sehr beachteten Label Augustin Teboul: Annelie Augustin und Odély Teboul. Ich habe schon einige der neuen Teile gesehen, die sie in der kommenden Woche präsentieren werden und war natürlich wieder begeistert von dem Aufwand und der Detailreiche der Kleider. Da sie die Spannung aufrecht erhalten wollen, habe ich keines der Stücke fotografiert, darf sie aber beschreiben: es wird wieder bodenlange, geschmeidige Kleider mit üppigen Perlenverzierungen und zarten Seidendrappierungen geben, dazu ausserdem aufwendig handgestrickte Kurzpullover mit skulpturalen Armen und einen wunderbaren Wintermantel mit gehäkelten und verzierten Bündchen. Alles in der Lieblingsfarbe des Labels, das satte Schwarz, und mit hochwertigem Kopfschmuck versehen.
Die Mood-Boards verraten bereits die Richtung, in die es stilistisch gehen wird. Die Präsentation trägt den Titel "The Thread of Ariadne" und wird eine theatralische Installation in Zusammenarbeit mit der Szenografin Zank Bosnjak sein. Wenn man sich an die Schau vergangenen Sommer erinnert, kann man sich nur auf die Präsentation nächsten Mittwoch Abend freuen - Augustin Tebouls dramatisch narrative und komplexe Inszenierungen sind einzigartig in der Berliner Modelandschaft.







