
Der Tag begann für mich im schönsten Hotel am Bebelplatz, dem Hotel de Rome, in das die Vogue, genauer Chefredakteurin Christiane Arp, geladen hatte um ihre fünf liebsten Nachwuchsdesigner der Presse und den Einkäufern ans Herz zu legen: David Tomaszewski, René Storck, Agustin Teboul, Michael Sontag und Vladimir Karaleev zeigten ihre Looks an Mannequins in gediegenem Ambiente (ja, das Wort kann man hier ruhig verwenden). 
Christiane Arp stellte alle Designer persönlich vor und verdeutlichte wiederholt ihr Anliegen, junge Modemacher konsequent über mehrere Saisons zu fördern und zu protegieren. Ein Vorhaben, dem man vorbehaltlos applaudieren kann.

Michael Sontag stellte seine neue Kollektion exklusiv im Vogue Salon vor, da er in dieser Saison keine eigene Schau oder Präsentation machte. Seine gewohnt voluminösen Entwürfe überzeugten natürlich wieder durch die besonnene Farbwahl und dem exklusiven Materialmix von rauer Wolle, glänzender Seide und (neu diesmal) plastik-beschichtetem Baumwollstoff.

Für mich war es außerdem eine tolle Gelegenheit, Augustin Tebouls Entwürfe näher anschauen zu können - die glitzernden Perlenketten, der Mix aus Rock'n'Roll und Fin de Siecle, die hochwertige und aufwendige Verarbeitung und natürlich die überaus sympathischen jungen Frauen hinter dem Label. Eventuell trägt ein durchaus bekanntes Top-Model die Kreationen der Berliner Schneiderinnen auch auf dem größten Filmpreis der Welt, den Oscars. Daumen drücken!

Die Entwürfe des Frankfurters René Storck sah ich zum ersten Mal. Ansprechend sind bei ihm vor allem die Materialversessenheit und Exaktheit im Schnitt, sowie die konsequente Schlichtheit. Seine Mode ist ein Gegenentwurf zu den Berliner Extravaganzen und brachte die Auswahl Arps in die entsprechende Balance. 
Nach dem Salon führte es mich doch noch auf eine Modemesse, auch wenn ich diese normalerweise zu anstrengend finde, lockte mich der Collect Showroom bei der Capsule mit von mir sehr geliebten Designern wie A.D.Deertz und Hien Le. 
Hier traf ich auch Svenja von Reality Studio wieder, deren Entwürfe ich am Mittwoch in Kreuzberg bereits sah. Ich habe ihr schon meine Bestellliste dagelassen - die Kollektion spricht mich wirklich sehr an. Die Prints (türkische Teppiche und Paisley Muster schwarz auf schwarz gedruckt), Schnitte und Farben - gut, ich bin bereits seit langem treuer Svenja-Fan.
Neu waren für mich hier die Brillen von Lunettes, einem Berliner Vintage-Brillenladen, die seit einiger Zeit auch ihre eigenen Gestelle entwerfen. Ein Besuch in ihrem Laden in der Torstraße ist jedem zu empfehlen, der eine perfekt passende Brille sucht.
Die Riesenstrickpullover des Berliner Labels Maiami in Eiscremefarben hätte ich am Liebsten sofort eingepackt. Wie Hien Le entschied sich auch Maiami, im Winter nicht die Farben des Berliner Himmels zu imitieren, sondern lieber die des Sommers. Eine durchaus begrüßenswerte Entscheidung. 
Am Abend war es dann endlich so weit für die lang erwartete Vladimir Karaleev Show, über die ich bereits so viel geschrieben habe - deswegen lasse ich an dieser Stelle die Bilder sprechen:





Nach Hause gefahren wurde ich heute angenehmerweise mit einem Bentley Mulsanne mit Massagefunktion im Sitz. Ich überschätzte jedoch meine Überredungskünste und muss morgen wohl wieder mit der S-Bahn zu den letzten Schauen fahren.
