
Am letzten Tag der Mercedes Benz Fashion Week zeigt sich das Wetter, wenig überraschend, genauso grau und deprimierend wie alle Tage davor. Und meine Aufnahmefähigkeiten tendieren mittlerweile gegen null. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass ich von den heutigen Schauen wenig überzeugt war.
Es begann mit dem jungen Label Issever Bahri, die hauptsächlich schwarze und blaue Mode über den Laufsteg schickten - von den wirklich schön gewählten Materialien lenkte mich jedoch stets das schlechte Fitting der Hosen ab, die konsequent Beulen an der Hüfte schlugen. 
Ebenso unglücklich fand ich die Schuhwahl, diese waren nicht nur zu klobig, sondern es fiel den Modellen auch sichtlich schwer, elegant darin zu laufen, da die Plateausohle kaum Möglichkeiten zum sanften Abrollen bot. 
Auch bei Issever Bahri fanden sich Steppjacken, und wäre ich jetzt Trendreporterin, würde ich darin einen der größten der Berliner Fashion Week sehen. 
Einen Kaiserschmarren zwischen den Schauen im Café Einstein zu genießen kann ich nur jedem empfehlen.
Es folgte die Schau von Malaika Raiss, die sich leider dafür entschieden hatte, ihre transparenten Blusen und Kleider ohne "was drunter" zu zeigen - das heißt die Fotografen bekamen jede Menge nackter Brüste zu sehen. Was diese (wie die Bildagenturen) sicher freute, schließlich nichts einfacher als das Bild eines Models mit nackten Brüsten zu verkaufen. Aber ich fand's ganz und gar unnötig. (Deswegen gibt es hier auch keine Bilder davon.)
Als ebenso schwierig stellten sich die von Nelly gesponserten Schuhe heraus, in denen es sich offensichtlich nur in "Storch-im-Salat"-Manier laufen ließ.
Den Abschluss bildete das schwedische Label Noir, deren Inszenierung des Laufstegspektakels mich wieder glücklich stimmte: gute Musik, gute Choreographie, gutes Licht, gute Modelle. Die Entwürfe sind sehr schwedisch - die Schnitte also schlicht, die Farbe meist Schwarz, garniert mit einem attraktiven Print. 
Als die letzten Modelle den Laufsteg verlassen hatten, hieß es "Auf Wiedersehen!" Modewoche! In der nächsten Saison wird's hoffentlich wieder genauso interessant!