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Mary von Stil in Berlin: Zu Besuch bei den Designern Hien Le und Augustin Teboul

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Fashion Week • 15/01/2012

Bis zur Fashion Week ist es nur noch eine Woche - um die Wartezeit zu verkürzen (für Euch und für mich), besuche ich derzeit einige der vielversprechendsten deutschen Designer, um einen ersten Blick auf die Kollektionen zu werfen und über die Pläne für die Präsentationen nächste Woche zu reden.

Als Erstes besuchte ich Hien Le, der als Assistent von Vladimir Karaleev begann und vor wenigen Saisons sein eigens Label gründete. Schon jetzt hat er einen unverkennbaren, minimalen Stil entwickelt, der sich vor allem durch hochwertige Materialien und simple, gut gemachte Schnitte auszeichnet. In seinem Studio in Kreuzberg hängen die fertigen Teile, alle in hellen Pastelltönen (und tiefem Blau) mit Akzenten in Mintgrün für Männer und mandarinfarben für Frauen. Glücklicherweise sind seine Designs eher Unisex, also keine Sorge, falls man die Farbe des jeweils anderen Geschlechts bevorzugt (so wie ich). Hien Le wird seine neue Kollektion nächste Woche, am Donnerstag Abend im Studio der Mercedes Benz Fashion Week zeigen. Er erzählte mir bereits einige seiner Ideen für die Präsentation, die alle sehr gut klingen, ich drücke also die Daumen, dass es so klappt, wie er es plant.

Das Mood-Board von Hien enthält eine Menge Street-Style Bilder. Die grobe Häkelei unten rechts ist eine Probe für einen Pullover und wurde mit einer speziell angefertigten, extra-großen Häkelnadel hergestellt.

Das ist der Arbeitsplatz von Hien und seiner Assistentin, an der Wand sind die technischen Zeichnungen für die neue Kollektion angebracht.


Dieser Ausschnitt eines Mood-Boards gehört den zwei Damen hinter dem derzeit sehr beachteten Label Augustin Teboul: Annelie Augustin und Odély Teboul. Ich habe schon einige der neuen Teile gesehen, die sie in der kommenden Woche präsentieren werden und war natürlich wieder begeistert von dem Aufwand und der Detailreiche der Kleider. Da sie die Spannung aufrecht erhalten wollen, habe ich keines der Stücke fotografiert, darf sie aber beschreiben: es wird wieder bodenlange, geschmeidige Kleider mit üppigen Perlenverzierungen und zarten Seidendrappierungen geben, dazu ausserdem aufwendig handgestrickte Kurzpullover mit skulpturalen Armen und einen wunderbaren Wintermantel mit gehäkelten und verzierten Bündchen. Alles in der Lieblingsfarbe des Labels, das satte Schwarz, und mit hochwertigem Kopfschmuck versehen.

Die Mood-Boards verraten bereits die Richtung, in die es stilistisch gehen wird. Die Präsentation trägt den Titel "The Thread of Ariadne" und wird eine theatralische Installation in Zusammenarbeit mit der Szenografin Zank Bosnjak sein. Wenn man sich an die Schau vergangenen Sommer erinnert, kann man sich nur auf die Präsentation nächsten Mittwoch Abend freuen - Augustin Tebouls dramatisch narrative und komplexe Inszenierungen sind einzigartig in der Berliner Modelandschaft.

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Siems' Fashion Diary: DAY FOUR

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Fashion Week • 11/07/2011

Okay, so ganz habe ich noch nicht begriffen, was die niederländische Designerin Iris van Herpen gestern zeigte. Aber sollten Kinder in der Show gewesen sein, dann heißt es für eine Woche Albträume. Denn van Herpen macht düstere Kunst-Mode, so als hätte man das Monster aus "Alien" an den Skizzenblock gelassen. Geflämmtes Zellulloid und diverse andere Werkstattmaterialien, gestaltet zu organischen Kleidern, die das Model zu übernehmen drohen. Gruselig gut!

Ein kurzer Auffrisch-Stopp im Hotel, Ersatzakkus ins Blogger-Täschchen, Speicherchips geleert und ab zum Tempodrom. Das gehörte zum dritten Mal Designer Michael Michalsky und seiner fabulösen StyleNite. Licht-Performance, Live-Auftritt von The Mirrors, dann seine Sommermode für 2012 (Stichwort: Alpaka-Wollmantel in Neongelb, eisgraue Lederjacken) - und sexy Beachwear. Die hatte der umtriebige Michael für Lascana entworfen hat. Sixpack-Alarm!

Unter der ausschweifenden After-Party im Freien litten die ersten zwei Designer des letzten Fashion-Week-Tages. Mein Geist war willig, mein Körper zu verkatert.

Mit Irene Luft begann ich den Endspurt: Auch in diese knallbunte Kollektion baute die junge Designerin Lingerie-Spitze aus Plauen ein. Nett.

Noch netter war das Debüt von Newcomer Hien Le, der seine erste große Modenschau seinem Großvater widmete und jedes seiner Kleidunsstücke nach einem der aus Laos stammenden Familie benennt. Mir gefallen seine schnörkellosen, im besten Wortsinn tragbaren Entwürfe für Männer wie Frauen, sein effizienter Materialeinsatz, sein warmer Minimalismus. Ein echtes Talent.

Fazit: Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin ist größer, schöner, voller - und am Brandenburger Tor im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zu recht. Für den Sommer merken wir uns jetzt schon einmal folgende Schlagworte: Neon-Farben, Seide!, Weiß, Mut zum Materialmix und einen gesunden Voyerismus, wie ihn die Modeblogger vor und im Zelt sowie all around the city vorleben. Wir sehen uns im Januar!

Tag Drei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Unser Gastblogger Siems von Nahtlos war wieder live dabei

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Fashion Week • 20/01/2012

Tag 3 beginnt beim Frühstück mit ein wenig Gossip, schließlich war gestern bei der Show von Guido Maria Kretschmer ein bizarres Potpourri deutscher C-Prominenz anwesend. Das muss bei einem Glas Latte erst einmal genüsslich ausdiskutiert werden. Hat Society-Tochter Chiara Ohoven wieder was machen lassen? Wieso erschien Designer Harald Glööckler im Dirigenten-Frack zum Mega-Iro? Und habt ihr gesehen, wie Jenny Elvers-Elbertzhagen Coiffeur-Legende Udo Walz mit genervtem Augenrollen beibrachte, wie man Fotos mit dem iPhoen macht? Hach, wat schön.
Die Mode von Guido Maria Kretschmer, kurz GMK, war inspiriert von der Mongolei, davon zeugte das verarbeitete schwarze Fell, das an die Bergrinder namens Yak erinnerte. Das Make-up? Hm, japanische Kabuki-Oper? Silbern abgedecktes Gesicht, aufgemalte eckige Brauen, lackrote Lippen. Auf Kretschmers Promi-Roben braucht derweil auch im kommenden Winter kein A- oder C-Promi zu verzichten, davon folgten so einige in einer Kollektion, der stilistisch bisweilen der rote Faden fehlte.

Während Shootingstar Hien Le im Studio-Bereich seine Kollektion ganz ohne Catwalk präsentierte, planten viele Besucher bereits ihr Berliner Nightlife. Der versiegte Regen erleichterte das ungemein.

Die Dämmerung hat die Stadt noch im Griff, als ich an Tag 3 meinen Reporter-Rucksack packe. IPhone, iPad und Aufnahmegerät für Interviews strotzen vor Akku-Energie, die Einladungskarten sind sortiert, der Journalisten-Ausweis für das Fashion-Week-Zelt baumelt wieder um meinen Hals. Auf geht's!


Lessja Verlingieri zeigte die Show ihres Labels Lever Couture im Soho Haus, Berlins entspanntem Hotspot (nur für Mitglieder) unweit des Alexanderplatzes. Startete ihre Show mit reduzierten Kleidern in elegantem Schwarz, Grau und leuchtendem Rot, ohne einen überflüssigen Millimeter Stoff, verfiel sie im Finale leider erneut in exzessive Haute-Couture-Manirismen. Tenor: Erst wenn eine Robe nicht mehr manövrierfähig ist, ist sie perfekt. Schade.

Der Rückweg geriet zur kleinen Tortur, nirgends ein aufnahmebereites Taxi. Mit einem Blogger-Kollegen hetzten wir bis zum Alex, wo man uns endlich einsteigen ließ.

So entgingen uns nur die ersten Outfits der Show von Patrick Mohr, ein Designer, der mit bizarr-verstörenden Performance-Spektakeln begann, als "Schreck der Fashion Week" so zu sagen, und nun eine ausgereifte, komplett tragbare Streetwear-Kollektion präsentierte, durch die sich sein dreieckiges Label-Symbol als Muster zog. Neu bei Mohr: reichlich Strick!


Vor der Show von Presse-Liebling Kilian Kerner spielte sich Sänger und Herzensbrecher Mads Langer bereits warm, Live-Musik gehört seit seinem Zelt-Debüt als fester Bestandteil in jede Kerner-Show. Und das ist auch gut so. Wollanzüge und -mäntel haben selten lauter "Kauf mich!" gerufen, die Hosenschnitte waren gewohnt präzise und knackig. Einzig auf einige glitzernde Showpieces hätte man verzichten können.

Rasch auf eine wärmende heiße Schokolade durch das Regenwetter ins Hotel Adlon, dann kurz Backstage einen Blick auf Vladimir Karaleevs Mode geworfen. Nach seiner Show rauschen alle zum Umziehen in ihre Hotels, aufrüschen für die Michalsky StyleNight im Tempodrom, in deren Rahmen auch die Kollektionen der Labels C'est tout und Roeckl zu sehen sein werden.

Wir lesen uns morgen ...


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